Dettingen · Feuerwehr

In der Nacht zum Dienstag brannte ein Mehrparteienhaus in Dettingen

Bei einem Brand in Dettingen ist in der Nacht zum Dienstag ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro entstanden

09.07.2024

Von Rebecca Felchle und Marike Schneck

Das Feuer hat die Rückseite des Hauses in Dettingen am stärksten zerstört. Bild: Rebecca Felchle

Das Feuer hat die Rückseite des Hauses in Dettingen am stärksten zerstört. Bild: Rebecca Felchle

Der Notruf ging gegen 1.40 Uhr ein. Eine Anwohnerin alarmierte die Feuerwehr, nachdem sie um 1.30 Uhr das Feuer auf dem Balkon im ersten Stock bemerkte. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen bereits aus dem Dachstuhl. Laut der Beobachterin ragten sie hoch in den Nachthimmel auf. „Als wir von der Feuerwehr ankamen, hatte sich das Feuer schon über alle drei Wohnungen ausgebreitet“, berichtet der Horber Feuerwehrkommandant Sven Weniger. „Glücklicherweise hatten sich alle Bewohner rechtzeitig retten können.“ Wie die Polizei mitteilt, wurde niemand schwer verletzt. Lediglich ein Bewohner zog sich leichte Verletzungen an der Hand zu.

Anwohnerin Ursula Getzreiter sagt, sie habe von ihrer Wohnung auf der anderen Straßenseite vor allem Rauch gesehen, der vom Dach aufstieg. Durch die Sirenen der Rettungsfahrzeuge sei sie aufgewacht und habe den großen Tumult direkt vor ihrem Fenster gesehen. Sie habe aber nicht lange hinsehen können, so Getzreiter. So was sei immer schlimm.

Die Löscharbeiten in der Nacht liefen reibungslos. Die Abteilung Dettingen, die natürlich als erste Mannschaft bei dem brennenden Haus eintraf, erhielt breite Unterstützung: Die Kernstadtwehr war im Einsatz, außerdem rückten die Abteilungen Dießener Tal und Nordstetten an, die Führungsgruppe Horb/Empfingen/Eutingen und der Fachberater Bau und Statik. Zu Spitzenzeiten war die Feuerwehr mit 80 Mann und 15 Fahrzeugen im Einsatz.

Kommandant Weniger ist am Tag nach dem Brand voll des Lobes: „Christian Kuon, der in der Nacht Einsatzleiter vom Dienst war, hat akribisch gearbeitet. Es war alles bestens organisiert.“ Kuon, der die Atemschutzträger zum Löschen ins Gebäude geschickt und parallel einen Löschangriff von außen angeordnet hatte, gelang es, das Feuer rasch unter Kontrolle zu bringen.

Dennoch dauerten die Arbeiten, inklusive der Nachlöscharbeiten, bis in die frühen Morgenstunden an. Weniger: „Die Zusammenarbeit aller Abteilungen hat hervorragend geklappt.“

In Begleitung einer Freundin kehrte eine Bewohnerin am Vormittag zurück, um sich den Schaden bei Tageslicht anzusehen. In der Nacht waren die Bewohner anderweitig untergebracht worden. Das Gebäude ist unbewohnbar. Der beißende Geruch hängt noch immer in der Luft. Vom Rauchmelder kommen schwache vereinzelte Töne.

Der Weg ins Haus bleibt der Frau jedoch versperrt, da die Mitarbeiter der Spurensicherung mit ihrer Arbeit noch nicht fertig sind. „Alles ist kaputt und liegt in Scherben,“ sagt die Geschädigte. Sie sei zum Glück unversehrt − der Schrecken ist ihr im Gespräch mit der NECKAR-CHRONIK dennoch ins Gesicht geschrieben.

Der Blick von der Straße auf die Vorderseite des Hauses verrät nicht das ganze Ausmaß des Schadens. Löcher klaffen im Dachstuhl und Ziegel hängen schief, nur der Hauseingang im Erdgeschoss zur Straße hin sieht von außen relativ unversehrt aus. Am seitlichen Eingang des Untergeschosses (das Haus ist an einen Hang gebaut) ist die Hauswand schwarz verrußt, und ein Teil des Vordaches über der Tür fehlt. Beim Blick in den Hausflur ist die zerstörerische Kraft des Feuers zu erahnen: Scherben, Ruß und Dreck haben die Wohnung verwüstet.

Durch ein Fenster an der Hauswand im Obergeschoss ist die zerstörte Zimmerdecke zu sehen, darüber klafft eines der Löcher im Dach. Am schlimmsten getroffen hat es die Rückseite des Wohnhauses, die von den Nachbargärten zu sehen ist. Auch hier hat das Dach Löcher. Die Holzverkleidung am Balkon hängt verkohlt in der Schräge oder ist vollkommen verbrannt und abgefallen. Die Fenster der rechten Haushälfte sind nur noch schwarze Löcher mit Rußumrandung. „Das Haus sieht katastrophal aus“, sagt auch Kommandant Weniger. „Aber wir müssen dennoch froh sein, dass nicht mehr passiert ist.“ Ein Übergreifen der Flammen auf nebenstehende Gebäude konnte die Feuerwehr trotz Hanglage, dichten Hecken und anderer Risiken erfolgreich verhindern.

Der entstandene Sachschaden lässt sich nach Angaben der Polizei derzeit noch nicht abschließend beziffern, er dürfte sich aber voraussichtlich auf mehrere Hunderttausend Euro belaufen. Die Brandursache ist noch unbekannt, die Polizei ermittelt. In welchem Stock das Feuer ausbrach? Auch dazu können die Beamten derzeit noch keine Aussagen machen.

Neben der Feuerwehr waren Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und des DRK-Ortsverbands vor Ort, unterstützt von zwei Streifenwagenbesatzungen des Polizeireviers Horb.

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Erstellt:
09.07.2024, 09:28 Uhr
Lesedauer: ca. 3min 06sec
zuletzt aktualisiert: 09.07.2024, 09:28 Uhr

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