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Armut wächst

Immer mehr Deutsche verschuldet

Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass die Armut in der Bundesrepublik stetig wächst.

14.12.2016
  • AFP

Berlin. In Deutschland haben immer mehr Menschen mit hohen Schulden zu kämpfen. Die Zahl der überschuldeten Haushalte stieg von 1,64 Millionen im Jahr 2006 kontinuierlich auf 2,05 Millionen in diesem Jahr an. Das geht aus einem Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hervor. Dem Bericht zufolge steigen die niedrigen Einkommen langsamer als die mittleren und hohen.

Die Zahl der überschuldeten Bundesbürger stieg von 3,4 Millionen in 2006 auf 4,17 Millionen im laufenden Jahr, wie es in dem vorläufigen Bericht heißt, den die Bundesregierung im Frühjahr kommenden Jahres beschließen will. Die Schuldnerquote in Deutschland erhöhte sich zwischen 2006 und 2016 damit von knapp 5,1 auf 6,1 Prozent.

Der Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeigt nach Ansicht von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) aber auch, dass es Erfolge im Bereich der mittleren Einkommen gibt und Probleme im unteren Segment bestünden. „Die Mitte stabilisiert sich“, sagte Nahles der „Bild“-Zeitung. Das liege an hoher Beschäftigung und guten Tariflöhnen. Aber „an den Rändern franst die Gesellschaft aus“. Vor allem niedrige Löhne und Einkommen stiegen im Verhältnis viel langsamer. „Die soziale Frage bleibt auf der Tagesordnung.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies auf das hohe Armutsrisiko prekär Beschäftigter hin. 5,6 Prozent der regulär Beschäftigten seien arm oder armutsgefährdet, unter den prekär Beschäftigten seien es 19,2 Prozent, erklärte der DGB unter Hinweis auf den Armutsbericht. „Leiharbeiter, geringfügig Beschäftigte und Beschäftigte in Teilzeit haben also fast ein viermal so hohes Armutsrisiko wie regulär Beschäftigte“, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Linken-Chef Bernd Riexinger hält Einkommensarmut für den Hauptgrund privater Verschuldung in Deutschland. „Acht Millionen Menschen leben an der Armutsgrenze, vier Millionen Menschen sind verschuldet“, sagte Riexinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ein armutsfester Mindestlohn von zwölf Euro sei zwingend nötig, um existenzsichernde Lebensumstände zu garantieren und Verschuldung zu verhindern.

Die große Koalition behaupte immer, Deutschland gehe es gut, bemerkte der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter. „Aber diese Behauptung lässt nur den Durchschnitt erkennen.“ Hinter diesem gebe es viele Menschen, denen es schlecht gehe. Hofreiter forderte ein Programm für besseren Wohnraum und gute Bildungschancen für alle Kinder. afp

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14.12.2016, 06:00 Uhr

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