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USA

In Trumps Reihen tobt ein Machtkampf

Noch ist unklar, mit welchem Team der künftige Präsident regieren will. Beim Tauziehen um Posten spielt sein Schwiegersohn eine wichtige Rolle.

18.11.2016

Von PETER DETHIER

Donald Trump klopft seinem Schwiegersohn Jared Kushner auf die Schulter. Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka Trump (links) verheiratet und spielt beim Machtkampf um Posten in der zukünftigen Regierung eine wichtige Rolle. Foto: afp

Washington. Das Tauziehen um wichtige Kabinettsposten unter dem neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump dauert an. Während führende US-Medien berichten, dass der Übergang zu einer neuen Regierung selten so turbulent über die Bühne gegangen sei, versuchte Trump, via Twitter seine Landsleute zu beruhigen. Es handele sich um einen „gut organisierten Prozess“, tweetete er. Tatsächlich scheint der anstehende Regierungswechsel von internen Machtkämpfen geprägt zu sein, in deren Mittelpunkt Jared Kushner, der Ehemann von Trumps älterer Tochter Ivanka, steht.

Dem 35-Jährigen ist es gelungen, New Jerseys Gouverneur Chris Christie, der als Heimatschutz- oder Justizminister im Gespräch war, aus dem „inneren Kreis“ des künftigen Präsidenten zu verdrängen. Kushner, wie sein Schwiegervater Immobilienunternehmer, wird dabei von persönlichen Beweggründen getrieben. Christie hatte als früherer Staatsanwalt von New Jersey Kushners Vater, der in derselben Branche tätig war, wegen Steuerhinterziehung und Betrugs zwei Jahre hinter Gitter gebracht.

Der loyale Schwiegersohn hat darüber hinaus hinter den Kulissen auch gleich jene entmachtet, die dem Gouverneur nahestehen. So ist der ehemalige Kongressabgeordnete Mike Rogers, ein enger Christie Verbündeter, der als künftiger Chef der Geheimdienstbehörde CIA zur Debatte stand, nun von der Bildfläche verschwunden.

An den Schalthebeln der Macht wird neben dem Präsidenten, seinem Schwiegersohn und dem rechtsgerichteten Medienunternehmer Stephen Bannon, der Chefstratege des Präsidenten wird auch der künftige Stabschef Reince Priebus sitzen. Zudem soll Pence eine einzigartige Position einnehmen. Von dem Indiana Gouverneur heißt es, dass er im Gegensatz zu anderen Vizepräsidenten, die sich häufig mit symbolischen und protokollarischen Aufgaben begnügen müssen, innen- ebenso wie sicherheits- und außenpolitische Kompetenzen erhalten soll. Zudem will Trump den erzkonservativen Jeff Sessions aus Alabama, der als erster Senator den Kandidaten seine volle Unterstützung zusagte, in eine hohe Position hieven. Sessions wird als möglicher Verteidigungsminister diskutiert.

Leute die Trump ebenfalls eng in die Entscheidungsprozesse einbinden will, sind die beiden einflussreichsten Republikaner im Kongress, nämlich Paul Ryan, der Fraktionschef im Repräsentantenhaus und Mitch McConnell, der Mehrheitsführer im Senat. Er will insbesondere sicherstellen, dass der künftige Präsident einen konservativen Richter für den freien Sitz im obersten Gerichtshof ernennt.

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Erstellt:
18. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. November 2016, 06:00 Uhr

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