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Arbeitsmarkt

„Integration schneller als erwartet“

Weil es mehr Jobs gibt, finden auch Flüchtlinge im Südwesten eine Anstellung.

24.12.2016
  • DPA

Stuttgart. Die Flüchtlingskrise dürfte sich weniger stark auf die Arbeitslosenzahlen auswirken als angenommen. „Im Moment rechnen wir 2017 mit 1000 Arbeitslosen weniger“, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Christian Rauch. Grund dafür ist die gute wirtschaftliche Lage im Land. Derzeit rechne die Regionaldirektion für 2017 mit 80 000 zusätzlichen Jobs. „Wir verteilen einen größeren Kuchen.“

2016 erwartet die Arbeitsagentur durchschnittlich 226 700 Arbeitslose im Südwesten, 2017 wären es nach der Prognose 225 600. „Wir sind mit der Integration von Flüchtlingen in diesem Jahr schneller vorangekommen als erwartet“, sagte Rauch. „Laut Hochrechnung haben wir derzeit 15 000 Flüchtlinge in Beschäftigung. Das hätte im vergangenen Jahr keiner gedacht.“

2017 kommen demnach weitere 30 000 bis 35 000 Menschen aus Sprach- oder Integrationskursen. Sie können in den Arbeitsmarkt integriert werden. „Ich hätte den Ehrgeiz, eine Vermittlungsquote von 30 Prozent zu schaffen“, sagte Rauch. „Schon in diesem Jahr haben wir 16 bis 17 Prozent geschafft.“

Der größte Teil der Flüchtlinge, so Rauch, werde in der Gastronomie beschäftigt, gefolgt von Produktion, Bau und dem Bereich Lager und Logistik. Das spreche dafür, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen einstellen. „Die großen Konzerne sind kaum auf dem Primärarbeitsmarkt unterwegs, weil sie häufig andere Rekrutierungswege, zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen, nutzen“, erklärte Rauch. Hochrechnungen zufolge haben in diesem Jahr mindestens 15 000 Flüchtlinge im Südwesten einen Job gefunden.

Dabei habe sich der Arbeitsmarkt insgesamt robust gezeigt. „Parallel zu der ganzen Entwicklung ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 5000 zurückgegangen“, so Rauch. „Wir haben also anderen Menschen nichts weggenommen.“

Die Statistik spiegelt allerdings nicht die ganze Lage wider: „Wir haben derzeit etwa 80 000 Flüchtlinge, über deren Aufenthaltsstatus noch nicht entschieden ist“, erklärte der Regionaldirektionschef. „Die finden sich noch nicht in der Arbeitslosenstatistik.“ Das gleiche gelte für Menschen, die im Sprachkurs sind. „Von denen, die Ende 2015 zugereist sind, sind die wenigstens sprachlich fit genug für den Arbeitsmarkt.“ dpa

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24.12.2016, 06:00 Uhr

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