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Gesuchter Ort für Hochzeiten

In Wankheim wurde eine private Scheune für Feste umgebaut

Zu alt für die Landwirtschaft, zu schade zum Abreißen. Was tun mit der großen Scheune? Der Wankheimer Andreas Kemmler baute sie zu einem Ort für Feste um.

27.06.2012
  • Ulrike Pfeil

Wankheim. Die Idee kam dem Wankheimer Diplomkaufmann und Landwirtssohn, als er vor drei Jahren mit seiner Frau Katharina selbst Hochzeit hielt. „Da wurde ich auf den Bedarf aufmerksam“, sagt Kemmler. Er musste damals nach auswärts ausweichen, weil es in der Nähe kein passendes Festlokal für 120 Gäste gab. „So viele hat’s schnell zusammen“, weiß Kemmler, „und in die Turnhalle will nicht jeder.“

Kemmlers Großvater hatte schon die eine Hälfte der großen 1834 erbauten Scheuer in der Wankheimer Ortsmitte erworben; die zweite kam vor fünf Jahren in den Besitz der Familie, die gleich dahinter ihre Landwirtschaft hat und direkt daneben den Hofladen unterhält. Während sein Bruder Michael die Landwirtschaft betreibt, setzt der 30-jährige Andreas Kemmler auf einen wachsenden Bedarf an Fest-Gelegenheiten. 400 000 Euro hat er in den Umbau der historischen Scheuer zu einem Ambiente „mit Flair“ investiert. Und jede Menge Eigenleistung, unterstützt vom Bruder, von Vater Albrecht Kemmler und von überwiegend ortsansässigen Handwerkern.

Nach den Plänen des Jettenburger Architekten Karlheinz Theurer wurde das riesige Scheunendach erneuert, der Heuboden teilweise erhalten, das Fachwerk ergänzt, wo es morsch und schwammig war. Die wagenweiten Toröffnungen sind ebenso wie die gesamte Holzkon struktion innen sichtbar; von außen wurden große Fenster in Stahlrahmen davorgestellt. Das Mauerwerk zwischen den Balken ist mit weichen Konturen weiß verputzt.

In einem seitlichen Anbau sind Service- und Sanitärräume untergebracht: Küche, Kühlkammer, Lagerräume, Garderobe. Den Betonestrich-Boden im Saal hat Kemmler eigenhändig abgeschliffen.

Gesellschaften mit bis zu 160 Personen können hier an Tischen bewirtet werden. Der Saal wirkt allein durch seine Konstruktion, Helligkeit und Offenheit. Eine Klimaanlage erlaubt, dass die Fenster bei Musik geschlossen bleiben, um Störungen der Nachbarschaft gering zu halten. Geheizt wird im Winter mit Wärme aus einer Holzhackschnitzelheizung, die auch den Bauernhof versorgt.

Das Geschäftsmodell scheint aufzugehen: Erst zwei Wochen in Betrieb, hat die Festscheune seither schon zwei Hochzeiten erlebt. Die Nachfrage hat Kemmler „positiv überrascht“: Die Monate Juli, Oktober und Dezember sind schon fast ausgebucht, überwiegend mit Hochzeiten und ein paar runden Geburtstagen. „Firmen-Events könnten noch kommen“, sagt Kemmler, um eine weitere Zielgruppe ins Spiel zu bringen.

Die Kunden kommen bisher eher von außerhalb der Härten, aus nahe gelegenen Orten wie Ohmenhausen oder Pliezhausen. Denn auf den Härten gibt es zum Feiern auch den beliebten Kusterdinger Klosterhof. Der ist kleiner und als Gemeindeeigentum preisgünstiger. Er wird jedoch nur an Kusterdinger vermietet. Die Miete bei Kemmler richtet sich nach der Zahl der Gäste, 10 bis 12 Euro pro Kopf. Samstags gibt es eine „Hochzeitspauschale“.

Mit dem Gelände vor der Scheuer hat er noch einiges vor: Ein L-förmiges Gebäude mit sieben Ferienwohnungen, dem künftigen Hofladen und einem Hofcafé soll den Platz gegen die Straßen hin abschirmen. Auch eine ordentliche Terrasse zum Draußen-Sitzen will Kemmler auf dem bisher nur provisorisch bekiesten Hofplatz noch anlegen.

Die Wankheimer, das hat seine Frau Katharina schon bemerkt, sind nun begierig zu wissen, wie es in der Scheune aussieht. Ob es einen Tag der offenen Tür gibt? Einen Termin nennt Andreas Kemmler zwar noch nicht, aber er sagt: „Ein Hoffest gibt es sicher mal.“

In Wankheim wurde eine private Scheune für Feste umgebaut
Die großen Glasflächen, hinter denen noch die Holzrahmen der alten Scheunentore sichtbar sind, spiegeln dörfliche Idylle. Auf der Bank vor der Wankheimer Festscheune macht der Besitzer Andreas Kemmler mit seiner Frau Katharina und dem fünf Monate alten Sohn Finn kurz mal Pause. (Der ältere Sohn Philipp, zwei, hielt beim Fototermin gerade noch sein Mittagsschläfchen.) Zum Familien-Ensemble gehören auch die Hunde Jona und Burban.Bild: Meissner

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27.06.2012, 12:00 Uhr

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