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Der Impfstoff für die Schafe ist bestellt

Infektionsherd der Q-Fieber-Fälle in Dießen weiter unklar

Der Q-Fieber-Ausbruch beschäftigt Dießen weiter. Den Impfstoff für die als Infektionsherd verdächtigen Schafe, hat das Veterinäramt inzwischen in die Wege geleitet.

30.07.2015

Horb.Der genaue Infektionsherd der bakteriellen Infektions-Krankheit ist nach wie vor unklar. Gestern vermeldete der Leiter des Veterinäramtes in Freudenstadt, Dr. Edmund Hensler, weitere Ergebnisse von Untersuchungen: In den Proben der beiden kleineren Schafherden aus Dießen hat das Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt in Karlsruhe festgestellt, dass zwar Antikörper vorhanden sind, es jedoch keine akuten Erkrankungen gibt und sie somit als Auslöser der jüngsten Krankheitsfälle nicht infrage kommen. Auch eine einzelne Ziege, die untersucht wurde, ist nicht befallen.

Für die größere Herde, die sich aktuell weg von Dießen in Richtung Heidehöfe bewegt, besteht nach wie vor der starke Verdacht, als Infektionsherd infrage zu kommen. „Aber es gibt noch kein eindeutiges Ergebnis“, sagt Veterinäramtsleiter Hensler. Bei dieser Herde sind deshalb weitere Blutproben und zudem Genitaltupfer bei Mutterschafen geplant, die kürzlich Lämmer zur Welt gebracht haben.

Gleichzeitig soll bei den Schafen auch die Impfung injiziert werden. Bestellt ist der Impfstoff bereits, allerdings ist er noch nicht geliefert. Hensler geht davon aus, dass die Tiere spätestens Anfang nächster Woche geimpft werden. Wie viele Schafe genau geimpft werden müssen, weiß Hensler nicht. Etwa 250 Mutterschafe sind in der großen Herde, einige davon haben in den vergangenen Monaten Junge bekommen. Die Impfung sollen alle erwachsenen Tiere und alle Lämmer ab drei Monaten erhalten.

Sicherheitshalber soll die Herde zudem eine äußerliche Behandlung mit einem Mittel gegen Zecken bekommen, das sechs bis acht Wochen hält. Der Grund: Der Kot der Auwaldzecke gilt als Überträger der Bakterien. Die Kosten für die Impfung betragen etwa 1,50 Euro. Jedes Schaf muss zwei Mal geimpft werden. Wer die Kosten trägt, ist noch unklar. Infrage kommen das Veterinäramt, die Stadt Horb und der Schafhalter. Die beiden kleineren Herden werden wohl nicht geimpft. Eine der kleineren Herden soll nach Henslers Informationen demnächst sowieso geschlachtet werden, da der Halter die Schafzucht aufgibt.

Das Freudenstädter Gesundheitsamt meldet derweil keine neuen Q-Fieber-Fälle. Gesundheitsamtsleiter Dr. Josef Bendak sieht sich nach dem Besuch des Stuttgarter Landesgesundheitsamtes in Dießen am Dienstagnachmittag (wir berichteten) jedoch bestärkt in der Entscheidung, das fürs Wochenende geplante Dießener Dorffest abzusagen. Wichtig ist ihm auch, nochmals darauf hinzuweisen, dass die Risikogruppen, zu denen Schwangere, Menschen mit Herzproblemen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem zählen, mit einem Arzt Kontakt aufnehmen.

Schwierig ist die Situation momentan auch für das Geburtshaus Horb auf Hohendießen. Leiterin Dorothea Fritz war trotz mehrmaliger Nachfrage nicht zu erreichen. Sekretärin Martina Kreidler sagt: „Wir stehen in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt.“ Schwangere in den ersten drei Monaten kommen zurzeit nicht mehr nach Dießen in die Praxis, da insbesondere bei ihnen eine Fehlgeburt droht, sollten sie sich mit Q-Fieber infizieren. Stattdessen sind die Hebammen entweder vermehrt auf Hausbesuch oder weichen in die Praxis von Axel Hempfling in Sulz aus.

Derweil sind in der vergangenen Woche auch in Rottweil sechs gesicherte Fälle von frischen Q-Fieber-Erkrankungen bekannt geworden.

Die Horber Stadtverwaltung hat eine Infoveranstaltung zum Thema Q-Fieber für kommenden Samstag, 1. August, um 18 Uhr im Dießener Gemeindesaal organisiert. Da sich momentan der Schwerpunkt der Infektion auf den Stadtteil Dießen beschränkt, ist zur Infoveranstaltung die Dießener Bevölkerung eingeladen. Sollte sich der betroffene Bereich ausweiten, werden entsprechende Infoveranstaltungen auch in Dettlingen beziehungsweise Bittelbronn einberufen. Zu der Veranstaltung in Dießen sind Vertreter des Gesundheitsamtes, des Veterinäramtes, des Landwirtschaftsamtes im Freudenstädter Landratsamt und der Stadtverwaltung eingeladen. Fragen der Bürger sollen an diesem Abend beantwortet werden.

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30.07.2015, 12:00 Uhr

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