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Gewinner mit Heldenstatus

Irland feiert überschwänglich die Qualifikation für die Euro 2016

Irlands Fußball-Nationalmannschaft hat ihr Playoff-Trauma besiegt und sich für die EM qualifiziert. Ein grimmiger Co-Trainer hat großen Anteil daran.

18.11.2015
  • SID

Dublin Spätestens als Zeugwart Dick Redmond im Superman-Kostüm die Kabine stürmte, erreichte die Party der irischen Fußball-Helden ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit Champagnerduschen, traditionellem irischem Liedgut und der unmissverständlichen Botschaft "Frankreich wir kommen" auf den Sieger-Shirts feierten die "Boys in Green" nach dem 2:0 (1:0) im Playoff-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina die Qualifikation für die EM 2016. "Auf dem Platz stand heute eine ganze Mannschaft aus Helden", sagte Torjäger Jonathan Walters, der mit seinen beiden Treffern (24., Handelfmeter/70.) selbst der gefeierte Matchwinner war.

Die Boulevardzeitung Irish Sun erklärte den Doppeltorschützen am Tag danach prompt zum "Nationalheiligtum" und auf seiner Wikipedia-Seite war zumindest vorübergehend sogar zu lesen: "Jonathan Walters ist ein irischer Fußball-Profi und ein Gott unter Menschen." Der Triumph gegen die insgesamt zu harmlosen Bosnier um die Bundesliga-Profis Vedad Ibisevic, Emir Spahic und Sead Kolasinac war für die Iren zudem auch ein Sieg über das eigene Trauma.

Schon siebenmal musste die "Green Army" vor großen Turnieren in die Relegation, nur zweimal hatte sie dabei das bessere Ende für sich. Unvergessen ist vor allem das bittere Aus im Playoff-Duell mit Frankreich vor der WM 2010, als William Gallas Irland um den verdienten Lohn brachte. Dem Treffer war ein Handspiel von Thierry Henry vorausgegangen.

Diesmal hatte Irland das Glück auf seiner Seite. Vor allem beim ziemlich schmeichelhaften Handelfmeter, den Walters zum Führungstreffer nutzte. "Natürlich war die Entscheidung etwas glücklich, aber das haben wir uns verdient", sagte Abwehrspieler John O'Shea.

Selbst Irlands Co-Trainer Roy Keane, sonst eher als grimmiger Zeitgenosse bekannt, wich das Grinsen nach dem Triumph von Dublin kaum mehr aus dem Gesicht. Der früher als Mittelfeldabräumer und Raubein gefürchtete Assistenz-Coach gilt als wichtiger Faktor für den Erfolg der irischen Mannschaft. "Roy dazuzuholen, war die beste Entscheidung, die ich getroffen habe", sagte Nationaltrainer Martin O'Neill nach dem Spiel. Für Keane schließt sich mit der erfolgreichen Qualifikation ein Kreis. 2001 hatte er die irische Nationalmannschaft als Kapitän zum Sieg in den Playoffs gegen den Iran geführt.

Irland feiert überschwänglich die Qualifikation für die Euro 2016
Erzielte im Heimspiel in Dublin beide Tore: Jonathan Walters. Foto: Imago

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18.11.2015, 12:00 Uhr

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