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American Football: Der Trainer der Red Knights erklärt das Debakel in Stuttgart

Interview: Ein 0:46 hat auch gute Seiten

Mit vier Siegen starteten die American Footballer der Tübingen Red Knights in die Oberliga, es folgten drei Niederlagen. Ausgerechnet im Derby gegen Stuttgart wurde es jetzt richtig deftig. Doch Trainer Cesare de Pauli erklärt, dass auch in einem 0:46 durchaus Positives stecke.

06.07.2015

Stuttgart. Vor dem Spiel wurde im Stadion an der Festwiese die Hymne der USA intoniert, hinterher ein zehnminütiges Feuerwerk in den Stuttgarter Nachthimmel geschossen – und zwischendurch erlebten die American Footballer der Tübingen Red Knights ein Debakel. Mit 0:46 musste sich der Oberligist den Stuttgarter Silver Arrows geschlagen geben.

TAGBLATT: Herr de Pauli, haben Sie in Ihrer Karriere schon mal so hoch verloren?

Cesare de Pauli: Nicht als Trainer, aber in meinem allerersten Spiel als Aktiver. Damals haben wir gegen Holzgerlingen sogar 0:103 verloren, es muss 1993 oder 1994 gewesen sein.

Was ist am Samstag schief gelaufen, hat die große Kulisse Ihre Spieler gehemmt?

Nein, das war es nicht. Als Trainer darf man das ja vorher nicht sagen, aber eine Niederlage hatten wir erwartet. Uns fehlten einige Spieler, vor allem Quarterback Matthias Gnewuch, der noch zwei Spiele ausfällt. In der Offense haben wir keinen Fuß auf den Boden bekommen. Die Defense stand eigentlich solide, aber wir haben zu wenig den Ball bewegt – dadurch stand die Defense viel zu lange auf dem Platz, und das ist dann tödlich bei den Temperaturen.

Wie gehen Sie jetzt mit dem Team um, wie baut man die Spieler wieder auf?

Das hört sich vielleicht komisch an, aber für unseren Gesamt-Entwicklungsprozess sehe ich den Samstag positiv. Wir waren nach dem Spiel noch zusammen unterwegs mit einem Großteil der Mannschaft, wir waren erst um halb vier Uhr morgens zurück. Für den Zusammenhalt ist sowas gut. Als Aufsteiger ist es schwierig im American Football. Einerseits ist da Euphorie, aber irgendwann kommt der Punkt, wo man merkt, dass es doch nicht so einfach ist. Deshalb ist das jetzt wichtig für uns, dass wir zusammenstehen.

Was ist noch drin in dieser Saison für die Red Knights?

In dieser Liga kann wirklich jeder jeden schlagen, das zeichnet die Oberliga aus, und das macht auch Spaß. Wir haben noch nicht die Substanz, um alle Ausfälle wegzustecken. Aber wir werden einen Plan B entwerfen. Und ich bin guter Dinge, dass wir noch zwei der vier Spiele gewinnen können.

Sie haben vorhin das 0:103 vor gut 20 Jahren erwähnt. Können Sie sich noch erinnern, wie die Red Knights diese Niederlage verarbeitet haben?

Das war ja damals in einem Freundschaftsspiel, und wir waren damals alle Anfänger. Als die Saison dann losging, haben wir gleich den Aufstieg geschafft. Und das nächste Spiel gegen Holzgerlingen haben wir auch gewonnen.

Interview: Hansjörg Lösel

Interview: Ein 0:46 hat auch gute Seiten
Football-Trainer Cesare de Pauli: „Für den Zusammenhalt ist sowas wichtig“.Archivbild: Ulmer

Auch die U 19-Junioren der Red Knights unterlagen am Wochenende: Die Knappen mussten sich bei den Freiburg Sacristans mit 15:16 geschlagen geben. Im letzten Spielzug vergaben die Tübinger mit einem missglückten Fieldgoal-Versuch den Sieg. Das Oberliga-Team der Roten Ritter erwartet am Samstag die Biberach Bears auf dem Holderfeld, die Junioren haben gegen Freiburg Gelegenheit zur Revanche.

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06.07.2015, 12:00 Uhr

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