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In vielen Tübinger Bars und Kneipen, gab es beim Cinelatino Kurzfilm-Highlights umsonst zu sehen
Nachtschwärmer trafen sich im Ribingurumu zum gemeinsamen Kurzfilme-Gucken. Manche schauten sogar hin. Bild: Franke
Filmkunst und ein Pils vom Fass

In vielen Tübinger Bars und Kneipen, gab es beim Cinelatino Kurzfilm-Highlights umsonst zu sehen

Am Freitagabend mit Freunden in der Kneipe treffen, oder lieber gemütlich ins Kino? Am besten beides! Mit dem Lieblingsdrink in der Hand, Augen auf die Leinwand gerichtet, konnten Kneipengänger Kurzfilme aus dem Programm des Cinelatino genießen.

18.04.2016
  • Marc pfitzenmaier

Während vorne auf der Leinwand Filmkunst aus Mexiko flimmert, bekommt Maja ihren Gin Tonic mit Zitrone am Platz serviert. „Das ist schon cool, den Vorteil der Bar zu haben und dann noch Kinoprogramm“, sagt die 22-jährige Studentin und stößt mit ihren Freunden an. Cool finden offensichtlich noch mehr Tübinger das „Open Festival Space“-Programm des Cinelatino, denn fast alle Kneipen, die teilnehmen, sind gut besucht.

Im Café Willi schmücken Retroposter die Wände, kreuz und quer hängen kleine Bilderrahmen, Kerzen stehen vereinzelt auf alten Holztischen. In dieser Wohnzimmeratmosphäre surrt der Beamer und wirft bunte Bilder auf die Leinwand. Davor sitzen gespannt junge Leute und Studenten, von denen viele wegen der Kurzfilme gekommen sind.

„Kino ist mir oft ein bisschen zu teuer, deshalb finde ich das eine gute Möglichkeit“, sagt Robin. Der 20-jährige Auszubildende hat vorher noch nie Filme aus Lateinamerika oder Spanien gesehen. „Find‘ ich aber gut, so lernt man mal was anderes kennen“ meint er. Auch in der Hausbar der Münzgasse 13, besser bekannt als „Blauer Salon“, ist mächtig was los. Da es draußen anfängt zu regnen, wird es zusätzlich eng im Barraum. Viele der jungen Gäste verrenken sich den Hals, um freie Sicht zu bekommen. Die schwüle Luft und die schummrig-rote Beleuchtung passen gut zu den Nachtszenen, die währenddessen über die Leinwand flimmern.

In der Liquid-Bar ist das Publikum nicht ganz so interessiert. Erst als im Abspann eines Kurzfilms laute Heavy-Metal-Musik dröhnt, blicken die meisten Gäste auf. Nicht schlimm, findet Eigentümer Manolis Sawwidis, „Wir sind gerne Teil des Festivals“, sagt er.

Laut Kathrin Frenz soll die kostenlose Kurzfilmschau vor allem junges Publikum für das Festival gewinnen. „Bei der Kulturfülle, bekommen die jungen Leute vielleicht gar nichts mit vom Cinelatino“, sagt die Pressesprecherin.

Dieser Plan geht auf. Auch im Ribingurumu in der Mühlstraße sind fast alle Plätze besetzt. Gerade geht dort der letze Kurzfilm zu Ende. Ein bunter Fluss aus animierten Öl- und Wasserfarben sprudelt auf der Leinwand. Sehr lebendig und ein wenig melancholisch wirken diese Bilder des mexikanischen Künstlers Oscar Heredia. Als der Abspann läuft, blicken viele nachdenklich auf die Leinwand, während andere schon gemeinsam im Gespräch über den Film versinken. „Kino würde sich für sowas auch lohnen“, ist sich später eine Gruppe Studenten einig.

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18.04.2016, 20:01 Uhr

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