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Handball

Ist Prokop das Baur-Opfer?

Bob Hanning stößt beim Bundestrainer-Casting auf harsche Kritik.

02.12.2016
  • sid

Hamburg. Das Casting ist beendet, der Poker beginnt: Nach dem öffentlichen Bekenntnis seiner Wunschkandidaten Christian Prokop und Markus Baur steigt der Deutsche Handballbund (DHB) in die Verhandlungen mit den Klubs ein. Doch während der Verband das Ja seiner beiden Top-Anwärter auf die Nachfolge des scheidenden Dagur Sigurdsson durchaus als kleinen Coup feiern darf, stößt das Vorgehen von DHB-Vize Bob Hanning bei der Bundestrainer-Suche auf scharfe Kritik. „Man versteht nicht, dass der DHB das Casting um den zukünftigen Bundestrainer so öffentlich macht“, sagte der frühere Welthandballer Daniel Stephan und warf dem Verband schlechtes Benehmen vor: „Es ist kein guter Stil, Leipzig so in Aufruhr und so unter Druck zu setzen.“ Nach tagelangen Spekulationen hatte Prokop, der beim SC DHfK Leipzig noch einen Vertrag bis 2021 besitzt, sein Interesse am wichtigsten Posten im deutschen Handball am späten Mittwochabend publik gemacht (wir berichteten). „Wenn die Verhandlungen trotzdem scheitern, dann hat Leipzig ganz viele Wochen oder sogar Monate nur Theater und Unruhe gehabt, nur weil der DHB ein öffentliches Casting veranstaltet“, sagte Stephan.

Der langjährige Nationalspieler monierte, dass man sich beim Verband „mit Äußerungen in der Öffentlichkeit etwas zurückhalten“ sollte, „denn auch wenn man keine Einigung mit Leipzig erzielt, dann ist der kommende Bundestrainer anscheinend nicht erste Wahl“, sagte Stephan. Neben Prokop ist Baur, Trainer des TVB Stuttgart und Weltmeister von 2007, einzig verbliebener Kandidat auf die Sigurdsson-Nachfolge. Die dänische Trainer-Ikone Ulrik Wilbek hatte dem DHB zuvor abgesagt.

Stephan hält Prokop allerdings nicht für die Optimallösung. „Er hat hervorragende Arbeit in Leipzig geleistet – Hut ab dafür“, sagte Stephan: „Aber er hat als Spieler und Trainer keinerlei internationale Erfahrungen gesammelt, deswegen geht der DHB ein ziemliches Risiko ein, wenn er Prokop verpflichtet.“ Baur habe hingegen „den Vorteil, dass er internationale Erfahrungen als Spieler und als Trainer gemacht hat“, sagte Stephan.

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02.12.2016, 06:00 Uhr

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