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Vesperkirche Tübingen

Immer dienstags kommt das Arztmobil

Die Martinskirche in der Frischlinstraße öffnet vom 27. Januar an wieder für vier Wochen täglich ihre Türen. Das Leitungsteam der Tübinger Vesperkirche stellt zum runden Geburtstag fest: „Die Vesperkirche läuft von selber.“

17.01.2019

Von Christiane Hoyer

Mittagsgespräch in der Martinskirche im Februar 2018. Bild: Friedrich Schmollinger

Zum Laufen brachten das Projekt einst Pfarrer Christoph Cless, Diakon Peter Heilemann und Horst Haar sowie die Tübinger Gesamtkirchengemeinde. Eine Weihnachtsspendenaktion des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs brachte die notwendige Anschubfinanzierung. Weil in den ersten Jahren nicht absehbar war, ob sich die Vesperkirche aus Spenden und ehrenamtlichen Helfern trägt, gab es einen Beirat, in dem die Kooperationspartner vertreten waren. Doch längst schon ist dieser aufgelöst und die Vesperkirche ein Selbstläufer.

Zum 10. Geburtstag hat das siebenköpfige Leitungsteam wieder außer den täglichen Mahlzeiten in der Martinskirche ein kulturelles Programm zusammengestellt, in dem Comedy mit Bernd Kohlhepp ebenso vertreten ist wie Musik mit Heiner Kondschak. Zwei Benefiz-Chorkonzerte gibt es und Klaviermusik in der Stiftskirche. Pfarrer Christoph Wiborg von der Eberhardskirchengemeinde ist für den pensionierten Pfarrer Christoph Cless ins Leitungsteam nachgerückt. Wiborg war einst im Beirat vertreten und kennt einige Vesperkirchen-Gäste auch von der Eberhardskirche. Dort gibt es jeden Freitag ein günstiges Mittagessen für die, die mit sehr wenig Geld über die Runden kommen müssen.

Die Vesperkirche lief zwar in den vergangenen Jahren „von selber“. Aber ohne ehrenamtliche Helfer, ohne großzügige Spender und „ohne Anstrengung geht es nicht“, sagt Manuela Rubow. Als Anstrengung sieht sie das Bemühen, für das gemeinsame Essen in der Vesperkirche öffentlich zu werben. Sich für Menschen zu öffnen, „deren Kontakt man im Alltag eher meidet“, sieht Wiborg als Anstrengung im positiven Sinne. „Das Werben um unterschiedliche Menschen ist uns wichtig“, sagt Rubow. Wie jedes Jahr werden die Vesperkirchen-Besucher an Tischen bedient. Das Essen kommt aus der Kantine des nahe gelegenen Pauline-Krone-Heims. Zwischen 11.30 und 14.30 Uhr kann man kommen, bezahlt wird mit einer Spende – auf jedem Tisch steht eine Kasse dafür bereit. Jeder gibt, so viel er kann und möchte. Die Vesperkirche, so Rubow, ist „ein Ort, um Hemmschwellen abzubauen“.

Im Leitungsteam gibt es dieses Jahr einen weiteren Wechsel. Für die Ehrenamtliche Petra Kindler ist Friedrich Schmollinger neu im dabei. Er wird außerdem Fotografien in der Martinskirche ausstellen, die er vor allem im vergangenen Jahr in der Vesperkirche gemacht hat.

Auch bei den anderen Angeboten gibt es Änderungen. Der Allgemeinarzt im Ruhestand Mstyslaw Suchowerskyj wird seine Arztsprechstunde nicht mehr im Martinssaal anbieten. Er kommt jetzt mit dem Arztmobil und steht damit vor der Kirche (Dienstag, 11.30 bis 14 Uhr). Anja Murrmann, die jahrelang den Vesperkirchen-Besuchern kostenlos die Haare geschnitten hat, ist dieses Jahr nicht mehr dabei. Dafür wird jetzt Frisör Wolfgang Knapp montags die Schneideschere ansetzen. Er wird von Marc („Marc’s Haircompany“) unterstützt.

Auch im Gottesdienst zum Start der Tübinger Vesperkirche wird es ein paar Veränderungen geben: Pfarrer Christoph Wiborg wird seine Predigt in die Essensausgabe mit Rouladen und Fladenbrot integrieren, Beginn ist um 11 Uhr. Zeitgleich eröffnet Friedrich Schmollinger seine Fotoausstellung.

Anke Becker, die sich um die organisatorischen Abläufe kümmert, hat auch in diesem Jahr wieder ausreichend ehrenamtliche Helfer/innen gefunden. Insgesamt machen 265 Freiwillige in den vier Wochen mit, 42 Helfer werden pro Tag für den reibungslosen Ablauf benötigt. Zirka 300 bis 400 Essen bringen die Mitarbeiter täglich an die Tische zu den Gästen. Becker rechnet mit Gesamtkosten von zirka 64 000 Euro. Da sich die Vesperkirche ausschließlich aus Spenden finanziert (die Kirchenräume werden aber kostenlos zur Verfügung gestellt), sind diese willkommen. Auch selbstgebackene Kuchen, vor allem fürs erste Wochenende, werden gerne angenommen (Kontakt: Anke Becker; Telefon: 0 70 71 / 930412).Privatbilder

10. Tübinger Vesperkirche: Daten, Fakten

Die 10. Tübinger Vesperkirche ist von Sonntag, 27. Januar, bis Samstag, 23. Februar, geöffnet, in der Martinskirche Tübingen, Frischlinstraße 35. Die tägliche Essensausgabe ist von 11.45 bis 14 Uhr. An der Kuchentheke gibt es ab 12 Uhr frisch gebackenen Kuchen und Backwaren aus Tübinger Bäckereien sowie Kaffee und Tee, um 13 Uhr einen besinnlichen „Tagestupfer“. Seelsorge-Gespräche sind täglich möglich.

Spendenkonto: Kreissparkasse Tübingen, IBAN: DE91 64150020 000 4444 112;

BIC: SOLADES1TUB

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Erstellt:
17. Januar 2019, 01:30 Uhr
Aktualisiert:
17. Januar 2019, 01:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 01:30 Uhr

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