Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Planung zur Erweiterung der stauanfälligen B27 angelaufen

In Minischritten zum Ausbau: Bis es mehr Spuren gibt, werden aber noch Jahre vergehen.

Für alle Pendler, die regelmäßig aus dem Süden nach Stuttgart fahren, ist es eine gute Nachricht: Die ersten Schritte zum lang ersehnten Ausbau der B 27 sind getan.

07.03.2018

Von CAROLINE HOLOWIECKI

Die B 27 zwischen Stuttgart und Tübingen gehört zu den staureichsten Strecken rund um die Landeshauptstadt. Foto: Ferdinando Iannone

Stuttgart. Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) hat die Ausschreibung zur Planung für den sechsstreifigen Ausbau der Bundesstraße zwischen den Anschlussstellen Aich und Leinfelden-Echterdingen/Nord veröffentlicht – also zwischen der Einleitung der B 312 im Süden und dem Echterdinger Ei, über das man zur Autobahn gelangt, im Norden. Auf einer Länge von mehr als neun Kilometern soll in jede Richtung eine Spur dazukommen. Der Straßenquerschnitt wird somit insgesamt verbreitert, mit ihm auch die aktuell zu schmalen Seitenstreifen. Teilweise fehlen die Nothalte sogar ganz.

Verkehrserhebung läuft

Vom Ausbau verspricht man sich eine Entlastung der autobahnähnlichen Trasse. Die Straßenverkehrszählung 2015 hat im Bereich des Fildertunnels bei Leinfelden-Echterdingen eine durchschnittliche Verkehrsbelastung von knapp 84?000 Fahrzeugen pro Werktag ergeben. Aktuell laufen an der Stelle neue Erhebungen und auf der A 8. Die Untersuchung soll unter anderem planungsrelevante Aussagen zur Verkehrsbelastung und zur Leistungsfähigkeit liefern (siehe Infobox).

Doch auch ohne Gutachten ist bekannt, dass der Verkehr auf der B 27 regelmäßig zum Erliegen kommt. Wer mal wieder nicht weiterkommt, drückt sich oftmals durch die umliegenden Ortschaften. Demnach erhoffen sich auch die Anrainerkommunen Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt Linderung. Dass Handlungsbedarf besteht, ist unstrittig. Die Maßnahme ist seit Dezember 2016 im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich eingestuft, rangiert also auf der höchsten Stufe.

Die schlechte Nachricht folgt aber auf dem Fuß: Bis der Verkehr auf der neuen, breiteren B 27 rollen wird, werden noch etliche Jahre ins Land gehen. Laut dem RP könnte das Baurecht „bei optimalem Planungsverlauf“ frühestens 2024 erlangt werden. Als Grund für diese lange Wartezeit wird die Komplexität des mehrstufigen Planungsprozesses genannt, und diese Komplexität ist auch der Grund, warum die B 27 frühestens Ende 2027 fertig sein kann, erklärt Saskia Becker, eine RP-Sprecherin. Vier Anschlussstellen müssen auf der Strecke neu geplant und umgebaut werden, zudem befindet sich auf dem Abschnitt ein kurzes Tunnelstück. Auch der Lärmschutz und die Entwässerung sollen angegangen werden. Das RP hat die Kosten in einer ersten Grobschätzung auf rund 120 Millionen Euro veranschlagt. Sie werden vom Bund getragen.

Straße soll befahrbar bleiben

Immerhin: Die Straße soll während der Arbeiten jederzeit befahrbar bleiben. „Sperrungen sind nur für den Abriss von Brücken erforderlich und werden in verkehrsarme Zeiträume gelegt“, stellt Saskia Becker klar. Mit Verkehrsbehinderungen sei nur in geringem Maß beim Umbau der Verkehrsführung zu rechnen. Außer, man steht mal wieder ganz klassisch im Pendler-Stau.

Eidechsen verzögern Ausbau an der A8

Spuren Unweit der B 27 ist der Ausbau des Autobahnanschlusses Stuttgart-Möhringen/Vaihingen vorgesehen. Auch dort soll der Verkehrsfluss wesentlich verbessert werden. Der Knoten soll durch zusätzliche Spuren erweitert werden. So soll beispielsweise eine neue freie Rechtsabbiegerspur von der A-8-Rampe in die Nord-Süd-Straße Richtung Möhringen und Vaihingen entstehen.

Zeitplan Eigentlich hätte der Bau in den Sommerferien über die Bühne gehen sollen. Jedoch sind Zauneidechsen gefunden worden, und für die müssen erst Ersatzhabitate gesucht werden. Der Zeitplan verzögert sich somit voraussichtlich um ein Jahr, heißt es aus dem RP.

Zählung Noch bis zum 24. März führt das RP zwischen Aichtal und Leinfelden-Echterdingen sowie an der A 8 zwischen Möhringen, Degerloch und Flughafen mit Blick auf die Ausbaupläne eine Verkehrserhebung durch. Diese solle planungsrelevante Aussagen zur Verkehrsbelastung sowie der Leistungsfähigkeit der bestehenden Straßen liefern. Die Erhebung läuft an verschiedenen Knotenpunkten mittels Videoverkehrszählung.?car

Zum Artikel

Erstellt:
7. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Aus diesem Ressort