Interview zur Bundestagskandidatur

Saskia Esken: „Jede Aufgabe verändert“

Saskia Esken fühlt sich im Wahlkreis den unterschiedlichsten Menschen verbunden – die sie als SPD-Abgeordnete weiterhin vertreten will.

26.08.2021

Von Annette Maria Rieger

Interview mit der Bundestagskandidatin Saskia Esken (SPD)
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Saskia Esken Jahrgang 1961, ist seit 2013 Bundestagsabgeordnete der SPD und seit Dezember 2019 gemeinsam mit Norbert Walter-Borjans Bundesvorsitzende der SPD. Sie hat das Studium abgebrochen, als Paketzustellerin und Kellnerin gearbeitet und eine Ausbildung zur Informatikerin gemacht. Saskia Esken lebt mit ihrem Mann in Calw, hat drei erwachsene Kinder, und findet Ruhe und Kraft, wenn sie Bach hört. Sie reist grundsätzlich mit der Bahn und fliegt nicht. Im Wahlkreis fühlt sie sich den unterschiedlichsten Menschen verbunden – die sie als SPD-Abgeordnete weiterhin vertreten will.

17:47 min

Für die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken hat ihr eigener Lebenslauf als auch die Politik immer wieder gezeigt: „Nichts bleibt, wie es ist. Das kann man ertragen und erleiden. Oder man nimmt die Dinge selbst in die Hand. Und leiden ist nicht meins.“ Diese Haltung brachte sie im Interview zur bevorstehenden Bundestagswahl im Calwer Hesse-Garten mehrfach zum Ausdruck.

SÜDWEST PRESSE: Im Rennen um dem Parteivorsitz der SPD scheiterte ja seinerzeit der jetzige Kanzlerkandidat Olaf Scholz gegen das Duo Esken/Borjans. Scholz gehört bekanntlich nicht zum linken Flügel der SPD – und jetzt beteuert man in der Partei, man steht ganz geschlossen hinter diesem Kandidaten. Das klingt für manche Wähler doch recht opportunistisch. Zu Recht – oder wie erklären Sie das?

Ich bin der Auffassung, dass die Aufgabe, die Partei zu führen, und die Aufgabe, unser Land zu führen, zwei ganz unterschiedliche Aufgaben sind, für die man auch unterschiedliche Kompetenzen mitbringen muss. Deswegen ist es völlig richtig: Norbert-Walter Borjans und ich, wir sind die richtigen Parteivorsitzenden. Deshalb haben die Mitglieder uns auch gewählt. Und Olaf Scholz ist der richtige Mann, um dieses Land zu führen, als unser Bundeskanzler. Deswegen steht die Partei auch vollständig hinter ihm. Wir haben unser erstes Gespräch nach dem Ergebnis dieser Mitgliederbefragung mit Olaf Scholz geführt, und wir haben gesagt: Wir müssen es gemeinsam machen. Wir wollen nicht auseinanderfallen als Partei wie beispielsweise die CDU nach der Entscheidung zwischen AKK und Merz, die in zwei Teile zerfallen ist. Das wollten wir nicht machen, sondern wir wollten als Ganzes auch nach vorne schreiten, und das ist uns gelungen.

Jetzt haben Sie in Ihrem eigenen politischen Werdegang eine solche Erfolgskarriere hingelegt, sind hier von Calw bis in den Bundesvorsitz vorgestürmt, haben sich hochgearbeitet. Wie mächtig fühlen Sie sich inzwischen?

Ach, das ist keine Kategorie, in der ich mich bewege. Ich versuche, an meine Aufgabe mit Demut heranzugehen – wie an alle anderen Aufgaben, die ich bisher in meinem Leben gemeistert habe. Das waren sehr viele verschiedene Aufgaben, und ich versuche, mit Bodenhaftung die Saskia Esken zu bleiben, die ich mein Leben lang war.

Durch Veränderungen weiter entwickelt

Ist es aber nicht doch so, dass Macht eine Persönlichkeit verändert?

Ich finde, jede Aufgabe verändert den Menschen. Ich habe sehr viele verschiedene Tätigkeiten und Aufgaben mir in meinem Leben schon vorgenommen, mich immer wieder verändert. Das hat auch immer wieder Einfluss auf die Entwicklung, natürlich.

Gibt es manchmal den einen Moment, in dem Sie sich zurücksehnen in Ihre Zeit als Paketbotin, beispielsweise? Eine Zeit, in der Sie noch nicht ganz so viel Verantwortung zu tragen hatte, vielleicht auch noch nicht ganz so viel Kritik ausgesetzt waren?

