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In der Bilanz 16,2 Milliarden Euro zurückgestellt - Bonus-Zahlungen aufgeschoben
Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Im Rauch (oben) die Namen jener Fahrzeuge, die laut Verkehrsministerium das Thermofenster nutzen. Foto: WS-Design - Fotolia.com
VW fährt Rekordverlust ein

In der Bilanz 16,2 Milliarden Euro zurückgestellt - Bonus-Zahlungen aufgeschoben

Der Abgasskandal wird teuer für VW. Für 2015 entsteht ein Rekordverlust. Der Vorstand stellt seinen Anspruch auf Bonuszahlungen zurück. Die Auswirkungen der Krise werden noch lange zu spüren sein.

23.04.2016
  • DPA

Angesichts der Kosten für den Abgasskandal muss VW den größten Verlust der Konzerngeschichte verkraften. 2015 lag das Ergebnis mit minus 1,6 Milliarden Euro massiv in den roten Zahlen. Das teilte Europas größter Autobauer (Wolfsburg) nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. 2014 stand noch ein Gewinn von knapp 11 Milliarden Euro in den Büchern. Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf minus 4,1 Milliarden. Ohne die Kosten für die Abgasaffäre wäre das Ergebnis operativ leicht gestiegen. Der Umsatz stieg um 5,4 Prozent auf gut 213 Milliarden Euro. Der Skandal lässt die Dividende erheblich einbrechen. Der Konzern will für jede seiner stimmrechtslosen Vorzugsaktion nur 0,17 Euro ausschütten. Vor einem Jahr war für 2014 noch der Rekordwert von 4,86 Euro geflossen. Für die stimmberechtigten VW-Stammaktien sollen entsprechend 0,11 Euro fließen (zuvor: 4,80 Euro).

Für die Folgen des Dieselskandals muss der Konzern in seiner Bilanz für 2015 rund 16,2 Milliarden Euro zurückstellen. Dazu kommen 200 Millionen Euro für Umbauten etwa in der Lastwagen-Sparte. Zuletzt hatte es im Jahr 1993 einen Jahresfehlbetrag gegeben, als sich VW ebenfalls in einer Krise befand: 1,94 Milliarden D-Mark, also umgerechnet rund eine Milliarde Euro. Weitere Verluste in den 1980er und 1970er Jahren waren weit geringer. Im Jahr 2014 hatte der Konzern unter dem Strich rund 11 Milliarden Euro verdient.

Volkswagen hatte mit einer illegalen Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Erst am Donnerstag hatte VW Fortschritte in den USA erzielt und sich mit den Behörden auf die Grundzüge einer Lösung geeinigt. Dies umfasst nach Angaben des zuständigen Richters in San Francisco die Option, dass VW einen Großteil der Autos zurückkaufe oder durch Umrüstung in einen erlaubten Zustand versetze.

Entgegen eigener Ansagen will VW die Ermittlungsergebnisse zur Schuldfrage auf unbestimmte Zeit nicht veröffentlichen. Mit einer Veröffentlichung von Zwischenergebnissen "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" wären unvertretbare Risiken für VW verbunden, teilte der Konzern mit. Als Gründe für die Entscheidung nannte VW sowohl mögliche finanzielle Risiken bei den drohenden Strafzahlungen in den USA als auch negative Effekte bei der Ermittlungsarbeit der US-Behörden. Aufsichtsrat und Vorstand gingen davon aus, dass zunächst ein umfassender Vergleich mit dem US-Justizministerium erfolgen müsse.

Der Vorstand des VW-Konzerns stellt seinen Anspruch auf Bonuszahlungen nur in Teilen zurück und muss nun keinen endgültigen Verzicht in Kauf nehmen. Zwar behalte der Konzern etwa 30 Prozent der variablen Vergütung der Vorstände ein. Das Geld werde aber in Aktien umgewandelt und geparkt, erklärte der VW-Aufsichtsrat und niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Nach Ablauf von drei Jahren werde geprüft, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat. Liege der um ein Viertel über dem jüngsten Niveau, werde das Geld ausbezahlt, liege er darüber, gebe es sogar entsprechend mehr Geld zurück. Nur wenn der Kurs darunter liege, bekämen die Vorstände das Geld nicht ausgezahlt.

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23.04.2016, 06:00 Uhr

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