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Fliegende Sonnenschirme

In Ofterdingen wütete das Unwetter stärker

Es war bereits Sonntagnachmittag. Trotzdem suchten zahlreiche Ofterdinger noch immer ihre Gartenmöbel oder Sonnenschirme. Das Unwetter am Samstagabend räumte Terrassen ab, schleuderte Liegestühle durch die Straßen, Äste durch die Luft und Ziegel von den Dächern.

01.07.2012
  • Susanne Wiedmann

Ofterdingen. Der Gospelchor sang „Anytime you need a friend“. Auf dem Ofterdinger Kirchplatz hatten sich rund 200 Zuhörer niedergelassen, die plötzlich von der Musik abgelenkt wurden und zum Himmel starrten. Von Mössingen herüber zogen düstere, tiefhängende Gewitterwolken. Also verschwand der Chor samt der Besucherschar in die Mauritiuskirche (Konzertbericht folgt). Nur Minuten später, gegen 20.15 Uhr, fegten Sturm und Regen über den Kirchplatz und ganz Ofterdingen. Blitzschnell. Von Südosten.

Sonnenschirme flogen durch die Luft, obwohl manche an Betonplatten befestigt waren, Hollywood-Schaukeln krachten zusammen, Grills und Gartensessel wurden fortgeweht, als gehörten sie zum Inventar eines Puppenhauses. Schwere Tonkübel wurden zerschlagen und Topfpflanzen herausgerissen. Zäune stürzten um, Äste brachen ab, Bäume entwurzelten. Ziegel schleuderten von den Dächern. Und bei einem Ofterdinger Autohändler stürzte ein Kamin vom Dach, riss Ziegel mit und beschädigte parkende Autos. Im Neubaugebiet Banweg rotierte ein Kran wie das Laufrad eines Ventilators.

Bis um halb eins in der Nacht war die Ofterdinger Feuerwehr im Einsatz, um Ziegel zu befestigen, umgefallene Verkehrszeichen aufzustellen, umgestürzte Bäume zurechtzusägen und von der Straße zu räumen, weggespülte Schachtdeckel zurückzutragen, damit kein Auto stecken blieb und kein Fußgänger hineintrat, berichtete der Ofterdinger Kommandant Kurt Alexander auf Nachfrage.

In Mössingen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Lauria, seien die Schäden überschaubar. Trotz des Starkregens liefen keine Keller voll – auch nicht in Ofterdingen. Obwohl sich die Steinlach dort innerhalb einer halben Stunde zu einem reißenden Fluss wandelte.

Noch in der Nacht standen Nachbarn zusammen, halfen sich bei ersten Reparaturen, versuchten Dächer abzudichten. Und noch gestern waren einige Ofterdinger unterwegs, um ihre Gartenmöbel zu suchen.

In Ofterdingen wütete das Unwetter stärker
Sturmschaden im Ofterdinger Nonnenweg.

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01.07.2012, 12:00 Uhr

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