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Syrien-Krieg

Internationaler Appell für Waffenstillstand

Deutschland und weitere westliche Staaten fordern eine sofortige Waffenruhe in Aleppo.

08.12.2016
  • DPA

Aleppo. Nach wochenlangen erbitterten Gefechten haben syrische Regierungstruppen die gesamte Altstadt Aleppos erobert. Im Ostteil der Stadt verloren die Rebellen damit seit Mitte November rund 80 Prozent ihres bisherigen Gebiets. In einer ungewöhnlich scharf formulierten Erklärung forderten die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada am Mittwoch einen sofortigen Waffenstillstand für die Region, damit die Vereinten Nationen humanitäre Hilfe leisten können.

Die jüngsten Gefechte und Luftangriffe haben eine Massenflucht aus Ost-Aleppo ausgelöst. Wie Menschenrechtsbeobachter erklärten, seien seit Mitte November rund 80 000 geflohen. Und weil Ost-Aleppo seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten ist, herrscht dort akuter Mangel an Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. Deshalb forderte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen vor dem Wintereinbruch offenen Zugang für Hilfsleistungen und unbedingten Schutz der Kinder im Bürgerkrieg. Fast sechs Millionen Kinder in Syrien seien auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Auch die sechs westlichen Regierungschefs beklagen eine „humanitäre Katastrophe“. Mehr als 200 000 Zivilisten seien im Ostteil Aleppos von jeglicher Versorgung abgeschnitten. „Sie sind täglichen Bombenangriffen und Artilleriebeschuss durch das syrische Regime ausgesetzt.“

Dabei würden nicht einmal Krankenhäuser und Schulen verschont, sondern anscheinend sogar als Ziele ausgewählt. „Wir verurteilen das Vorgehen des syrischen Regimes und seiner ausländischen Unterstützer und verurteilen auf das schärfste die Angriffe auf zivile und medizinische Einrichtungen sowie den Einsatz von Fassbomben und chemischen Waffen“, erklärten die Regierungschefs. Die Staaten fordern die Vereinten Nationen in ihrer Erklärung zudem dazu auf, eine Bestrafung von Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in Syrien durchzusetzen.

Scharf rügten die sechs Regierungen überdies die Führung in Moskau. „Russland blockiert derzeit den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der deswegen nicht handlungsfähig ist und die Gewalttaten nicht verhindern kann.“ dpa

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08.12.2016, 06:00 Uhr

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