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Die Ammertalbahn macht Pause · Busse werden eingesetzt

In den Ferien soll neue Leit- und Sicherungstechnik fertig werden

Wie im vergangenen Jahr stellt die Ammertalbahn in den Sommerferien ihren Betrieb zwischen Herrenberg und Tübingen vollständig ein. Die Arbeiten für die neue Leit- und Sicher ungstechnik sollen abgeschlossen werden. Außerdem werden Schienen ausgewechselt. Als Ersatz werden Busse eingesetzt.

27.07.2015
  • Manfred Hantke

Ammerbuch/Tübingen. Gesperrt ist die Strecke der Ammertalbahn zwischen Herrenberg und Tübingen vom kommenden Donnerstag, 30. Juli, bis zum Samstag, 12. September. Die Leit- und Sicherungstechnik der Ammertalbahn soll bis zum Ende der Sommerferien auf ein modernes, modular aufgebautes Signalsystem mit elektronischen Stellwerken umgestellt werden. Das alte Signalsystem wird komplett abgeschaltet, die Anlage wird nicht mehr gewartet, sagt Dieter Braun, Verkehrsexperte im Landratsamt und Geschäftsführer vom Ammertal Zweckverband.

Begonnen hatte das rund 4,5 Millionen teure Projekt vor fünf Jahren. So wurden etwa neue Stellwerkshäuser in Tübingen West, Entringen und Pfäffingen gebaut. Im vergangenen Jahr wurden Kabel verlegt und Fundamente für neue Signale gesetzt, außerdem die Bahnsteigkanten in Tübingen West saniert.

Mit einer möglichen Regionalstadtbahn bis Tübingen hat die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik aber nicht direkt zu tun, so Braun. Die Stadtbahn habe er zwar bei der Planung im Hinterkopf haben, die Arbeiten hätten aber auch ohne Stadtbahn gemacht werden müssen. Denn für die alte Technik gebe es kaum noch Ersatzteile. Das fängt schon bei den Glühbirnen für die Signale an. Künftig leuchten da LED.

„Nebenher“, sagt Braun, werden in diesem Jahr auch Schienen ausgewechselt, Absenkungen gerichtet. Die Hauptarbeit liegt jedoch auf dem Umbau der Weichen, außerdem werden Signale und Kontakte an Gleisen und Bahnübergängen erneuert und mit den neuen elek tronischen Stellwerken verbunden. Klappt alles reibungslos, soll die Ammertalbahn am Sonntag, 13. September, wieder fahren, einen Tag vor Schulanfang. Vier Wochen lang wird an allen Stellen geschafft, auch mit großem Gerät, so Braun. In den letzten beiden Wochen wird getestet.

Bis einschließlich 12. September aber müssen sich die Fahrgäste, insbesondere die berufstätigen Pendler, mit dem „Schienenersatzverkehr“ (SEV) begnügen. Wie viele Pendler betroffen sind, konnte Braun nicht sagen. Aber er will „die Betroffenheiten minimieren“, deshalb sind die Arbeiten in die Ferienzeit verlegt worden (an normalen Tagen nutzen rund 8500 Fahrgäste die Ammertalbahn). Im vergangenen Jahr habe es „nicht übermäßig viele Beschwerden“ gegeben, so Braun.

Vom glücklichen Ende der Arbeiten an der Ammertalbahn erwartet Braun auch „mehr Fahrplanstabilität“. Die Züge sollen dann pünktlicher einlaufen. Denn die neuen Weichen können schneller befahren werden. Außerdem werden die Fahrgastinformationen verbessert. Sie werden in Echtzeit auf die Tafeln an den Bahnsteigen übertragen. Bislang gibt es Echtzeitinfos nur an einigen Stellen, sie werden an die Haltestellen durch Hochrechnungen ermittelt.

Der Bus braucht fast doppelt so lange

In den Bussen können weder Fahrräder noch schwere motorbetriebene Rollstühle mitgenommen werden. Darauf weist der Regionalverkehr Alb Bodensee (RAB) hin. Und: Weil die Busse für die Strecke länger brauchen, verändern sich ab Donnerstag auch Abfahrtszeiten.

Wer Anschlüsse in Tübingen Richtung Stuttgart, Sigmaringen oder Horb, in Herrenberg Richtung Stuttgart oder Horb braucht, muss entsprechend disponieren. Eine Fahrt mit Bus und Bahn will also gut geplant sein. Während nämlich die Ammertalbahn etwa 24 Minuten von Herrenberg nach Tübingen (HbF) braucht, ist der Bus laut Plan 43 Minuten unterwegs.

Vom Herrenberger Busbahnhof startet der erste Bus nach Tübingen um 5.04 Uhr (Ankunft am Tübinger Omnibusbahnhof um 5.47 Uhr), der zweite um 5.18 Uhr, anschließend alle halbe Stunde. Der letzte Bus geht täglich um 0.18 Uhr, samstags und sonntags um 1.18 Uhr auf Fahrt Richtung Uni-Stadt.

Entgegengesetzt beginnt die erste Busfahrt am Tübinger Omnibusbahnhof (Europaplatz), auf dem Bussteig D frühmorgens um 4.48 Uhr. Im Halbstundentakt startet er dort täglich bis 23.48 Uhr, samstags und sonntags geht noch einer um 0.58 Uhr.

Während der Bus in Tübingen, Pfäffingen, Altingen sowie in Herrenberg vor den jeweiligen Bahnhöfen hält, haben sich die übrigen Haltestellen zum Teil stark vom Bahnhof verschoben. In Tübingen-West etwa müssen die Fahrgäste auf der Rheinlandstraße ein- und aussteigen, 450 Meter vom Westbahnhof entfernt.

Unterjesingen behält zwei Haltepunkte. Sie liegen beide auf der Jesinger Hauptstraße, der eine am Ortsanfang (von Tübingen aus gesehen), der andere bei der Kreissparkasse. Auch in Entringen können die Fahrgäste an zwei Stellen ein- und aussteigen, an den Haltestellen Hauffstraße und Obere Straße.

Knapp 500 Meter vom Bahnhof verlegt wurde die Bushaltestelle in Gültstein. Dort geht’s in den Sommerferien per ÖPNV nur von der Kirche in der Altinger Straße in Richtung Herrenberg oder Tübingen. In Herrenberg hält der Bus am Kreiskrankenhaus (B28) sowie vor dem Bahnhof auf dem Bussteig C.

Info: Die Ammertalbahn pausiert wegen der Arbeiten vom 30. Juli bis zum 12. September. Einen ausführlichen Busfahrplan gibt es auf ammertalbahn.de.

In den Ferien soll neue Leit- und Sicherungstechnik fertig werden
Da wird es einige Wochen lang weniger Staus geben: an den Bahnübergängen, wie hier in der Tübinger Europastraße.Archivbild: Metz

In den Ferien soll neue Leit- und Sicherungstechnik fertig werden
Statt am Bahnhof sollten Fahrgäste in Entringen während der Ferien an den Bushaltestellen Obere Straße und Hauffstraße einsteigen. Auch in Unterjesingen und Tübingen-West wurden die Haltestellen verlegt.

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27.07.2015, 12:00 Uhr

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