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Buch zur Hemmendorfer Ortsgeschichte zum Jubiläum

Jahrhunderte unterm Johanniterkreuz

HEMMENDORF (rum). Rechtzeitig zum Jubiläumsfest am kommenden Wochenende ist es fertig geworden, das Hemmendorfer Ortsgeschichtsbuch. Anfang Juli kam es aus der Druckerei, und seit dieser Woche ist es auf dem Markt. Auf über 300 Seiten werden in dem reich bebilderten Band von insgesamt 18 Autor/innen sämtliche Aspekte des Dorfes aufgeblättert, von der frühesten Besiedlung über die Johanniterkommende und die Flurnamen bis zum modernen Vereinsleben.

11.07.2002

“348 Seiten sind ein Haufen Heu“, sagte der Rottenburger Stadtarchivar und Herausgeber Karlheinz Geppert bei der Buchpräsentation am Sonntag im Hemmendorfer Pfarrge-meindehaus. Aber in 900 Jahren komme eben einiges zusammen. Zudem trage die ganz eigene Geschichte des Dorfes zur Stattlichkeit des Buches bei. Immerhin war Hemmendorf über 500 Jahre lang in der Hand der Johanniter, denen gleich drei Kapitel gewidmet sind. Das Buch ist mit zahlreichen, auch farbigen Bildern und Karten illustriert und ansprechend gestaltet. Sechs Ortsgeschichtsbücher gebe es in den Stadtteilen bereits, sagte Geppert, aber noch nie habe man auf einen so großen Bildfundus aus der Bürgerschaft zurückgreifen können.

Das Buch ist sehr übersichtlich in vier große Kapitel gegliedert. Das erste befasst sich mit den historischen Epochen. Hier ist etwa im Aufsatz der Kulturwissenschaftlerin und Archäologin Dorothee Ade-Rademacher nachzulesen, dass die Gründung des Dorfes wahrscheinlich noch 300 Jahre früher zu veranschlagen ist, als die Jubiläumsfeier nahe legt, dafür spricht die alamannische Namensgebung. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich jedoch erst in der Zwiefalter Chronik aus dem Jahr 1138. Dort ist ein Hug von Hemmendorf erwähnt, der sich wahrscheinlich den ersten Kreuzfahrern anschloss, bei der Rückkehr in Konstanz starb und dem Kloster um das Jahr 1100 herum Land schenkte, wie der Empfinger Historiker Hans Peter Müller schreibt.

Das zweite große Kapitel widmet sich der Natur- und Kulturlandschaft. Hier erläutern etwa Thomas Jauch und Harald Müller-Baur die Hemmendorfer Flurnamen. Im dritten Großkapitel, den Hemmendorfer Aspekten, wird näher auf die Jo-hanniter eingegangen. Karlheinz Geppert erläutert beispielsweise die Geschichte und Gepflogenheiten des Ordens. Er geht dabei auch etwas näher auf das Leben einiger Komture, also Vorsteher, ein.

Willibald Fugger, der der Kommende fast ein halbes Jahrhundert vorstand, bezeichnet der Stadtarchivar als „den vermutlich schillerndsten Komtur von Hemmendorf“. Er war, „da er noch im Mutterleibe verborgen gewesen“ bereits dem Orden geweiht, machte diesem aber bei weitem nicht nur Freude. Dieter Manz hat aus den Archiven einige neue Facetten zur Bau- und Kunstgeschichte der Pfarrkirche zusammen getragen. Nach der Lektüre würden, laut Geppert, selbst Leute, die oft in der Kirche sind, „manche Details mit anderen Augen sehen“.

Im letzten Kapitel schließlich stellen sich die Institutionen und Vereine vor. Ein großer Anhang mit reichlich Zahlen und Namen, etwa der Schultheißen und Ortsvorsteher seit 1472, runden das Buch ab.

Das Jubiläumsbuch ist bei der Ortsverwaltung Hemmendorf oder beim Rottenburger Stadtarchiv erhältlich und kostet 24,90 Euro.

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11.07.2002, 12:00 Uhr

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