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In die Männer-WG kehrt Normalität ein
Vor allem morgens stehen die Chancen gut, einen Blick auf die Wilhelma-Löwen zu erhaschen. Foto: Wilhelma/Harald Knitter
Wilhelma

In die Männer-WG kehrt Normalität ein

Die beiden Junglöwen Kajal und Shapur haben sich in ihrer neuen Heimat eingelebt.

05.04.2017
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Nach neun Jahren gibt es in der Stuttgarter Wilhelma wieder Löwen – doch wer dieser Tage einen Blick auf die Könige der Tiere werfen wollte, der wurde nicht selten enttäuscht. Kajal und Shapur, die beiden neuen Attraktionen, sind noch etwas zurückhaltend und zeigen sich recht selten. Am 15. März haben die zweieinhalbjährigen Gebrüder Leu ihre alte Heimat, den Zoo im elsässischen Mülhausen, verlassen und sind nach Stuttgart gezogen. Die beiden Schwestern aus dem gleichen Wurf sowie das Muttertier sind in Frankreich geblieben. Auch wenn die asiatischen Ankömmlinge noch viel Zeit im Haus verbringen, ist Thomas Kölpin, der Zoodirektor, grundsätzlich zufrieden. „Sie machen sich sehr gut und werden immer routinierter.“

Die neue Stars des Tierparks müssen sich erst an die Blicke der Menschen, an die Geräusche und das Terrain gewöhnen. Daher wurde das Raubtierhaus in dem Bereich auch zunächst für Besucher gesperrt, damit die Löwen sich zurückziehen können, wenn ihnen der Zirkus im Zoo zu viel wird. Doch von Tag zu Tag werden die Männchen mutiger, vor allem morgens sei die Chance groß, sie zu Gesicht zu bekommen. Für die Experten sind bereits charakterliche Unterschiede erkennbar. „Kajal ist ein sehr ruhiger, aber dominanter Charakter. Er gibt den Ton an und frisst zuerst. Shapur ist ängstlicher, nervöser und sucht Schutz bei ihm“, erklärt Thomas Kölpin.

Auf Damenbesuch muss die Männer-WG aber noch eine Weile warten. Grundsätzlich möchte sich das Wilhelma-Team am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm beteiligten, dafür müsste der Stuttgarter Zoo jedoch eine zweite Außenanlage haben. „Bevor unser Raubtierhaus aus den 70ern nicht umgebaut ist, können wir keine Weibchen aufnehmen“, sagt der Zoochef. Die Haltung der beiden Kerle sei aber nicht artfremd, betont er. „In der Natur ziehen gerade Brüder noch lange gemeinsam umher, bis sie ein Weibchenrudel erobern.“ Was jetzt schon feststeht: Kajal und Shapur werden ihr Leben lang – Löwen werden etwa 20 Jahre alt – zusammen bleiben.

Auch sonst tut sich viel in der Wilhelma. Auf dem Bauernhof beginnt die Ostersaison. Die Zwergziegen und Kamerunschafe beispielsweise bekommen Nachwuchs. Abschied nehmen müssen die Besucher indes bald von Mike, dem letzten Flusspferd. Dessen Gefährtin Rosi ist Ende 2016 gestorben. Der Koloss wird laut Kölpin in Bälde abgegeben, damit er sich in einer Nilpferd-Gruppe fortpflanzen kann. Und wie das in Stuttgart so ist: Lang wird Mikes Wohnung nicht frei bleiben. Schabrackentapire sitzen bereits auf gepackten Koffern. Caroline Holowiecki

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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