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Kommentar zur US-Anti-Drogen-Politik

In der Falle

Vor fast 47 Jahren identifizierte US-Präsident Richard Nixon die Drogensucht als Staatsfeind Nummer eins.

20.03.2018

Von GUIDO BOHSEM

Er leitete damit die als „Krieg gegen die Drogen“ berühmt gewordene Kampagne ein, die bis zum heutigen Tage anhält und bis zum heutigen Tag keine Erfolge gezeitigt hat. Weltweit sind die Zahl der Abhängigen und die Gewinne der Händler heute so hoch wie nie zuvor, obwohl die USA ungezählte Milliarden Dollar in den Feldzug investiert haben.

Wenn nun US-Präsident Donald Trump die Todesstrafe für Drogendealer fordert, tappt er in die gleiche logische Falle wie es fast alle seine Vorgänger taten. Sie alle sahen den Grund für das Scheitern vor allem darin, dass die Drogenpolitik bislang einfach nicht konsequent oder nicht hart genug angewandt wurde. Sein Besuch beim philippinischen Präsidenten Duterte, der Süchtige und Händler durch Todesschwadronen verfolgen lässt, hat Trump in dieser Auffassung offenbar bestärkt.

Dahinter steckt der ewig gleiche Mechanismus. Trump bewundert die Autokraten dieser Welt – so regieren wie die, das will er auch. Der Wunsch ist undemokratisch und unreif. Und doch darf man nicht übersehen, dass in Trumps Ankündigung auch eine positive Nachricht steckt, die allerdings durch die völlig übertriebene Forderung nach der Todesstrafe untergeht.

Die US-Regierung hat sich offenbar auch dafür entschieden, den Abhängigen und Konsumenten von Drogen zu helfen und sie nicht mehr drakonisch zu bestrafen und in Gefängnisse zu werfen. Das könnte zumindest ein Anfang einer besseren Drogenpolitik sein. Ein kleines bisschen Hoffnung besteht.

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Erstellt:
20. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. März 2018, 06:00 Uhr

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