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Panama-Enthüllung: Viele Deutsche sollen Briefkastenfirmen genutzt haben

Jagd auf Geldwäscher

Nach Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Panama haben in mehreren Staaten Untersuchungen begonnen. Offen ist, ob Gesetze verletzt wurden.

05.04.2016
  • DPA

Berlin. Politiker fordern nach Enthüllungen über Geschäfte von Politikern und Sportstars in Steueroasen ein härteres Vorgehen gegen Steuerflucht und Geldwäsche.

Aus den unter anderem von der "Süddeutschen Zeitung" ausgewerteten Dokumenten soll hervorgehen, dass Politiker, Sportler und Prominente ihr Geld in Offshorefirmen geleitet haben. In den "Panama Papers" taucht Rennfahrer Nico Rosberg auf, der für die Mercedes-Silberpfeile in der Formel 1 fährt. Eine Briefkastenfirma ist laut Internetportal tagesschau.de auf den Britischen Jungferninseln Vertragspartner des Mercedes-Rennstalls, Gegenstand seien Rosbergs Dienste als Rennfahrer.

"Wir müssen Briefkastenfirmen und Stiftungen, deren wirtschaftlich Berechtigte anonym bleiben, weltweit verbieten", sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) der "Süddeutschen Zeitung".

Mehrere tausend Deutsche sollen Briefkastenfirmen in Panama genutzt haben. "Als Vermittler traten dabei nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Banken auf", berichtet die Zeitung. Mindestens 28 deutsche Banken sollen laut "SZ" die Dienste der Kanzlei Mossack Fonseca genutzt haben. Insgesamt hätten allein die deutschen Banken bei dem Offshore-Dienstleister mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder diese für Kunden verwaltet.

Nach den Enthüllungen zu Briefkastenfirmen von Politikern und Sportstars in Steueroasen leiteten Behörden in mehreren Staaten Untersuchungen ein, darunter Australien, Israel, Spanien, die Niederlande, Indien und die Schweiz. Panamas Staatschef Juan Carlos Varela sagte volle Kooperation seines Landes bei der Aufklärung zu.

Auch Frankreichs Präsident François Hollande stellte juristische Konsequenzen in Aussicht: "Das ist eine gute Nachricht, denn das wird uns noch Steuereinnahmen von denen bringen, die betrogen haben."

Ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin wehrte sich unterdessen gegen Beschuldigungen und bezeichnete sie als westliche Propaganda. Unklar blieb einen Tag nach der Veröffentlichung, ob die mit einem Datenleck bekanntgewordenen Geschäftstätigkeiten unrechtmäßig sind. Die Deutsche Bank und die Hamburger Privatbank Berenberg betonen die Rechtmäßigkeit der Vorgänge.

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05.04.2016, 06:00 Uhr

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