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Misstrauen gegen Syriens Atompläne wächst

Internationale Kontrollbehörde: Damaskus verweigert seit 2008 die Kooperation

Syrien kooperiert seit 2008 nicht mehr mit der Internationalen Atomenergiebehörde. Immer mehr Indizien deuten darauf hin, dass Damaskus mit Hilfe Nordkoreas ein illegales Atomprogramm verfolgt.

08.09.2010
  • MARTIN GEHLEN

Damaskus Yukiya Amano fühlt sich an der Nase herumgeführt. "Seit Juni 2008 hat Syrien nicht mehr kooperiert", klagt der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) entnervt in seinem jüngsten fünfseitigen Bericht, der kommende Woche in Wien zusammen mit dem Iran-Dossier im Kreis des 35-köpfigen Gouverneursrates beraten werden soll. Zwei Jahre lang sei die Kontrollbehörde außerstande gewesen, "irgendwelche Fortschritte bei den ausstehenden Fragen zu machen". Es sei dringend notwendig, dass Damaskus jetzt "ohne jede weitere Verzögerung" mit der IAEO in Verbindung trete. Je mehr Zeit verstreiche, desto mehr Spuren "werden sich verwischen oder ganz verloren gehen".

Denn die Liste der Zweifel wird immer länger, seit israelische Kampfjets im September 2007 nahe der Wüstenstadt Deir ez Zor eine Betonkonstruktion bombardierten, die im Inneren typische Merkmale eines Atomreaktors aufwies sowie ein ausreichend dimensioniertes Kühlsystem mit dem nahen Euphratwasser. Die USA beschuldigten damals Damaskus, mit Hilfe Nordkoreas ein illegales Atomprogramm schaffen zu wollen - Vorwürfe, denen der syrische Präsident Basher al-Assad mit einer hektischen Vertuschungsaktion begegnete. Schon einen Monat später waren sämtliche Trümmer mit Bulldozern in die riesige Baugrube geschoben oder abtransportiert worden. Eilends wurde über dem ganzen Komplex ein neues Gebäude hochgezogen und gegenüber der IAEO eine Mauer des Schweigens errichtet.

Ein einziges Mal durften sich die IAEO-Experten seither umsehen - für drei Tage im Juni 2008. Die meisten Gesprächswünsche mit einheimischen Wissenschaftlern wurden abgelehnt, eine Untersuchung der Trümmer war untersagt. Im weiteren Umkreis allerdings fanden sie Spuren von chemisch behandeltem Uran, für die Damaskus bis heute eine Erklärung schuldig blieb. Die anfängliche Behauptung der Syrer, das Uran stamme aus der von Israel benutzten Munition, wies die IAEO als "wenig wahrscheinlich" zurück. Nach Analyse ihrer Experten stammt die Substanz aus einem nordkoreanischen Gas-Graphit-Reaktor. Anfang 2010 berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo, Nordkorea habe im Sommer 2007 insgesamt 45 Tonnen Uran an Syrien geliefert - eine Information, die die IAEO bisher nicht verifizieren konnte. Feststeht nach Ansicht der Atomwächter aber, dass Syrien "große Mengen" an Bariumsulfat und Graphit erhielt. Diese Substanzen werden dem Betonmantel von Reaktorkernen beigemischt, damit keine Strahlung nach außen dringt.

Dem Weißen Haus jedenfalls scheint nun ebenso wie IAEO-Chef Amano langsam die Geduld auszugehen, obwohl Präsident Obama nach fünfjähriger Unterbrechung mit Robert Ford demnächst einen neuen Botschafter nach Damaskus schicken will. So forderte Washingtons Chef-Diplomat bei der IAEO, Glyn Davies, dieser Tage, Syrien müsse einer "speziellen Inspektion" durch die Atomwächter unterzogen werden - wie 1992 Rumänien und 1993 Nordkorea. Weigert sich ein Land, kann die IAEO den Fall an den UN-Sicherheitsrat weiterleiten und damit möglicherweise Sanktionen auslösen. Seit sich die internationale Gemeinschaft mit dem Atomfall Syriens beschäftige, gebe es "immer mehr Fragen als Antworten", erklärte Davies zur Begründung gegenüber dem "Wall Street Journal". "Irgendwann muss man eine Entscheidung fällen. Und bei Syrien nähern wir uns diesem Punkt."

Der Verlauf der dritten Halbzeit im „Hirsch“

Claus-Peter Lumpp überzeugte als Teamchef in der Erpfinger Küche einmal mehr mit regionalen Tugenden auf hohem spielerischen Niveau.

Nach einem aus Frankreich gesponserten Champagner-Aperitif ließ der der 46-jährige Wannweiler Lumpp als Vorspeise „Tatar, Praline und Sülze vom Albbüffel“ auflaufen. Danach spielte ein „Saibling auf Albdinkelrisotto mit Traubenkernöl“.

Ins zentrale Mittelfeld stellte der Drei-Sterne-Koch eine „Gefüllte Schulter vom Alblamm mit Wiesenkräutern“. Und für die Nachspielzeit übergab Lumpp die Verantwortung an seinen Spezialisten für späte Erfolge.

„Bareiss“-Chefpatissier Stefan Leitner setzte im Erpfinger „Hirsch“ auf einen „Hefezopfstrudel auf Zwetschgenragout mit Albkräutereis“.

Internationale Kontrollbehörde: Damaskus verweigert seit 2008 die Kooperation
An dieser Stelle in Syrien soll einmal eine illegale Atomanlage gewesen sein, vermuten Experten. Syrien dementiert das. Archivfoto/AP Photo/DigitalGlobe

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08.09.2010, 12:00 Uhr

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