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Doch keine Zeltstadt

Innenministerium sucht nach Ersatzstandort

Die Zeit ist knapp, und es würde relativ lange dauern, bis die Hersteller winterfeste Zelte liefern können: Auf dem Tübinger Festplatz soll nun vorerst doch keine Zeltstadt für Flüchtlinge entstehen.

11.11.2015

Von ran/sg

Tübingen. Das baden-württembergische Innenministerium und das Tübinger Regierungspräsidium änderten vor wenigen Tagen ihre Pläne. Das bestätigte uns gestern Daniela Hüttig, die Pressesprecherin des RP. In der geplanten Zeltstadt hätten über den Jahreswechsel 500 bis 1000 neu ankommende Flüchtlinge erste Aufnahme finden sollen – jeweils nach Möglichkeit nur für wenige Tage. Es sollte sich nur um ein Aufnahmelager handeln, das verwaltungstechnisch zu einer Landeserstaufnahmestelle gehört.

Neben Schlafzelten sollten auch Küchen-, Sanitär- und Aufenthaltszelte aufgestellt werden, um die nötige Infrastruktur zu schaffen. Der Festplatz schien als Standort geeignet, weil er gut erschlossen ist. Die Stadt Tübingen gab grünes Licht. Der Haken bei der Sache: Bis zum 8. Februar hätte die Zeltstadt wegen der Messe für die Familie fdf wieder abgebaut werden müssen. Wegen der Lieferschwierigkeiten für Zelte mit Winterausstattung – mit Heizung, einer entsprechenden Außenhaut und Standfestigkeit, speziellen Böden – hätte man das Aufnahmelager womöglich erst kurz vor Weihnachten beziehen können. „Wir wären so spät dran gewesen, das wäre nicht wirtschaftlich“, so Daniela Hüttig: „Das Ganze ruht jetzt mal.“ Das Innenministerium suche nun nach Alternativen „südlich von Tübingen“. Was nach der fdf geschieht, sei noch offen: „Die Stadt Tübingen ist nach wie vor bereit, uns zu unterstützen.“

Oberbürgermeister Boris Palmer bestätigte gestern die Nachricht und die Begründung. Der Festplatz komme im Sommer ohnehin nicht infrage. „Darüber besteht Einigkeit mit dem Land.“ Andere Standorte in der Stadt seien aber nicht ausgeschlossen. Palmer sagte: „Wir haben dem Land auch zwei Flächen für eine Dauerbelegung vorgeschlagen, die allerdings bisher keine Infrastruktur aufweisen. Wenn das Land Flächen benötigt, stehen wir auch weiterhin zu unseren Angeboten.“ Insgesamt zeige der Vorgang, wie schwierig es für das Land mittlerweile sei, täglich eine Zeltstadt zu bauen. Der Zugang betrug im Oktober in Baden-Württemberg 1200 pro Tag. „Das ist eine Grenze des kurzfristig Machbaren.“

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Erstellt:
11. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
11. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. November 2015, 12:00 Uhr

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