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Vision von „Tübingen 3“

Internationales Symposium zu christlicher Gesundheitsarbeit am Difäm

Vor 50 Jahren wurden bei einer Tagung am „Deutschen Institut für ärztliche Mission“ (Difäm) in Tübingen wegweisende Impulse für die Zukunft der (christlichen) Gesundheitsarbeit gesetzt. Zum Jubiläum jener Tagung wird bei einem Symposium dieses Wochenende Bilanz gezogen.

28.06.2014
  • Jeanne Lutz

Tübingen. Will man das langfristige Ziel der rund 65 teils internatinalen Teilnehmer des zweitägigen Kongresses kurz in Worte fassen, bietet sich Difäms Slogan an: „Gesundheit in der Einen Welt.“ Dieses Ziel besteht schon lange. 1964 trafen sich in Tübingen knapp 20 europäische und amerikanische Ärzte und Theologen zu einer Tagung und diskutierten über zeitgemäße christliche Gesundheitsarbeit. Es entstand die „Tübinger Erklärung“, auch „Tübingen 1“ genannt. Drei Jahre später wurde mit „Tübingen 2“ schließlich aus den Ideen eine Agenda geschaffen, die zur Gründung der „christlichen Gesundheitskommission“ führte, die es schaffte, die Ideen unter dem Namen „Primary Health Care Concept“ 1978 in die Handlungsempfehlungen für die Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufzunehmen. Die in „Tübingen 1“ und „Tübingen 2“ erarbeitenden Handlungsanweisungen entfernten sich von der bis dahin vorherrschenden Idee, „die westliche Medizin“ ausschließlich in Form von Krankenhäusern von außen in wirtschaftlich arme Länder dieser Welt hineinzutragen. Stattdessen sollte die „Basisgesundheitsarbeit“, basierend auf Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen, direkt in den Gemeinden gestärkt und weiterentwickelt werden.

50 Jahre später stellt sich erneut die Frage nach zeitgemäßer christlicher Gesundheitsarbeit. „Die Kirche hat nach wie vor einen Auftrag in der weltweiten Gesundheitsarbeit“, sagt Difäm-Direktorin Gisela Schneider, selbst Ärztin, bei einem Pressegespräch. In vielen Ländern seien die Gesundheitssysteme sogar von den christlichen Gesundheitszentren abhängig, wie beispielsweise in Malawi, berichtet Yoas Mvula, Koordinator für Gesundheitsdienste in der zentralafrikanischen presbyterianischen Kirche in Malawi. 40 Prozent der dortigen Gesundheitsversorgung seien von christlichen Initiativen getragen. „Nicht wir komplementieren die staatlichen Einrichtungen, sondern andersrum“, so Mvula. Mit der Unterstützung von Vereinen wie Difäm, tragen kostenlose Malaria-Impfungen, der Bau von regensicheren Toiletten und die Schulung der Dorfbewohner in Gesundheitsthemen zu einer sichtlichen Verbesserung der Situation in den Gemeinden bei.

Man habe schon viel erreicht und die Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die Kinder- und Müttersterblichkeit bis 2015 massiv zu reduzieren, weiter fest im Blick. Doch die eigentliche Antworten die beim Symposium gesucht werden, sind die auf die Frage des spezifischen Beitrags speziell christlicher Gesundheitsarbeit. „Was können ausschließlich wir leisten? Was haben wir bisher getan, was können oder sollen wir zukünftig tun?“, fasst Schneider diese zusammen. Für Johnny Oommen, Arzt und Direktor der Gesundheitsabteilung des christlichen Krankenhauses „Bissamcuttack“ in Indien, liegt die Zukunft in der Mischung. „Es kommt auf die Balance an. Wir müssen einen Mittelweg zwischen den Extremen Krankenhaus und Basisgesundheit finden. Das ist die Zukunft.“ Und seine Vision von „Tübingen 3“.

Der diesjährige „Eine-Welt-Tag“ am Sonntag, 29. Juni, an der Tropenklinik steht im Zeichen des vorangegangen Symposium „Christan Responses to Health and Development“. Neben dem traditionellen Festgottesdienst (10 Uhr) und dem Flohmarkt (12 Uhr), haben die Besucher dieses Jahr die Gelegenheit sich vor Ort mit den teilweise internationalen Gästen des Symposiums über deren weltweite Gesundheitsprojekte auszutauschen. Eine Podiumsdiskussion (13.30 Uhr) zum Thema „Zukunft der christlichen Gesundheitsarbeit“ fasst die Ideen der Tagung noch einmal zusammen. Weitere Informationen unter www.difaem.de.

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28.06.2014, 12:00 Uhr

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