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Ixcanul - Träume am Fuß des Vulkans

Ixcanul - Träume am Fuß des Vulkans

In dem Drama aus Guatemala träumt eine junge Frau aus einer indigenen Kaffeepflücker-Familie von einem besseren Leben.

Ixcanul

Guatemala 2015

Regie: Jayro Bustamante
Mit: María Mercedes Coroy, María Telón, Manuel Antún

93 Min. - ab 6 Jahren

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01.03.2016
  • Dorothee Hermann

Ein Mädchen wird von ihrer Mutter festlich geschmückt, und schaut ungefähr so begeistert wie ein Pferd, dem jemand die Mähne aufputzen möchte. Schon die drastische nächste Einstellung definiert die Situation des Mädchens und ihrer Familie: wie Vieh.

Die 17-jährige Maria (schier berstend vor mühsam zurückgehaltener Energie: María Mercedes Coroy) lebt mit ihren Eltern an den Hängen des guatemaltekischen Vulkans Ixcanul, in der Nähe der Kaffeeplantage, in der sie alle arbeiten. In der kargen Gegend hat sich die Familie einfach, aber wohlgeordnet eingerichtet: mit dem Holzstapel vor dem Haus ein paar Hühnern und Schweinen. Dieses anheimelnde, vor allem durch Mutter Juana (María Telón) aufrechterhaltene Gefüge wird empfindlich erschüttert.

Die Tochter ist eine Schönheit, die der Vorarbeiter Ignacio unbedingt heiraten will. Maria ihrerseits hat ihre eigenen Sehnsüchte: Viel verlockender als die arrangierte Ehe erscheint ihr die Flucht in die USA - mit dem Kaffeepflücker Pepe, einem Habenichts und Alkoholiker. So stark das Mädchen ist, so naiv ist sie auch. Und die Möglichkeit, sich auszuprobieren, gibt es für sie nicht. Das Debüt des guamaltekischen Regisseurs Jayro Bustamente wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem auf der diesjährigen Berlinale. Dazu dürfte auch die großartige Kamera von Luis Armando Arteaga beigetragen haben. Ihm gelingt es auf subtile Weise, die Figuren in den großartigen Panorama-Aufnahmen zugehörig oder wie Fremdkörper erscheinen zu lassen - auch wenn sie gerade nicht sprechen oder sich durch eine ländliche Arbeit definieren. Nur gegen Ende überbietet sich der Film ein bisschen mit dramatischen Wendungen.

Bitteres Coming-of-Age bei einer Kaqchikel-Familie in Guatemala.

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01.03.2016, 11:11 Uhr

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