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Sozialer Dienst liegt im Trend

Immer mehr Jugendliche machen erstmal ein Jahr Freiwilligendienst

Diese und nächste Woche starten Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr. Auch in Tübingen sind die jungen Helferinnen und Helfer tätig. Mit fünf von ihnen haben wir über ihre Gründe für ein Engagement als „Bufdi“ oder „FSJler“ gesprochen.

07.09.2012
  • Johanna Hellmann

Tübingen. Für Oliver Zimmermann, 18, war es von Anfang an klar: „Die vielen Möglichkeiten und Erfahrungen, die ein FSJ bietet, haben mich gereizt.“ Dank seiner zwei kleinen Brüdern ist der Abiturient aus Dußlingen auch gut auf seine Tätigkeit vorbereitet: Er wird für ein Jahr in einem Kindergarten in Derendingen arbeiten. Dass viele seiner ehemaligen Klassenkameraden auch ein freiwilliges soziales Jahr machen werden, hat ihn in seiner Entscheidung bestärkt: „Gerade dann, wenn man nach der Schule noch nicht weiß, wie es weitergehen soll, ist das soziale Jahr eine gute Sache.“

Auch Moreno Totaro, 17, aus Dußlingen, wird von der nächsten Woche an in einem Derendinger Kindergarten mitarbeiten. Er ist im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes tätig. „Es war vor allem meine Mutter, die mich dazu ermutigt hat, nach meinem Abschluss beim BFD mitzumachen. Ich habe mich dann über das Internet informiert und gemerkt, dass das etwas für mich ist. Nach dem sozialen Jahr möchte ich zur Bundeswehr, am liebsten zum Heer.“ Die vorbereitende Seminarwoche, die dem BFD vorausgeht, hält er für sinnvoll: „Wir lernen unter anderem, was man im Umgang mit kleinen Kindern zu beachten hat.“ Für seine Arbeit im Kindergarten bringe er auch „ein bisschen Erfahrung“ mit – da er, wie er sagt, „einen kleinen Bruder und jüngere Cousins“ habe.

Die 19-jährige Franziska Arnold hat ihr Abitur in Blaubeuren gemacht. Nach 13 Jahren Schule war ihr klar, dass sie jetzt erst einmal als „FSJlerin“ arbeiten möchte: „Ich will herausfinden, ob das, was ich tue, wirklich das Richtige für mich ist. Nach dem sozialen Jahr möchte ich Theologie oder Medizin studieren.“ Sie hofft, dass ihr das FSJ„bei der Entscheidung hilft.“ Franziska wird ihr soziales Jahr bei der Tübinger BG-Unfallklinik auf der Unfallchirurgie machen. „Seelsorge oder die Mitarbeit in einer Ethik-Kommission im Krankenhaus könnte ich mir als Beruf vorstellen.“ Aus Franziskas ehemaliger Klasse machen über die Hälfte beim FSJ mit: „Dass viele meiner Klassenkameraden ein soziales Jahr machen, hat mich ebenfalls motiviert.“

Für Paloma Beutelspacher, 16, die ihren Schulabschluss in Esslingen gemacht hat, war die Entscheidung, ein soziales Jahr zu machen vor allem privater Natur. Sie lebt in Tübingen bei ihrer pflegebedürftigen Großmutter: „Ich werde ab der nächsten Woche auf der traumatologischen Station an der BG-Unfallklinik arbeiten“, sagt sie und hofft, dabei „viel über die Pflege von Patienten zu lernen“, was sie dann im Alltag anwenden könne. Palomas Vater ist Krankenpfleger: „Deshalb kenne ich mich mit diesem Beruf aus. Nach meinem FSJ möchte ich ebenfalls eine Ausbildung zur Krankenpflegerin machen.“ Es waren vor allem Palomas Eltern, die sie überzeugt haben, beim Sozialen Jahr mitzumachen. Da ihr Vater aus Tübingen stammt, sei „die Entscheidung schnell getroffen“ gewesen, „das freiwillige Jahr hier zu machen.“

Sara von Zepelin, 16, macht ihr FSJ ebenfalls an der BG-Unfallklinik. Sie hat dieses Jahr ihren Abschluss an der Albert-Schweitzer-Realschule in Tübingen gemacht. Sara wird in der Physiotherapie mitarbeiten. „Ich hoffe, dass ich im kommenden Jahr viele neue Erfahrungen sammeln kann. Ich möchte nämlich Physiotherapeutin werden“. Eines allerdings hat Sara am Freiwilligen Sozialen Jahr auszusetzen: „Es gibt kaum Geld für unsere Arbeit. Bei einer Vierzig-Stunden-Woche verdienen die meisten nicht einmal 400 Euro im Monat.“ Außerdem sei die Höhe des Gehalts von der Einrichtung abhängig, in der man arbeite. Manche, die ihr FSJ im Kindergarten leisten, verdienen sogar unter 300 Euro. Deshalb, so Sara, blieben viele bei ihren Eltern wohnen oder müssen nebenher noch Geld verdienen – „was natürlich anstrengend ist.“

Immer mehr Jugendliche machen erstmal ein Jahr Freiwilligendienst
Oliver Zimmermann

Immer mehr Jugendliche machen erstmal ein Jahr Freiwilligendienst
Moreno Totaro

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07.09.2012, 12:00 Uhr

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