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Wallfahrtskirche Weggental

Indische Patres gehen schon wieder

Unterschiedliche Vorstellungen von Orden und Ordinariat führen nach zwei Jahren zum Abbruch dieses Seelsorge-Angebots.

17.01.2019

Von gef

Archivbild: Karl-Heinz Kuball

Fast 100 Jahre waren es Franziskaner, die in der Wallfahrtskirche im Weggental die Seelsorge machten. Der Orden überalterte, es mangelte an geistlichem Nachwuchs. Ordensleute aus der indischen Karmelitenprovinz von Andhra-Pradesh sollten ein Ausweg aus der Krise sein. Zum Advent 2016 traten die Patres Joseph, Rajesh und Ajay ihren Dienst an.

Rajesh Jose George wechselte im Sommer vorigen Jahres als Pfarrvikar in die Gemeinde St. Josef nach Calw, um priesterliche Dienste zu übernehmen. Ein Nachfolger sollte kommen. Statt dessen kam gestern die Pressemitteilung aus dem Bischöflichen Ordinariat (BO): „Die beiden für die Seelsorge im Rottenburger Weggental zuständigen indischen Karmeliten-Patres werden ihren Dienst in der Wallfahrtskirche einstellen. Der Gestellungsvertrag wurde zum Jahreswechsel seitens der Deutschen Provinz der Karmeliten gekündigt. Die seelsorgerische Betreuung durch einen ausländischen Orden war mit dem Weggental bislang einmalig in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.“

Pater Joseph / Archivbilder: Bernhard

Domkapitular Paul Hildebrand, der Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal im BO, sagt: „Wir haben miteinander ein neues Projekt begonnen, sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erwartungen von Bischöflichem Ordinariat und Orden an pastorale Aufgaben und Wallfahrt im Weggental unterschiedlich sind.“ Die divergierenden Vorstellungen hätten sich zugespitzt, als Rajesh Jose George angekündigt hatte, den Orden und damit das Weggental verlassen zu wollen und in der Folge Aufnahme in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in Calw, gefunden habe. Wann Pater Joseph und Pater Ajay das Weggental verlassen werden, stehe noch nicht fest, schreibt das BO.

Pater Ajay / Archivbilder: Bernhard

Als das TAGBLATT im März vorigen Jahres berichtete, dass manche Gottesdienstbesucher mangelnde Deutschkenntnisse der Patres und auch zu große kulturelle Unterschiede bemängelten, hielten andere dem die besonders große Herzlichkeit der Karmeliten entgegen. Anders als die Franziskaner, die als selbstständiger Orden im Weggental lebten und arbeiteten, waren ihre Nachfolger Teil des Pastoralteams. Die Diözese verwaltete nun das Kloster. Kirchliche Mitarbeiter kritisierten, die Patres würden an der kurzen Leine gehalten, könnten ihre Spiritualität nicht ausleben. Zudem sei die bei vielen Rottenburger Katholiken so beliebte Kirche weniger lang geöffnet.

„Das seelsorgerische Angebot in der Weggentalkirche bleibt unabhängig vom Rückzug der beiden indischen Patres bestehen“, betonte Domkapitular Hildebrand. Derzeit finden in der Weggentalkirche mehrere Gottesdienste in der Woche statt. Zudem bestehe die Möglichkeit zur Beichte.

Gespräche mit denkbaren priesterlichen Nachfolgern für eine Übergangszeit liefen. Hildebrand sicherte zu, es werde eine tragfähige und langfristige Lösung für den Wallfahrtsort Weggental erarbeitet. Freilich hatten auch die indischen Patres einen Zehnjahresvertrag.

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Erstellt:
17. Januar 2019, 02:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Januar 2019, 02:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 02:00 Uhr

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