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Konkurrenz im Heimtiermarkt

In Rottenburg ist die Eröffnung einer Fressnapf-Filiale geplant

Aller Wahrscheinlichkeit nach bekommt Rottenburg eine „Fressnapf“-Filiale. Wenn ja, dann entsteht sie an derTübinger Straße kurz vorm Stadtausgang.

18.09.2010
  • Gert Fleischer

Rottenburg. „Fressnapf“ ist nach eigenen Angaben Europas größte Fachmarktkette für Heimtierbedarf. Erster Bürgermeister Volker Derbogen bestätigte, dass die Verhandlungen bereits weit gediehen sind. Es seien noch Details zu klären. Bringen sie keine grundlegende Wende mehr, könnte demnächst der Notartermin bestimmt werden, um den Kaufvertrag für das Grundstück zu unterschreiben.

Das für den Markt ausgesuchte Areal gehört der Stadt und liegt an der Tübinger Straße zwischen dem ehemaligen Testlabor der Bundespost (später Deutsche Telekom) und der Bahnbrücke am Ortsausgang Richtung Kiebingen oder Weiler (siehe Foto). Zuletzt war es als Ersatz-Standort für die Agip-Tankstelle im Gespräch, wenn das Geschäftszentrum mit dem Projektnamen „Stadtgasse“ vis-a-vis des Schlachthofs zustande gekommen wäre.

Auf diesem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück soll im hinteren Bereich vor dem Bahndamm das Gebäude für den Zoofachmarkt mit Nebenräumen errichtet werden. Davor, bis an den Gehweg reichend, sind gut zwanzig ebenerdige Stellplätze vorgesehen.

Das Geschäftsgebäude ist einstöckig geplant und bietet 600 Quadratmeter Verkaufsfläche. Gebaut würde es nicht von der Fressnapf Tiernahrungs GmbH selbst, sondern von einer Heilbronner Investoren- und einer weiteren Gesellschaft. Diese wiederum würden die Immobilie langfristig an den Großfilialisten vermieten.

Das Sortiment, das der Fressnapf in Rottenburg anbieten will, umfasst laut Derbogen Zoo-Artikel, nicht jedoch lebende Tiere. Die Palette reicht „von Tierfutter über Zubehör und Spielzeug bis zur Schwimmweste für Hunde“, so stellt sich das Krefelder Unternehmen selbst vor. Mit dem Konzept, riesige Auswahl auf großen Verkaufsflächen zu Discountpreisen anzubieten, wurde Fressnapf zu einem rasch expandierenden Unternehmen. Der erste Markt ist vor zwanzig Jahren eröffnet worden. Das Konzept hatte Torsten Toeller – er ist Inhaber und Geschäftsführender Gesellschafter – nach dem Vorbild der amerikanischen Super-Pet-Stores entwickelt.

Fressnapf hat jetzt europaweit nahezu 1100 Filialen, davon 767 in Deutschland. 2005 erweiterte Fressnapf sein Konzept um die XXL-Märkte. Sie sind größer und haben auch umfangreiche Lebendtier-Abteilungen, gelegentlich Hundefriseure oder Tierarztpraxen mit unterm Dach. Im Jahr 2009 machte die Fressnapf-Gruppe einen Umsatz von 831 Millionen Euro in Deutschland, insgesamt fast 1,2 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt die Gruppe 7000 Mitarbeiter/innen in den einzelnen Märkten. In der Zentrale in Krefeld und in den Logistik-Zentren stehen 900 Leute auf den Gehaltslisten. Für Rottenburg wird mit drei Vollzeit- und drei Teilzeitarbeitsplätzen gerechnet.

Dieser Marktmacht sehen sich, wenn es zur Anbsiedlung kommt, die Rottenburger Geschäfte gegenüber, sei es die Zoohandlung Wolfgang Lipka in der Bahnhofstraße, sei es Renate Sandkühler mit ihrem „Bio-Näpfle“ an der Gartenstraße, seien es aber auch die BayWa oder die anderen Supermärkte, die Tierfutter und manches Heimtier-Zubehör verkaufen.

Mit diesen Geschäften hat die Stadtverwaltung zuvor nicht gesprochen. Das lasse schon die Vertraulichkeit nicht zu, zu der sich die Stadt ansiedlungswilligen Unternehmen gegenüber verpflichte, sagte Bürgermeister Derbogen. Marktuntersuchungen hätten ergeben, dass noch genügend Bedarf sei für einen derartigen Fachmarkt zusätzlich. Dieser Markt könne helfen, den Kaufkraftabfluss, unter dem Rottenburg seit vielen Jahren leidet, zu reduzieren. Schon jetzt gibt einen Fressnapf in Tübingen, zwei solcher Märkte in Reutlingen, je einen in Oberjettingen und Balingen. Das Unternehmen, sagte Derbogen, „drängt schon lang nach Rottenburg“.

Der Heimtierbedarf ist eine Wachstumsbranche. Selbst im Krisenjahr 2009 nahm der Umsatz etwa bei der Fertignahrung um 2,9 Prozent zu gegenüber dem Vorjahr. Dies meldet der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH). Insgesamt wurde voriges Jahr in Deutschland Heimtierbedarf im Gegenwert von 3,6 Milliarden Euro verkauft.

Beim Umsatz an Fertigtiernahrung liegt Katzenfutter an der Spitze vor dem Hundefutter. Futter für Zierfische und Ziervögel folgt mit riesigem Abstand. 67 Prozent des Fertigfutters für Heimtiere wurde vom Lebensmittel-Einzelhandel inklusive Drogeriemärkten und Discounter verkauft, 33 Prozent vom Fachhandel. Bei Bedarfsartikeln für Heimtiere sieht das Verhältnis umgekehrt aus: Hier liegt der Fachhandel mit 82 Prozent des Gesamtumsatzes ganz weit vorn.

8,2 Millionen Katzen gibt in Deutschland , 5,4 Millionen Hunde, 5,6 Millionen Kleintiere, 3,4 Millionen Ziervögel, 2,1 Millionen Gartenteiche, 2 Millionen Aquarien und 0,4 Millionen Terrarien.

Der Markt für Heimtierbedarf trotzt der Krise

In Rottenburg ist die Eröffnung einer Fressnapf-Filiale geplant
Da wo die Lücke im Zaun ist an der Tübinger Straße in Rottenburg, eröffnet nächstes Jahr wahrscheinlich eine „Fressnapf“-Filiale. Bild: Mozer

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18.09.2010, 12:00 Uhr

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