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Jan Toorop, ein Suchender in allen Stilen
Jan Toorops Plakat für Delftsche Slaolie, 1895. Foto: Sammlung Gemeentemuseum Den Haag Foto: Sammlung Gemeentemuseum Den Haag
Ausstellung

Jan Toorop, ein Suchender in allen Stilen

Die Münchner Villa Stuck stellt den niederländischen Symbolisten mit 200 Werken vor.

17.11.2016
  • LENA GRUNDHUBER

München. Am Ende haben sie sich eine Pointe erlaubt in der Münchner Villa Stuck: Ausgerechnet in einem Raum mit Franz von Stucks Skandalbild „Die Sünde“ hängen die Kreuzwegstationen des Jan Toorop. Sein Jesus hat die tiefen, traurigen Augen, die einen schon die ganze Zeit verfolgen. Die Gestalten des Malers scheinen von Ernsthaftigkeit und Melancholie durchdrungen, egal, welchen Stil ihr Schöpfer probierte. Dass seine Antwort in der zweiten Lebenshälfte der Katholizismus war, verwundert nicht mehr am Ende der Ausstellung mit 200 Werken, die die Villa Stuck dem Niederländer ausgerichtet hat.

Es ist die erste große Überblicksschau zu Toorop in Deutschland. Daheim gilt der 1858 in Java geborene Sohn eines Kolonialbeamten als einer der bedeutendsten Symbolisten. Toorop selbst war sichtbar fasziniert von James Ensor, James McNeill Whistler oder Vincent van Gogh; dass er später im engen Austausch mit Piet Mondrian stand, sieht man seinen geometrisch komponierten Kreuzwegstationen an.

Davor liegt ein wechselvoller Weg, den man abschreitet als blättere man sich durch ein Stilbuch der Epoche um 1900. Aus dunklen Bauernstuben gelangt man in impressionistischen Sonnenschein, wandelt von pointillistischen Landschaften in die mystischen Szenerien des Jugendstils. Mit am interessantesten ist der kunstgewerbliche Teil der „Salatöl“- Kunst – so nennt man sie in den Niederlanden nach Toorops Plakat für Delfter Slaolie, die Salatölgesellschaft. Mit Bucheinbänden und bemalten Spiegelrahmen greift die Kunst auf den Alltag über und kommt einem näher als in der geisterhaften Religiosität der späten Jahre. 1928 starb der Maler, der so oft die Stile und Wohnorte gewechselt hatte, in Den Haag. Das Ende einer Suche. Lena Grundhuber

Info Bis 29. Januar Di–So 11–18 Uhr, jeden ersten Freitag im Monat 18–22 Uhr.

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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