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Wohnungsknappheit: Überhaupt keine Entspannung in Sicht

Jahreshauptversammlung des Mieterbundes Reutlingen-Tübingen

Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Deutschen Mieterbundes Reutlingen-Tübingen am Freitag standen die Themen Wohnungsknappheit und Altersgerechtes Wohnen.

30.06.2014

Reutlingen/Tübingen. Trotz steigender Fertigstellungszahlen sei auf den Wohnungsmärkten keine Entspannung in Sicht, so Geschäftsführer Thomas Keck.“Der Wohnungsneubau liege weit unter dem Niveau der 90er Jahre. Verglichen mit der damaligen Neubauintensität, als über acht Fertigstellungen pro 1000 Einwohner erreicht wurden, habe der Neubau 2012 gerade mal ein gutes Drittel erreicht. Auch für das Jahr 2014 ist mit einer Steigerung der Neubauleistung zu rechnen.“ Der Wohnungsneubau reiche bisher nicht aus, um dem Wohnungsbedarf gerecht zu werden. Laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung bestehe ein Nachfragepotenzial von 57 000 Wohnungen. „2012 entstand so eine Angebotslücke von 40 Prozent!“

Allein durch die zunehmende Zuwanderung ergab sich im Jahr 2012 ein Bedarf an 27 000 Wohnungen. Besonders drastisch sei der Wohnungsmangel in Ballungszentren und Universitätsstädten. Die rasante Mietpreisentwicklung in solchen Städten sei ein ernst zu nehmendes Alarmsignal, so Keck.

Um die angespannte Situation zu verbessern sei eine dauerhafte Erhöhung der Landesfördermittel dringend notwendig. Zwar habe die grün-rote Landesregierung die Fördermittel erhöht, allerdings sei diese Erhöhung von einem extrem niedrigen Niveau ausgegangen. Mittel aus Programmen, die nicht abgerufen, so Keck, dürften nicht verloren gehen. Aus den Jahren 2012 und 2013 müssten rund 40 Millionen Euro zusätzlich zur Mietwohnraumförderung zur Verfügung stehen, diese könnten den Bau von bis zu 800 zusätzlichen Mietwohnungen fördern.

Da in Baden-Württemberg durch die Förderung des Erwerbs von Belegungsrechten nicht der dringend benötigte zusätzliche Wohnraum entsteht, sollten die Fördermittel besser auf den Wohnungsneubau konzentriert werden. Ein weiteres Thema der Versammlung waren die Klimaziele der Landesregierung. Der deutsche Mieterbund unterstütze diese Ziele zwar, aber die Kosten dürften nicht den Mietern und Eigentümern alleine aufgebürdet werden, er fordert eine Drittelung der Kosten zwischen Vermietern, Mietern und staatlicher Förderung.

Die Wohnungssituation in der Region sei nicht mehr so ausgeglichen wie sie war. Diese angespannte Situation belegte Keck mit Zahlen der GWG: Im ersten Quartal diesen Jahres gab es dort 293 Neubewerber pro Monat, im vergangen Jahr dagegen waren es noch 130. In Tübingen böte sich ein ähnliches Bild, dort käme erschwerend hinzu, dass Familien mit Kindern oft mit studentischen Wohngemeinschaften um denselben Wohnraum konkurrieren müssten.

Zum Thema altersgerechtes Wohnen referierte Wolfgang Althoff vom Netzwerk Wohnberatung Reutlingen. Da in Reutlingen nur 24 Prozent der Wohnungen alters- und behindertengerecht seien, gab er Tipps, wie man die eigene Wohnung Schritt für Schritt altersgerecht umgestalten kann und verwies auf finanzielle Förderungsmöglichkeiten.ST

Info: Informationen zum Mieterbund unter www.mieterbund-rt-tue.de. Kontakt zum Netzwerk Wohnberatung unter Telefon: (07121) 303 2300 oder abteilung.aeltere@reutlingen.de

Jahreshauptversammlung des Mieterbundes Reutlingen-Tübingen
Thomas Keck

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30.06.2014, 12:00 Uhr

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