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Ein rotes Licht reicht nicht

Immer wieder Unfälle am Bahnübergang in Aach / Lösung nur durch Schranken

Am Bahnübergang in der Dornstetter Straße in Aach kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen Situationen. Zuletzt stieß im März 2013 ein Auto mit einem Zug zusammen. Das war bereits der vierte Unfall seit 2008. Bei allen Unfällen hatten die Autofahrer am Bahnübergang das rote Lichtzeichen übersehen.

12.11.2015
  • Waltraud Günther

Dornstetten/Aach. Dass dies als Unfallursache realistisch ist, hatte sich beim einem Vor-Ort-Termin herausgestellt: Fahrer, die aus Richtung Aach kommen, können bei tief stehender Sonne das rechte Lichtsignal nicht mehr deutlich erkennen.

In mehreren Verkehrsschauen wurde diese Unfallstelle genauer untersucht. Als ein Ergebnis dieser Verkehrsschauen wurde ein zusätzliches akustisches Signal angebracht. Dies ist zwar grundsätzlich wirksam – allerdings nur für die Fußgänger, im geschlossenen Fahrzeug ist dieses Signal nicht zu hören. Als einzige Möglichkeit, um den Gefahrenpunkt am Aacher Bahnübergang komplett zu beseitigen, kommt daher nur eine Schranken-Anlage in Frage.

Bürgermeister Bernhard Haas informierte in der Sitzung des Dornstetter Gemeinderats am Dienstag, dass bereits 2013 in einem gemeinsamen Schreiben der Stadt Dornstetten und Landrat Dr. Klaus Michael Rückert bei der Deutschen Bahn diese Schranken-Anlage angemahnt wurde. Grundsätzlich beabsichtige die Deutsche Bahn AG zwar, alle unbeschränkten Bahnübergänge in Baden Württemberg – laut Auskunft der Bahn handelt es sich immerhin noch um 300 – im Lauf der nächsten Jahre umzubauen. Allerdings geht die Bahn von einem Zeitraum von zehn Jahren aus.

Bahn geht von Zeitraum von zehn Jahren aus

Vorantreiben kann die Stadt Dornstetten eine Priorisierung des Aacher Bahnüberganges lediglich durch eine Ausbauplanung. Seitens der Verwaltung wurde daher vorgeschlagen, das Ingenieurbüro Kirn mit dieser Ausbauplanung zu beauftragen. Sie würde auch die Angleichung der Straße und Tiefbauarbeiten beinhalten. Nicht jedoch die technischen Anlagen, da diese ausschließlich durch die Deutsche Bahn geplant werden. Haas erklärte, dass dazu die Dornstetter Straße vom Bahnübergang bis zur Einmündung „Im Rank“ überplant werden sollte. Dies sei notwendig, weil es für diesen Straßenabschnitt bisher keinen durchgehenden Gehweg gibt. Voraussetzung ist, dass zunächst geklärt wird, unter welchen Bedingungen und für welche Fahrzeuglängen der Bahnübergang freigegeben werden soll. Bisher erlaubt sind lediglich Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und zudem „Anlieger frei“.

Das Votum des Ortschaftsrats Aach überbrachte Karlheinz Raisch (Freie Wähler/CDU) dem Gremium: „Ein Zeitraum von zehn Jahren bis zur Realisierung eines neuen Bahnüberganges ist für uns in Aach nicht zu akzeptieren“. Er sprach sich dafür aus, baldmöglichst ein Planungsbüro zu beauftrage: „Das kann dann gleich die komplette Dornstetter Straße in Augenschein nehmen“.

Einigkeit herrschte bei regen Diskussionen im Gremium darüber, dass die Gefahrenquelle schnellstmöglich beseitigt werden müsse. Jedoch stellte Ratsmitglied Fritz Fahr (Freie Wähler/CDU) nochmals die bereits beschlossenen Maßnahmen in den Raum: „Die Unterführung kommt, jeder Fußgänger geht künftig dort durch. Sollen wir daher wirklich noch vor dem Planfeststellungsverfahren tätig werden?“ Vielmehr befürchtete er, dass das anstehende Planfeststellungsverfahren mit den Ausbauplanungen für den Bahnübergang „kollidieren“ könnte und plädierte dafür, noch einige Monate zu warten.

Das Planfeststellungsverfahren für den Bereich Bahnübergang sieht eine Fußgängerunterführung vor. Zwar sei davon auszugehen, dass es keine größeren Veränderungen oder Schwierigkeiten geben werde, so Haas. Jedoch geht er auch davon aus, dass die Umsetzung dieser Maßnahme länger dauert, als ursprünglich geplant. Zudem brauche man trotzdem überirdisch Platz für Fahrzeuge und müsse daher parallel dazu von einer Verbreiterung dieses Straßenabschnittes ausgehen. Dringend empfahl er daher, möglichst rasch mit der Planung beginnen. Dann, so seine Hoffnung, könnte der Ausbau des Bahnübergangs vielleicht schon in drei bis fünf Jahren, statt in zehn realisiert werden.

Stadtrat Joachim Kumm (SPD) sprach sich für einen Alternativvorschlag aus: „Können wir nicht den ganzen Verkehr durch die Unterführung laufen lassen? Dann hätten wir die Gefahr mit dem Bahnübergang nicht.“ Dies sei bereits vor Jahren untersucht worden, so der Bürgermeister. Doch das sei eindeutig zu teuer gewesen. Seitens Bahn und AVG (Albtal Verkehrsgesellschaft) sei zudem bereits festgelegt, wo künftig die Fußgängerunterführung und die Haltepunkte sein sollen.

Christoph Mannheimer (Freie Wähler/ CDU) schlug vor, die Kosten für die Ausbauplanung in den kommenden Haushalten mit aufnehmen, diese aber mit einem Sperrvermerk zu versehen. Somit wäre, so Mannheimer, „für die Aacher Kollegen die Finanzierung gesichert“. Pascale Peukert (Freie Wähler/CDU) präzisierte diesen Vorschlag: „Wenn im ersten Quartal des neuen Jahres der Erörterungstermin nicht stattfindet, nehmen wir die Ausbauplanung wieder auf die Tagesordnung und beraten erneut über die Situation“.

Dornstetten will Umbau so schnell wie möglich

Diesen Vorschlägen folgte das Gremium einstimmig. Die notwendigen Haushaltsmittel werden bereit gestellt – gerechnet wird mit Kosten zwischen 20 000 und 30 000 Euro allein für die Planung des Bahnübergangs und entsprechend höheren Kosten für die Überplanung der ganzen Straße. Frühestens nach dem Erörterungstermin des Planfeststellungsverfahrens und nach einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss im Frühjahr 2016 kann die Verwaltung über das Geld verfügen und den Planungsauftrag erteilen.

Immer wieder Unfälle am Bahnübergang in Aach / Lösung nur durch Schranken

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12.11.2015, 12:00 Uhr

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