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Und der Himmel öffnete sich

Innerhalb von Minuten sorgte ein Unwetter gestern für große Schäden in Horb

Das Unwetter, das sich gestern über Horb und seine Teilorte ergoss, war nur von kurzer Dauer. Aber die Schäden waren heftig. Ernten wurden vernichtet, Straßen überflutet. Die Hagelkörner waren groß wie Tischtennisbälle. Die Feuerwehr war mit über 190 Leuten im Einsatz – seit Sturm Lothar 1999 hat es in Horb keinen solchen Einsatz mehr gegeben.

23.07.2015
  • Dagmar Stepper

Horb. Plötzlich verdunkelte sich gestern Nachmittag gegen 15.30 Uhr der Himmel. Schwere Gewitterwolken zogen auf. Es blitzte – und dann kam der Regen. Hagelkörner prasselten herunter. Innerhalb kurzer Zeit waren die Straßen überflutet, von Hagelkörnern übersät. Äste fielen auf den Boden, Bäume stürzten um. Bei der Horber Feuerwehr liefen die Telefone heiß. Privatpersonen waren am Apparat, die der Einsatzzentrale Schäden meldeten.

Um 15.56 Uhr rückte die Feuerwehr zum ersten Einsatz aus. Dann ging es Schlag auf Schlag. Im Feuerwehrmagazin in Horb drängten sich 180 Feuerwehrleute und zwölf Mitglieder des THW. Neben der Kernstadtwehr kamen sie aus fast allen Teilorten. Jan Straub koordinierte die Einsätze. Die einlaufenden Meldungen wurden priorisiert, je nach Schäden in niedrig, mittel und hoch. Die größten Einsätze waren auf dem Horber Hohenberg beim Schulzentrum, in der Kernstadt bei der Gutermann-Grundschule. „Hier stand das Wasser zentimeterhoch“, berichtet Pressesprecher Achim Weinstein. Auch das eigene Feuerwehrmagazin in der Florianstraße war betroffen. Auch hier drang das Wasser ein, ein Teil der Decke kam herunter. Mit Wassersaugen und Tauchpumpen versuchten die Feuerwehrkräfte, überall dem Wasser Herr zu werden. Erschwert wurde die Lage durch verstopfte Abflüsse und Gullydeckel.

Nordstetten, Bildechingen, Mühlen und Rexingen waren weitere Schwerpunkte beim Feuerwehreinsatz. In Nordstetten lag der Hagel zentimeterhoch, die Straßen waren teilweise fast nicht passierbar. Kurzfristig sorgte die Meldung eines freiliegenden Stromkabels auf einer Straße in Nordstetten für einen Großeinsatz. Doch glücklicherweise war es nur ein Telefonkabel. Vollgelaufene Keller gehörten mit zu den häufigsten Meldungen, die in der Zentrale einliefen. „Manche mussten länger warten bis die Feuerwehr zu ihnen kam“, sagte Feuerwehrfrau Nina Laschinger mit einem entschuldigenden Lächeln.

Gestern um 20.30 Uhr zogen Achim Weinstein und Nina Laschinger eine erste Bilanz: Bis zu diesem Zeitpunkt war die Feuerwehr zu 99 Einsätzen ausgerückt, mehrere standen noch auf der Warteliste. „Dabei sind das wahrscheinlich noch nicht alle“, ist Weinstein überzeugt, „denn viele bemerken die Schäden erst nach Feierabend.“ Wie hoch die Kosten sind, konnte er noch nicht beziffern. Glücklicherweise gab es immerhin keine Verletzten. Doch eins konnte Weinstein gestern schon sagen: „So einen Einsatz hatten wir in Horb nicht mehr seit Sturm Lothar im Jahr 1999.“

Innerhalb von Minuten sorgte ein Unwetter gestern für große Schäden in Horb

Innerhalb von Minuten sorgte ein Unwetter gestern für große Schäden in Horb

Großes Glück hatten die 15- bis 16-Jährigen einer 18-köpfigen Schulklasse. Wie die Polizei mitteilte, waren sie mit Kanus in Begleitung von zwei Lehrern auf dem Neckar in Horb unterwegs. Aufgrund des während der Fahrt einsetzenden Unwetters mit Starkregen und Hagel kenterten zwei der Boote. In den Booten saßen insgesamt fünf Jugendliche sowie eine Lehrerin. Die Gruppe konnte sich aus eigenen Stücken ans Ufer retten. Dort wurden sie von einer Streife des Polizeireviers Horb aufgegriffen und zum Bahnhof gebracht, wo sich die Gruppe mit dem Rest der Klasse traf. Die völlig durchnässten und zum Teil unterkühlten Jugendlichen wurden durch die Mitarbeiter eines Einkaufsmarktes mit trockener Kleidung, belegten Broten und warmen Tee bestens versorgt. Vier der Schüler mussten jedoch wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

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23.07.2015, 12:00 Uhr

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