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„Immun gegen rechte Parolen“
Karl-Friedrich Fischbach vom Merzhausener Verein ZUM. Foto: ZUM
Geschichte

„Immun gegen rechte Parolen“

Organisator Karl-Friedrich Fischbach erklärt die Absicht des Wettbewerbs „Erinnerung sichtbar machen“.

08.11.2018
  • HANS GEORG FRANK

Merzhausen. Schüler zu motivieren, sich mit der deutschen Geschichte zu beschäftigen, ist nicht immer leicht. Der Verein Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet hat es mit einem Wettbewerb probiert. Organisator Karl-Friedrich Fischbach ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Warum haben Sie den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht für den Wettbewerb ausgesucht?

Karl-Friedrich Fischbach: Ausgangspunkt war der spürbare Rechtsruck in unserer Gesellschaft und der Wunsch etwas dagegen zu tun. Wir haben uns gefragt: Wie können wir erreichen, dass junge Menschen gegen rechte Propaganda immunisiert werden? Wie können wir Erinnerung sichtbar machen und Schüler dazu motivieren, sich mit der deutschen Vergangenheit zu beschäftigen, und zwar nicht mit dem Ziel Schuldkomplexe zu konservieren, sondern mit dem Ziel, die Zukunft besser zu gestalten? Die Idee eines Schülerwettbewerbs unter Einbeziehung moderner Medien wurde so geboren.

Entspricht die Zahl der eingereichten Arbeiten Ihren Erwartungen?

Wenn man weiß, wie eingespannt LehrerInnen und SchülerInnen sind und wie schwierig es ist, zusätzliche Aktivitäten zu organisieren, dann darf man die Zahl der 26 Arbeiten, von denen nicht wenige sehr umfangreich sind, als großen Erfolg ansehen. Kleiner Wermutstropfen ist, dass sich nur eine einzige Schule aus den Neuen Bundesländern beteiligt hat.

Und wie ist die Qualität?

Die Qualität hat uns mehr als positiv überrascht. Wir stellten fest, dass drei Geldpreise nicht reichen und haben nachträglich dafür gesorgt, dass wir sechs Projekte auszeichnen können. Insgesamt werden 11 000 Euro Preisgeld verteilt und zusätzlich eine Bronzeplastik vergeben.

Die Teilnehmer haben sich intensiv mit rechtem Terror befasst. Wird das auch ihr eigenes Verhalten beeinflussen?

Ich bin überzeugt, dass sie für immer immun sind gegen den wiedererstarkenden Rechtsradikalismus und seine Parolen. Sie verstehen auch, dass es notwendig ist, sich zu wehren, solange dies noch möglich ist. Als die Nazis die Herrschaft an sich gerissen hatten, war Widerstand lebensgefährlich. hgf

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08.11.2018, 06:00 Uhr

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