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Kommentar

In die Verlängerung mit K 8 und Hotel

Im Gegensatz zu den deutschen Kickern, die am Dienstag bei der WM über Brasilien triumphierten, muss der Bauausschuss des Reutlinger Gemeinderats in die Verlängerung: Als der nicht öffentliche Teil vor zwei Tagen mit Rücksicht auf das Halbfinalspiel gegen 21 Uhr beendet wurde, waren weder das umstrittene Bauprojekt K8 in der Katharinenstraße noch das Hotel neben der Stadthalle behandelt worden.

09.07.2014
  • Thomas de Marco

Das wird nun am Donnerstag beim zweiten Termin nachgeholt. Beim K8 präsentiert Jürgen Edelmann vom Stuttgarter Projektentwickler – wie im TAGBLATT berichtet – eine veränderte Konzeption. Die sieht vor, den markanten Kopfbau der betroffenen Häuserzeile stehen zu lassen.

Dass Edelmann nun bei der Stadt vorstellig geworden ist und diese neuen Pläne vorgelegt hat, das darf getrost als großer Erfolg der Bürgerproteste gegen das ursprüngliche Projekt gewertet werden. Was der Geschäftsführer der „Sepa K8 aktiv GmbH“ auch einräumt: Die bisherige Variante wäre für die Verwirklichung des Projekts zu riskant gewesen, sagte er – und nannte dafür auch die öffentlichen Proteste als Grund.

Kaum umstritten ist dagegen das nächste Großprojekt, über das heute im Bauausschuss diskutiert wird: das Hotel bei der Stadthalle, das im zweiten Anlauf realisiert werden soll. Wie berichtet, sieht die neue Konzeption vor, den Betrieb dieses Hauses auf drei Schultern zu verteilen: Für das Hotel interessiert sich die 2011 gegründete Münchner Rilano-Gruppe, die Gastronomie möchte die Feuerbacher Wichtel-Brauerei übernehmen, und das Fitness-Studio Easy Sports mit Sitz in Reutlingen wäre gerne für den Wellnessbereich zuständig. Das Problem bei der ganzen Geschichte: Investor Manfred Steinbach muss dem Gemeinderat garantieren, dass er das Projekt auch finanzieren kann.

Dass dies gelingt, darauf hofft auch Stadthallen-Chefin Petra Roser inständig. Denn als sie gestern die Klimaneutralität ihres Hauses pries und auf die steigende Zahl von Kongressen in der Stadthalle verwies, musste sie einen Wermutstropfen schlucken: „Wir brauchen dringend das Hotel, um noch mehr große Veranstaltungen nach Reutlingen holen zu können!“

Diese Bitte aus dem Mund der Stadthallen-Chefin ist nun nichts Neues, aber Roser kann ihren Wunsch auch mit Zahlen untermauern: Bei Kongressen könnten bis zu 900 Personen in die Stadthalle kommen. Mit der Reutlinger Hotellerie arbeite die Betreiber-GmbH zwar sehr gut zusammen, „aber wir können die Teilnehmer von solchen Kongressen in zwei, mit guter Koordination auch in drei verschiedenen Hotels unterbringen – allerdings nicht auf sieben Häuser verteilen.“

Nicht nur bei Kongressen, auch bei Tourveranstaltungen sieht sie Bedarf: Bei der Musical-Aufführung „Grease“ etwa hätten vor kurzem 70 Personen zwei Nächte in Reutlingen verbracht. „Das sind Zahlen, die durchaus für eine gute Symbiose von Hotel und Halle sprechen“, sagt Roser und hofft, dass bei der heutigen Verlängerung des Bauausschusses ein gutes Ergebnis erzielt wird. Dann könnte der Gemeinderat noch in diesem Monat über das Hotel entscheiden – wie auch über die Zukunft von K8.

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09.07.2014, 12:00 Uhr

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