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In armen Ländern droht Hungersnot
Rund 100 Millionen Tonnen werden weltweit gefischt. Foto: dpa
Ernährung

In armen Ländern droht Hungersnot

Europäer essen viel Fisch, gut die Hälfte importieren sie. So kann es nicht weitergehen, warnt der WWF.

13.01.2017
  • DPA

Hamburg. Der ungezügelte Appetit von Menschen in Industrieländern auf Fisch könnte Hungerkrisen in ärmeren Weltregionen auslösen. Die Umweltorganisation WWF, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hat, ruft deshalb zu besserem Fischerei-Management und gerechterer Verteilung auf. Verbraucher müssten dazu nicht unbedingt weniger Fisch essen, sondern stattdessen zu heimischem Fisch greifen, sagt Karoline Schacht vom WWF.

Andernfalls könnten sich Millionen Menschen, etwa im Senegal oder in Indonesien, im Jahr 2050 den Fisch als Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten, warnen die Autoren des Berichts „Überfischt und unterversorgt“.

Zwar lässt sich die Menge des weltweit gefangenen Fischs noch steigern, ohne dass die Bestände ausgelaugt würden. So könnte bis 2050 die jährliche Fangmenge von 101 Mio. Tonnen (2010) auf 137 Mio. Tonnen steigen. „Allerdings wird der gefangene Fisch sehr wahrscheinlich nicht unbedingt dort landen, wo die Menschen ihn zum Überleben brauchen“, sagt Schacht.

Stattdessen sei zu erwarten, dass Verbraucher in Industrieländern bei Engpässen einfach höhere Preise zahlten, schreiben die Autoren von der Universität Kiel. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit von Armut und Hunger in den betroffenen Ländern. Dies könne auch zu politischer Instabilität führen.

Als gefährdet gelten vor allem Länder, in denen die Abhängigkeit von Fisch als Einkommens- und Nahrungsquelle besonders groß ist: Senegal, Indonesien, Guinea, Ghana sowie zum Beispiel Malaysia, Myanmar und Bangladesch. Für eine optimale Bewirtschaftung der weltweiten Fischbestände brauche es Höchstfangmengen, die Artenvielfalt wäre gesichert. Der hohe Bedarf an importiertem Fisch könnte sinken, „wenn die Fischbestände in den eigenen Gewässern der EU wieder in einem gesunden Zustand wären“, sagt Schacht.

Heute gelten laut WWF 31 Prozent der Fischbestände als überfischt, 58 Prozent als gefährdet: „Fast überall werden heute mehr Fische gefangen als natürlich nachwachsen können.“ dpa

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13.01.2017, 06:00 Uhr

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