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Gesetzesnovelle wird noch immer abgelehnt - Koalition soll s richten

Jäger stehen nicht auf Grün

Wie unterschiedlich die Auffassung von Naturschutz sein kann, zeigte sich beim Landesjägertag in Denzlingen. Die meisten Jäger wollten nicht hören, was Grünen-Politiker Reinhold Pix zu sagen hatte.

12.04.2016
  • PETRA WALHEIM

Denzlingen. Landesforstpräsident Max Reger überbrachte beim Landesjägertag in Denzlingen (Kreis Emmendingen) die herzlichsten Grüße von Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Grüne). Die wollten viele Jäger nicht entgegennehmen. Vor allem jene im hinteren Teil des Saales antworteten mit einem laut vernehmbaren Murren. Es ist davon auszugehen, dass die, die murrten, der CDU nahe stehen und inständig darauf hoffen, die CDU werde in den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen durchsetzen, dass die Novellierung des Jagdgesetzes zurückgedreht wird. Darauf hatte CDU-Kandidat Guido Wolf im Falle des Wahlsiegs schließlich Hoffnungen gemacht. In seinem Grußwort in Denzlingen hielt er sich dazu allerdings bedeckt.

Den Änderungen hatten die Jäger in den Verhandlungen zähneknirschend zugestimmt. Doch sie hadern noch immer damit. Da wirkten die Worte, die der Grünen-Politiker Reinhold Pix in seinem Grußwort in den Saal warf, fast wie Sprengstoff. Er sehe bislang keinen Korrekturbedarf, sagte er. Auf keinen Fall werde das neue Jagdgesetz gleich wieder eingestampft. Auf Nachfrage sagte er später, man solle dem Gesetz, das erst vor einem Jahr in Kraft getreten ist, doch erst mal Zeit zum Wirken geben. Die Umsetzung sei ja noch gar nicht ganz vollzogen. Wenn sich nach angemessener Wirkzeit tatsächlich Schwachstellen auftäten, könnten die nachjustiert werden, das sei kein Problem. Doch für viele Jäger ist das neue Gesetz eine einzige Schwachstelle. Sie regten sich hinterher mächtig über Pix auf.

Dieser Landesjägertag in Denzlingen zeigte beispielhaft, wie unterschiedlich die Auffassungen von Naturschutz sein können. In diesem Bereich sind Grüne und CDU so gut wie nicht kompatibel. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann betonte zwar immer wieder, die Jäger seien "anerkannte Naturschützer". Trotzdem stehen die wenigsten den Grünen nahe, die sich ihrerseits als die Naturschützer schlechthin verstehen. Jäger, die meistens auch Landwirte und Förster sind, sind eher im konservativen Lager zu finden.

Sie sehen ihre Aufgabe unter anderem darin, die Populationen von Wildschweinen und Rotwild landwirtschaftsverträglich zu regulieren. Gerade die Wildschweine entwickelten sich immer mehr zur Plage, sagte Friedmann. Deshalb müsse das "völlig unsinnige" Abschussverbot im März und April aufgehoben und den Jägern die Eigenverantwortung zurückgegeben werden.

Wie sehr den Jägern die Natur am Herzen liegt, wollen sie auch mit ihrem Projekt "Schwarzwaldpelz" deutlich machen. Um das vom Aussterben bedrohte Auerwild vor Angriffen von Füchsen zu schützen, werden vermehrt Füchse geschossen. Ihr Fell wird zu Kleidungsstücken verarbeitet.

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12.04.2016, 06:00 Uhr

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