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Irrational Man

Irrational Man

Ein Professor in der Midlife-Krise heckt im neuen Film von Woody Allen aus Langeweile den perfekten Mord aus.

Jetzt im Kino: Ein Prof auf mörderischen Abwegen - "Irrational Man"

Irrational Man

01:53 min

USA 205

Regie: Woody Allen
Mit: Joaquin Phoenix, Emma Stone, Jamie Blackley

95 Min.

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09.11.2015
  • Dieter Oßwald

Alle Jahre wieder ein neuer Woody Allen. In seinem 46. Werk bleibt der fleißige Neurosen-Züchter seinen Lieblingsthemen treu und präsentiert eine tragikomische Lovestory mit Starbesetzung. Joaquin Phoenix gibt mit verblüffend fetter Wampe den berühmten Philosophie-Professor Abe Lucas, der an eine neue Uni kommt. Seinen Kant genießt der chronisch frustrierte Intellektuelle gern mit regelmäßigen Schlückchen aus dem Flachmann. „Philosophie ist Masturbation“ lässt er seine Studenten gleich zum Auftakt wissen.

Trotz Bierbauch hat der Zyniker einen Schlag bei den Frauen.

Während eine verheiratete Kollegin (Parker Posey) mit Whiskey und Dope zur Affären-Attacke bläst, versucht die hübsche Studentin Jull (Emma Stone) mit klugen Sprüchen ihr Flirt-Glück. Die Erregung von Abe bleibt indes bescheiden. „Ich konnte mich nicht an den Sinn des Lebens erinnern, und als er mir wieder einfiel, fand ich ihn nicht überzeugend“, bringt er seine depressive Dauerkrise auf den Punkt. Die Lebensgeister des Philosophen erwachen erst, als er zufällig Zeuge eines Gesprächs wird, in dem eine verzweifelte Mutter über einen ungerechten Richter klagt, der demnächst ihre Existenz zerstören wird. Endlich einmal etwas Sinnvolles tun, denkt sich Abe – und plant den perfekten Mord am fiesen Juristen.

Wie ein Marionettenspieler führt Allen seine Figuren durch die raffiniert verschachtelte Handlung. Er lässt sie genüsslich zappeln, legt sie famos flach oder stürzt sie gnadenlos in den Abgrund. Die gewohnt gut gedrechselten Dialoge werden diesmal mit Zitaten von Kant und Kierkegaard aufpoliert, ohne verquast zu wirken. Abes widerwillige Flirts mit Parker Posey sind so amüsant wie die leidenschaftliche Umsetzung des Mordplans. Exquisite Akteure, warme Bilder und ein beschwingter Jazz-Soundtrack – bei Allen fast überflüssig zu erwähnen. Klar, dass sich der Altmeister mit seinen 80 Jahren nicht mehr neu erfindet – aber das hat er ja noch nie getan.

Nichts Neues bei Woody Allen. Das ist auch diesmal ein guter Grund, ins Kino zu gehen.

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09.11.2015, 15:40 Uhr

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