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In Demut nach Dortmund
Robert Lewandowski bejubelt seine beiden Treffer gegen AEK Athen. Doch die Bayern-Krise ist noch nicht vorbei. Foto: Matthias Balk/dpa
FC Bayern München

In Demut nach Dortmund

Der sonst so angriffslustige Uli Hoeneß stapelt ungewohnt tief nach dem 2:0 gegen AEK Athen und vor dem Bundesliga-Gipfel am Samstag beim BVB.

09.11.2018
  • DPA/SID

Mit einem rot-weißen Fanschal stand Uli Hoeneß zur Geisterstunde in der Allianz Arena und wählte eine ungewöhnliche Bayern-Taktik: Demut statt Getöse! Tiefstapeln mit Kalkül hieß die Marschroute des wortgewaltigen Präsidenten nach dem glanzlosen Münchner 2:0 (1:0) gegen das schwarz-gelbe Fußball-Leichtgewicht AEK Athen in der Champions League. Denn wegweisend ist das Spiel der Spiele gegen das schwarz-gelbe Schwergewicht Borussia Dortmund.

„Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt“, flötete Hoeneß, der die Rollen im Bundesliga-Clásico am Samstag (18.30 Uhr) entsprechend der Tabelle und dem bisherigen Saisonverlauf verteilte. „Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter – zum ersten Mal seit langer Zeit.“ Bei den letzten zwölf Ligaduellen war jeweils der FC Bayern Tabellenführer und Dortmund in der schwierigeren Jäger-Rolle.

Fast gönnerhaft ergänzte Hoeneß mit dem Hinweis auf die dominanten Münchner Meisterjahre seit 2012: „Die Dortmunder haben jetzt sechs Jahre lang diese Distanz zu uns gehabt, da dürfen sie jetzt auch mal vorne sein.“ Am Samstagabend (18.30 Uhr) könnte der Rückstand des FC Bayern von vier auf sieben Punkte emporschnellen, was vorerst eine Wachablösung im deutschen Fußball bedeuten würde. „Die Meisterschaft würden wir immer gerne haben, aber wenn es mal nicht so ist, wird der FC Bayern auch nicht untergehen“, baute Hoeneß für den Fall einer Niederlage schon einmal vor.

Der Präsident spürte nach dem Königsklassensieg dank zweier Tore von Robert Lewandowski, dass es sinnvoller sei, die Kraftprobe mit dem jungen, frischen BVB-Express nicht zusätzlich aufzuladen. Hoeneß nahm also Dampf raus. Auch Trainer Niko Kovac darf weiterhin mit seiner schützenden Hand rechnen. „Wir haben eine Mannschaft, die im Umbruch ist. Wir haben einen jungen Trainer, der sich hier reinarbeiten muss. Da muss man Geduld haben“, sagte der 66-Jährige. An seiner Aussage, er werde bis aufs Blut für Kovac kämpfen, habe sich „nichts geändert“.

Gegen den limitierten griechischen Meister (0 Punkte, 1:15 Tore), der nur in den Trikotfarben dem BVB ähnelte, waren erneut keine „super Bayern“ zu sehen, gab Torhüter Manuel Neuer zu. „Aber die Tendenz zeigt nach oben.“

Viele Baustellen in Hoffenheim

Während die Bayern fast schon das Achtelfinale der Champions League erreicht haben, sind die Chancen von Königsklassen-Neuling 1899 Hoffenheim darauf auf ein Minimum gesunken. Trainer Julian Nagelsmann machte nach dem 2:2 bei Olympique Lyon aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Es bleibt ein Hintertürchen auf. Aber große Freude werde ich nicht entwickeln. Ich habe zu viele Baustellen gesehen.“

Mit „Baustellen“ beschrieb Nagelsmann die großen Defensiv-Schwächen seiner Mannschaft. Lyon hätte einen Kantersieg landen können. Ein halbes Dutzend hochkarätige Chancen ließen die Franzosen leichtfertig liegen. „Wir sind nicht der FC Barcelona, sondern die TSG Hoffenheim – bei uns ist verteidigen wichtig“, äußerte der Trainer.

Für Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen ist die Ausgangslage klar. „Jetzt geht es für uns darum, im Heimspiel gegen Donezk die Europa League zu sichern – um dann vielleicht noch die kleine Chance auf ein Endspiel bei Manchester City zu haben, das bis dahin schon weitergekommen ist.“ dpa/sid

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09.11.2018, 06:00 Uhr

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