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Irina Palm

Marianne Faithfull rutscht aus Enkelliebe ins Rotlicht-Milieu. Reizende Melo-Komödie.

Marianne Faithfull rutscht aus Enkelliebe ins Rotlicht-Milieu. Reizende Melo-Komödie.

IRINA PALM
Belgien

Regie: Sam Garbarski
Mit: Marianne Faithfull, Micki Manojlovic, Jenny Agutter, Kevin Bishop

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
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Noch proben im Kino Museum die „Herbstzeitlosen“ den Altenaufstand, da geht im Kinosaal nebenan schon die nächste Seniorin, der man solches kaum zugetraut hätte, in die Offensive. Marianne Faithfull spielt Maggie, eine verhuschte Hausfrau aus der englischen Provinz, deren lebensabendliche Sorge einzig ihrem kleinen Enkel gilt. Den kranken Buben kann nur eine das Budget der Familie übersteigende Operation vor dem Tod retten.

Auf der Suche nach Geldquellen landet Maggie in einem Londoner Sexschuppen, wo sie ein unverhofftes Talent bei der manuellen Pflege bestimmter Männerkörperteile entwickelt und sich unter dem Pseudonym Irina Palm einen Ruf als „Londons beste rechte Hand“ erwirbt.

as klingt nach einer unschönen Mischung aus Sozialkitsch und O-là-là-Effekten, und tatsächlich ist das mit vielen stereotypen Wendungen bestückte Drehbuch nicht die Stärke des Films. Als Trumpf entpuppt sich vielmehr Marianne Faithfull, Stilikone der Sixties und darüber hinaus, die sich zunächst perfekt in ein klobiges Hausmütterchen verwandelt und dann wie in Trance eine Reise in die Finsternis antritt, auf der plötzlich viele Lichtlein ihr bislang spießig-tristes Leben erhellen – speziell in der sich anbahnenden Amour fou zu einem sanften Zuhälter (Miki Manojlovic, bekannt aus Kusturica-Filmen). Wenn sie sich in Kittelschürze und mit Tupperschüssel in Reichweite hinter ihrem „Gloryhole“ stoisch an die Arbeit macht, wird selbst dieser an sich platte Gag zum komödiantischen Kleinod.

Der belgische Regisseur Sam Garbarski, der vor drei Jahren bei den Französischen Filmtagen seinen Debütfilm „Tango der Rashevskis“ vorgestellt hat, grundiert diesen zu Herzen gehenden Trip mit einer zartbitteren, leicht irrealen Stimmung, die Elemente aus Emanzipationsmärchen, Unterschichtsdrama und Schelmenkomödie souverän verwebt. Da verzeiht man gern die etwas abgewichsten Kalauer.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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21.07.2007

12:00 Uhr

sturmfeder schrieb:

absolut platte Geschichte!



25.06.2007

12:00 Uhr

valska schrieb:

Teilweise langatmiger Erzählstil, reduziertes Schauspiel von M. Faithful erzeugt Unverständnis



06.06.2007

12:00 Uhr

error 404 schrieb:

witzig!



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