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Zweitschnellster hügelabwärts

Janik Rebmann aus Bodelshausen ist deutscher Vizemeister im Downhill-Biken

Der 19-jährige Janik Rebmann wurde am Montag im Bodelshäuser Rathaus für seinen rasanten Erfolg im Bergabwärts-Biken geehrt. Bei den deutschen Downhill-Meisterschaften in Albstadt war er im Juli zweiter Sieger geworden.

02.10.2014
  • Susanne Mutschler

Bodelshausen. Das Radfahren lernte Janik Rebmann so früh, dass er sich nur noch dunkel daran erinnern kann, wann er sein erstes eigenes Fahrrad bekam. Als seine Familie vor zehn Jahren nach Bodelshausen zog, wurde er Mitglied im Bodelshäuser Radfahrverein „Wanderlust“. Bei den Mountainbike-Touren mit Trainer Andreas Mozer am Albtrauf entlang entdeckte er den Reiz halsbrecherischer Bergabfahrten und wagte seine ersten Bike-Sprünge im Gelände. „Der war immer schon aufs Schanzen scharf“, erinnert sich Mozer, wie sein Schützling die Anlaufbahnen immer um „noch eine Palette“ erhöhen wollte.

Seit rund drei Jahren ist Rebmann, der in einer Bodelshäuser Firma eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker macht, fast jedes Wochenende zum Training in den Bikeparks der Region unterwegs. Die kurvigen und dachsteilen Strecken in Wildbad, Todtnau oder Tailfingen kennt er von vielen Übungsläufen auswendig, aber er habe auch schon an Rennen in Italien und der Schweiz teilgenommen, erzählt er. Auch beim Welt-Cup in Méribel in Frankreich war Rebmann mit am Start.

Downhill ist ein Sport, bei dem es in Hochgeschwindigkeit abwärts geht. Die Rennmaschinen sind speziell dafür konstruiert. Extra lange Federwege in der vorderen Gabel und unter dem Sattel, ein kraftsparend breiter Lenker und höchstens zehn schwere Gänge zeichnen das Rad aus, das Rebmann benutzt. „Den Berg hinauf kommt man damit kaum“, erklärt Trainer Mozer. Deshalb lassen sich die Downhill-Sportler mit den Schleppliften der Skifahrer zu den Startpositionen bringen.

Die Bike-Parcours sind gespickt mit gefährlichen Spitzkehren, Steilhängen und Steinfeldern. Es gibt so genannte „Anlieger“, die nur in Schräglage zu schaffen sind. Vor jähen Vertiefungen erhöhen die Downhill-Sportler ihr Tempo und nehmen sie im Sprung. Bis zu 13 Meter weit und fünf Meter hoch fliegt Rebmann samt Fahrrad durch die Luft. „Man könnte die Hindernisse auch umfahren“, sagt er, aber „wer Sprünge meidet, verliert Zeit“. Gerade mal 1:55,22 Minuten brauchte er für die 1,5 Kilometer lange kurvige Bahn im Bikepark in Tailfingen, die der Bund deutscher Radfahrer im Juli für die diesjährigen Meisterschaften ausgewählt hatte.

Rund 4000 Zuschauer säumten – ausgenommen an den potenziellen Sturzzonen – die Rennbahn, die sich über 150 Höhenmeter windet. „Die Strecke ist extrem steil“, weiß Bodelshausens Bürgermeister Uwe Ganzenmüller. Er bekomme regelmäßig „feuchte Hände“ vor Anspannung, wenn er beobachte, wie sich die Downhill-Radler vom fünf Meter hohen Startturm über eine 45 Grad-Rampe in die Tiefe der Bahn stürzen.

61 Radler nahmen an der deutschen Meisterschaft teil, darunter der 15-fache deutsche Meister Marcus Klausmann. Der musste sich in Tailfingen mit dem dritten Platz begnügen. „Es war meine Hausstrecke“, kommentiert Vizemeister Rebmann. Das sei einerseits „ein „Heimvorteil“ gewesen, habe aber andererseits seinen persönlichen Druck erhöht.

Ganz ungefährlich ist das Downhill-fahren nicht. Trotz Schutzkleidung, stabilem Motocrosshelm und Sturztraining ging es auch bei Rebmann nicht immer ohne Verletzungen ab. „Das gehört dazu“, sagt der wagemutige 19-Jährige, den das wenig anficht. „Wer gar nicht aus dem Haus geht, stirbt einmal an Herzversagen“, erklärt er. „Ich will mein Leben gelebt haben.“ Ihn fasziniert die sportliche Herausforderung, exakt den richtigen Moment für den Absprung und die optimale Kurvenführung bei maximaler Geschwindigkeit zu finden. „Die perfekte Linie zwischen Abflug und Top Speed“, sagt er. Täglich nach Feierabend trainiert er Kraft und Kondition beim Klettern, Schwimmen oder Laufen. Samstag, Sonntag ist er auf der Piste, immer „downhill“.

Janik Rebmann aus Bodelshausen ist deutscher Vizemeister im Downhill-Biken
„Wer gar nicht aus dem Haus geht, stirbt einmal an Herzversagen“, sagt Downhill-Biker Janik Rebmann: „Ich will mein Leben gelebt haben.“Privatbilder

Janik Rebmann aus Bodelshausen ist deutscher Vizemeister im Downhill-Biken
Janik Rebmann

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02.10.2014, 12:00 Uhr

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