Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Jahrhundert-Raub in Paraguay
Polizisten inspizieren den Tatort: Der Tresorraum des Geldtransport-Unternehmens ist völlig zerstört worden. Foto: afp
Kriminalität

Jahrhundert-Raub in Paraguay

60 Schwerbewaffnete sprengen sich den Weg zum Tresorraum frei und flüchten mit einer Millionenbeute. Die Spur des Überfalls führt nach Brasilien.

26.04.2017
  • DPA

Mehr als 60 schwerbewaffnete Verbrecher haben bei einem Raubüberfall in Paraguay aus einem Tresor mehrere Millionen Dollar gestohlen. Die Polizei lieferte sich tödliche Schießereien mit den flüchtigen Tätern und sprach anschließend von einem „Jahrhundert-Raub“.

Die Gangster hatten das Lager eines Geldtransport-Unternehmens in Ciudad del Este angegriffen, einer für Schmuggel und kriminelle Geschäfte berüchtigten Stadt an der Grenze zu Brasilien. Ein Sprecher des betroffenen Unternehmens Prosegur wies aber erste Medienberichte zurück, wonach die Beute rund 40 Millionen Dollar betrug.

Die brasilianische Polizei stieß einige Stunden später bei Itaipulandia, 50 Kilometer nördlich von Ciudad del Este, auf eine Gruppe der Bande. Bei einem Schusswechsel wurden drei Verbrecher getötet und weitere vier festgenommen, wie das paraguayische Innenministerium mitteilte. Bei dem Überfall in Ciudad del Este waren bereits ein Polizist getötet und weitere fünf Menschen verletzt worden.

Die Mitglieder der Bande flüchteten vermutlich mit Motorbooten über den Paraná-Fluss nach Brasilien. Sie hatten bei dem Überfall auf das streng gesicherte Depot mehrere Sprengsätze gelegt, um bis zum Tresor vorzudringen. Das Firmen-Gebäude wurde völlig zerstört. Andere Bandenmitglieder griffen mit Sturmgewehren gleichzeitig auch das lokale Polizeipräsidium und das regionale Regierungsgebäude an und setzten mehr als ein Dutzend Fahrzeuge in der Stadt in Brand, um die Sicherheitskräfte von dem Überfall abzulenken und die Verfolgung zu erschweren. Sie verstreuten auf der Flucht zudem tausende „Krähenfüße“ hinter sich. Dabei handelt es sich um Metallkrallen, die Reifenschäden verursachen.

Die Polizei fand wenige Kilometer vom Tatort entfernt fünf verlassene Autos mit brasilianischer Zulassung, in denen sich Waffen und Sprengstoff befanden. Die Ermittlungen weisen auf die berüchtigte brasilianische Verbrecherbande Primeiro Comando da Capital (PCC, Erstes Kommando der Hauptstadt) hin, wie ein Polizeisprecher erklärte. Die hat ihren Sitz in São Paulo und dominiert in vielen Regionen den Drogenhandel. Anfang des Jahres war es in Brasilien zu Gefängnismeutereien mit über hundert Toten gekommen. An ihnen waren PCC-Mitglieder beteiligt.

Paraguays Staatschef Horacio Cartes ordnete den Einsatz des Militärs bei der Verfolgung der Räuber an. Die Behörden hatten Informationen über die Vorbereitung eines großen Überfalls bekommen, ohne jedoch das Ziel und den Zeitpunkt zu kennen, wie Innenminister Lorenzo Lezcano erklärte. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball