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„Irgendwann wieder Landesliga“
Das Mittwochs-Interview

„Irgendwann wieder Landesliga“

Empfingens neuer Trainer Oliver Brose erzählt im Interview, warum er die abstiegsgefährdete SG in der Fußball-Bezirksliga übernimmt und wie er den Klub wieder nach oben führen will.

28.12.2016
  • Sascha Eggebrecht

SÜDWEST PRESSE: Herr Brose, was reizt Sie an der Aufgabe SG Empfingen?

Oliver Brose: Es ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ich kenne Daniel Reich schon sehr viele Jahre, habe mit ihm früher auch zusammengespielt. Da ich mit dem SC 08 Tuttlingen auch immer am Empfinger Hallencup teilgenommen habe, ist der Kontakt nie abgebrochen. Als Daniel mich nun um Hilfe bat, habe ich zugesagt. Die Mannschaft gehört nicht dorthin, wo sie derzeit in der Bezirksliga steht, sondern nach oben. Das ist das Ziel, und langfristig ist es mein Ansporn, das Team in die Landesliga zu führen.

Obwohl es eine Herzensangelegenheit ist, mussten Sie gar nicht überlegen, um Ja zum Trainerjob zu sagen?

Doch, ich musste schon überlegen. Aber nur wegen der Fahrerei von Tuttlingen nach Empfingen. Das sind immerhin 60 Kilometer.

Haben Sie Erfahrungen mit Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken?

Ja, ich war mit der SG Empfingen damals selbst in einer ähnlichen Situation nur in der Landesliga. Ich kam im Winter, und die Mannschaft stand auf dem letzten Platz. Wir haben dann den Klassenverbleib noch geschafft und sind in der darauffolgenden Saison Vizemeister geworden. Auch beim SC Tuttlingen gab es schwere Zeiten. Ich weiß also, was zu tun ist.

Werden Sie zu Beginn Ihrer Arbeit auch als Psychologe gefragt sein? Für die meisten Spieler ist es ja eine neue Situation, im Tabellenkeller zu stecken.

Ja, das stimmt. Aber ein Trainer ist immer als Psychologe gefragt. Denn zu 70 Prozent werden die Spiele im Kopf entschieden. Aber, ich werde den Jungs erstmal wieder Selbstvertrauen einhauchen, denn das spielerische Potenzial ist im Team vorhanden, um in der Liga zu bleiben.

Wie wird Ihre Spielphilosophie aussehen?

Bis jetzt hatte ich immer das Glück gehabt, in Teams zu spielen, die oben in der Tabelle standen. Dort spielen die Mannschaften natürlich einen anderen Fußball. Ich werde auch versuchen, offensiv und mit hohem Ballbesitz zu spielen.

Die Mannschaft hat vor allem im Sturm nach dem Weggang von Nico Hellstern und Clayton Zwetsch ein Problem. Wie wollen Sie die Sturmflaute beheben?

Ich bin derzeit an einem Spieler dran, wenn er kommt, dann wäre er eine Verstärkung im Sturm. Nur ist im Moment noch nichts spruchreif, so dass ich auch noch keinen Namen nennen werde. Doch selbst, wenn dieser Spieler nicht kommen würde, können wir auch wieder mehr Tore schießen. Ich werde vielleicht den einen oder anderen Spieler umfunktionieren, zudem können auch Tore nach ruhenden Bällen erzielt werden.

Bemühen Sie sich um weitere Zugänge im Winter?

Sicherlich habe ich noch einige Namen in meinem Block stehen. Aber, es ist schwierig, im Winter neue Spieler zu kriegen, weil sie teilweise gar keine Freigabe vom Verein erhalten.

Nach der Winterpause gibt es für die SG Empfingen nur ein Ziel: nicht abzusteigen. Welche mittelfristigen Ziele haben Sie mit dem Team?

Ich hatte vorhin ja schon gesagt, dass ich mit dem Team irgendwann wieder in der Landesliga spielen möchte. Nun heißt es, erstmal das Team zu stabilisieren, um dann im Sommer an den Stellschrauben zu drehen, damit es weiter nach oben gehen wird. Aber, die Landesliga muss langfristig schon unser Ziel sein.

Haben Sie sich eigentlich schon ein Bild vom Team machen können?

Ja. Ich war beim letzten Heimspiel des Jahres in Empfingen. Dort siegte das Team gegen Huzenbach mit 3:2. Die Mannschaft hat gute Ansätze gezeigt, ist jung und willig. Lediglich das Selbstvertrauen hat gefehlt.

Kommen wir noch kurz auf Sie zu sprechen. Sie haben bis 2014 den Landesligisten SC Tuttlingen trainiert. Danach – bis jetzt – keinen Trainerjob angenommen. Warum?

Das hatte berufliche Gründe. Als ich dieses Problem wieder im Griff hatte, bat mich ein Freund, ihm in der Kreisliga als Spieler zu unterstützen. Dies habe ich dann bis jetzt gemacht.

Wie würden Sie sich selbst als Trainer charakterisieren?

Ich bin ein offener Trainer, der direkt ist und alles immer anspricht. Ich würde auch sagen, dass ich sehr umgänglich bin und beim Fußball verfolge ich eine klare Spielphilosophie. Bild: Ulmer

Interview: Sascha Eggebrecht

Zur Person

Oliver Brose ist 41 Jahre alt. Im Jahr 2008 wechselte er von der SG Empfingen zum SC 08 Tuttlingen. Dort war er als Spieler, Spielertrainer und dann auch noch als Trainer bis 2014 tätig. Vor seiner Zeit kickte er auch noch in Donaueschingen und in der Oberliga bei 08 Villingen.

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28.12.2016, 01:00 Uhr

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