Ich denke gern an die Zeit und meine Arbeit als Paketbotin zurück, wie an alle anderen Zeiten und Tätigkeiten in meinem Leben. Aber nicht, weil ich mich zurücksehne, sondern weil das alles gute Zeiten waren, die mich geformt haben, die das aus mir gemacht haben, was ich bin. Da stehe ich dahinter und fühle mich damit gut, aber ich sehne mich nicht zurück.

Ihre Wahl zur SPD-Bundesvorsitzenden ist hier im Wahlkreis mit eher verhaltenen Reaktionen aufgenommen worden. Man kann es an verschiedenen Stellen auch immer wieder heraushören, dass der Rückhalt eher dürftig ist. Woran liegt das?

Ich glaube, dass das vorherrschende Element Überraschung war. Nicht nur die Mitglieder und die Menschen hier im Wahlkreis, sondern die Mitglieder und die Menschen in ganz Deutschland waren überrascht von meiner Kandidatur. Denn ich habe mich tatsächlich nicht, wie Sie das vorhin formuliert haben, „hochgearbeitet“, sondern es war ein ziemlicher Sprung, den ich da gemacht habe. Insofern war, glaube ich, die Überraschung das stärkste Moment, und die hat eine ganze Weile vorgeherrscht. Ich fühle mich sehr gut getragen von meinen Mitgliedern hier im Wahlkreis, sowohl als Abgeordnete als auch als Parteivorsitzende.

NIcht jeder hat die Zeit, sich zu engagieren

Welchen Menschen, welchen Gruppen fühlen Sie sich ganz besonders nahe? Vielleicht auch aufgrund Ihrer eigenen Lebenserfahrungen und Lebensstationen hier im Wahlkreis?

Den unterschiedlichsten Menschen! Weil eben meine Stationen auch ganz unterschiedlich waren. Ich habe viele ungelernte Tätigkeiten als Berufstätigkeiten ausgeübt. Ich habe dann Software entwickelt, das ist dann eine gelernte und auch eine gehobene Tätigkeit. Ich war lange Jahre Mutter und nicht berufstätig, war engagiert in der Elternvertretung, habe Bürgerinitiativen gegründet, wenn mich etwas gestört hat. Ich habe als Jugendliche ein Jugendhaus eingerichtet. Das heißt, ich fühle mich Menschen verbunden in allen möglichen, verschiedenen Lebenslagen. Ich freue mich für Menschen, die sich engagieren können. Ich weiß, dass es Lebenslagen gibt, in denen man es nicht kann – wenn man drei kleine Kinder hat. Oder wenn man einen Job hat und noch einen nebenbei. Als Paketbotin habe ich noch nebenher in der Kneipe gearbeitet. Da hat man keine Zeit für Engagement und auch keine Zeit, sich den wirklich wichtigen Fragen des Lebens zu stellen, wenn man mehr als 60 oder 70 Stunden in der Woche arbeitet.

Hat das dazu beigetragen, weshalb Sie Heribert Prantl in der „Süddeutschen Zeitung“, als „grimmig und mit Haltung“ bezeichnet hat? Wann werden Sie besonders grimmig?

Grimmig werde ich immer dann, wenn es ungerecht zugeht im Leben. Diese Grundhaltung habe ich mir bewahrt. Dann will ich dagegen vorgehen. Das ist eine wichtige Grundhaltung, die einen in der Politik auch weiterbringen kann.

Welcher Widerspruch ist bei Ihnen am stärksten ausgeprägt?

Hm. Das ist aber ganz schön schwierig. Ich glaube, dass ich gleichzeitig von meiner Kraft überzeugt bin und jeden Tag an meinem Weg zweifle, mich in Frage stelle, mich wieder nach vorne entwickle. Das sind, glaube ich, zwei Herzen, die da in meiner Brust schlagen. Ich halte das für eine gute Grundhaltung, um weiterzukommen.

Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit so aktuell wie nie zuvor

Viele Wähler haben den Glauben an die SPD verloren. Warum glauben Sie persönlich noch an diese Partei, auf die manche schon das Abschiedslied anstimmen?

Die Sozialdemokratische Partei ist die älteste Partei in Deutschland mit bald 160 Jahren auf dem Buckel, die „alte Tante SPD“. Und unsere Grundwerte sind so aktuell wie nie zuvor: Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit sind wichtige Grundwerte, die unsere Gesellschaft tragen sollen, die mir meine Eltern auch beigebracht haben: Man ist solidarisch mit Menschen, die in Not sind oder denen es schlechter geht. Man stellt aber immer auch die Frage, ob es einen Grund dafür gibt, dass es denen schlechter geht, einen strukturellen Grund. Das ist dann die Frage nach Gerechtigkeit: Veränderung herbeizuführen, damit es besser wird für diese Menschen. Und das alles in Freiheit, dem Menschen auch Souveränität geben, die notwendige Grundlage geben, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das treibt uns weiterhin an, und wenn wir in der Vergangenheit, in den letzten 20, 30 Jahren auch hie und da vom Weg abgekommen sind, dann hat uns das auch Glaubwürdigkeit gekostet. Wir müssen schwer daran arbeiten, die wieder zu erringen. Aber es ist weiterhin unsere wichtige Aufgabe, und deswegen bleiben wir auch dabei, an der Seite von Menschen zu stehen, die keine Lobby haben.

