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Fußballtrainer Dietmar Schneider über sein Comeback in Nehren

„In erster Linie Spaß“

Hätte Dietmar Schneider vor knapp zwei Monaten nicht spontan seine Hilfe zugesagt, wäre Verbandsligist SV Nehren wohl auseinandergefallen. Im TAGBLATT-Interview spricht der Ex-Trainer des SVN über seine neue Rolle beim Absteiger – und das Vorurteil, in Nehren gäbe es viel Geld zu verdienen.

01.06.2012
  • Ibrahim Naber

TAGBLATT: Herr Schneider, warum geben Sie Ihren Trainerposten in Rangendingen nach nur einer Saison schon wieder auf?

Als ich in Rangendingen letzten Sommer relativ spontan angefangen habe, flog dort beinahe alles auseinander. Das Team war von der Landesliga soeben in die Bezirksliga abgestiegen, deshalb war diese Saison erst einmal ein Auffangjahr. Eine ganz schwierige Aufgabe. Aber wir haben den Klassenerhalt geschafft. Trotzdem habe ich in Rangendingen nicht die große Perspektive gesehen.

Als Sie vor einigen Wochen der Hilferuf einiger SVN-Spieler erreichte, sahen auch in Nehren die Perspektiven düster aus. Das Team stand davor, auseinanderzubrechen. Warum haben Sie sich entschlossen zu helfen?

Es sind in gewisser Weise ja immer noch „meine Jungs“ und der SVN ist mein Heimatverein. Zusammen konnten wir über Jahre ein tolles Team formen. Mit einem Auge war ich immer beim SV Nehren, ganz weg war ich nie. Und dass dieses Team zusammenbleibt war und ist mir wichtig.

Mal ganz ehrlich: Wie knapp stand der SV Nehren letztendlich davor, auseinanderzufallen?

Na ja, wir wurden in den letzten Jahren ja schon oft totgesagt. Immer wieder haben manche spekuliert, dass in Nehren bald ganz die Lichter ausgehen. Das ist nichts Neues. Aber es herrschte Anfang April definitiv eine Alarmstimmung im Verein, keine Frage.

Was hat sich seitdem verändert?

Das Problem war, dass Vorstand und Abteilungsleitung nach dem Abgang von Ernst Marcuse und mir unsere Arbeit mit übernehmen mussten und das war auf Dauer, trotz großen Engagements einfach zu viel. Nun gibt es wieder mehr Leute, die sich engagieren.

Lassen Sie uns über ihre neue Rolle sprechen. Es heißt, Sie sind als Teammanager nach Nehren gekommen. Was sind konkret Ihre Aufgaben?

Einen Begriff für meinen Posten gibt es noch nicht. Adolf Keck, Frank Wagner und ich kümmern uns gemeinsam um organisatorische Dinge. Ich bin aber zusammen mit den Trainern überwiegend für die Kaderzusammenstellung verantwortlich.

Gutes Stichwort. Wie soll das Nehrener Team der nächsten Jahre aufgebaut werden?

Wir wollen unseren langjährigen Kern mit jungen, hungrigen Spielern verstärken. Den Fehler früherer Jahre, fertige Spieler mit großen Ansprüchen zu holen, wollen und können wir nicht mehr machen. Die Philosophie der letzten Jahre, junge, talentierte und charakterstarke Spieler an uns zu binden, hat sich gerade bis zum Aufstieg, aber vor allen Dingen auch jetzt in schwierigen Zeiten ausgezahlt. Trotz Abstiegs bleiben nahezu alle!

Ein weitverbreitetes Klischee in der Region ist, dass es beim SV Nehren viel Geld zu verdienen gäbe ...

Das Image, dass in Nehren das Geld sitzen würde, stimmt einfach nicht mehr! Andere Vereine, auch in der Region, zahlen mittlerweile ein Vielfaches mehr. Das war auch ein Grund, warum wir Marlon Ferreira in der Winterpause nicht halten konnten.

SVN-Kapitän Jakob Braun hat vor kurzem behauptet, Nehren sei auch bei einem Abstieg „noch die Nummer eins in der Region“. Dementsprechend müssten Sie den sofortigen Wiederaufstieg anpeilen?

Fakt ist, dass wir jetzt erstmal absteigen. Das ist eine ganz neue Situation. All die Jahre ging es nur bergauf für uns. Deshalb sollen die Jungs in erster Linie wieder Spaß haben.

Da stapeln Sie jetzt aber sehr tief!

Nein, eine Meisterschaft lässt sich nun einfach nicht zu hundert Prozent planen. Wir wollen im oberen Tabellendrittel mitspielen, ob wir aber tatsächlich die Nummer eins sind, wird sich zeigen.

„In erster Linie Spaß“
Dietmar Schneider: „Eine Meisterschaft lässt sich nicht zu 100 Prozent planen“.

Nach Torhüter Jonathan Wutzler (TSV Ofterdingen) und Bezirksliga-Toräger Luigi Felici (TV Derendingen) hat Dietmar Schneider in Mittelfeldspieler Marvin Koesling (SG Empfingen) den dritten Neuzugang verpflichtet. „Für jeden Mannschaftsteil soll noch ein weiterer Spieler kommen. Ich denke, dass wir da nächste Woche schon etwas verkünden können“, sagte Schneider. Zwei Spieler gehen: Mittelfeldspieler Alexander Adis und Innenverteidiger Dennis Baumann (TB Kirchentellinsfurt). Ob Marco di Raimondo bleibt, ist nach Angaben von Schneider noch offen.

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01.06.2012, 12:00 Uhr

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