Bei den laufenden Großprojekten im Landkreis Freudenstadt – zum Beispiel die Horber Hochbrücke, der Freudenstädter Tunnel, das Besucherzentrum im Nationalpark – haben CDU und Grüne gepunktet. Gibt es ein vergleichbares Großprojekt im Wahlkreis, das für ihre Ihre politische Arbeit steht oder stehen soll? Irgend ein Leuchtturmprojekt?

Es gibt kleine Leuchtturmprojekte, die ich gerne mit unterstütze. Ich habe für eine bessere Unterstützung der Mehrgenerationenhäuser gesorgt. Ich habe einzelne Projekte sowohl im Kreis Calw als auch im Kreis Freudenstadt, die jetzt in der Denkmalpflege Förderungen erhalten, mit unterstützt. Aber vor allem ist natürlich die politsche Arbeit für einen höheren Mindestlohn, für bessere Versorgung und Unterstützung von Familien, für gerechtere Arbeitsverhältnisse nicht nur überall in Deutschland wirksam, sondern bei uns im Kreis Calw und im Kreis Freudenstadt. Wo Menschen einen Kinderbonus erhalten haben als Familie, wo Menschen sehen, dass Schulen digital besser ausgestattet werden, weil ich mich dahintergeklemmt habe, dass der Digitalpakt aufgestockt wird. Während ich früher einzelne Millionen- oder Hunderttausender-Beträge hierher bringen konnte, die solche kleineren Projekte unterstützen, geht es jetzt um die Unterstützung des Gesamtsystems. Und damit um Milliarden. Der Kreis Calw und der Kreis Freudenstadt und die Menschen hier profitieren davon durchaus.

Wurde bei der digitalen Ausstattung auch an die Vermittlung von Medienkompetenz gedacht? Wir sind jetzt alle digital so hochgerüstet, innerhalb sehr kurzer Zeit beschleunigt von Corona.

Der Digitalpakt beinhaltet natürlich nur die Anschaffung von Geräten. Mehr kann der Bund auch nicht machen, das ist im Grundgesetzt so verankert. Aber es ist mit den Ländern vereinbart, dass sie für die Lehrerfort- und -weiterbildung, für die Ausbildung zuständig sind und dort mehr Anstrengungen unternehmen, damit mehr Medienkompetenz vermittelt werden kann, und dass die Bildungspläne auch angepasst werden. Jetzt ist Baden-Württemberg in der glücklichen Lage, dass wir in einer Zeit der grün-roten Regierung hier einen großartigen Kultusminister hatten, und der hat einen neuen Bildungsplan vorangebracht. In diesem Bildungsplan sind die Medienkompetenz und die sogenannte digitale Bildung, wie wir das nennen, als Querschnittsthema über alle Fächer angelegt und mit dem grundlegenden IT-Unterricht in Klasse 5 und Klasse 8 genau die richtige Vorgehensweise. Man kann nur hoffen, dass das von den Nachfolgern entsprechend umgesetzt worden ist.

Dilemma Zugangsvoraussetzung für den Nachwuchs

Wenn wir an junge Menschen denken: Dem Handwerk hier fehlt der Nachwuchs. Der Gastronomie sind die Servicekräfte davongelaufen. Konzentriert sich die Bildungspolitik vielleicht zu sehr auf den akademischen Bereich und die Fachkräfte für unsere exportstarken Unternehmen? Wo bleiben denn eigentlich die ganz normalen Handwerksberufe und Servicekräfte?

Ich muss als Mutter und als frühere Elternvertreterin sagen, dass ich Eltern und den Schülerinnen und Schülern keinen Vorwurf machen kann, wenn sie hohe Bildungsabschlüsse anstreben. Schon allein deswegen: Wenn sich jetzt ein 16-jähriger Schulabsolvent oder eine 16-jährige Schulabsolventin auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz macht, und dann steht da: „Zugangsvoraussetzung: Mittlere Reife; Alter: 18“ – dann stehen die vor einem Dilemma. Denn sie sind 16 und haben die Mittlere Reife, aber es fehlt ihnen etwas, was ganz offensichtlich erwartet wird: Nämlich der Führerschein und dass der Jugendarbeitsschutz nicht mehr für sie gilt. Deswegen machen die dann einfach noch ein bisschen weiter in der Schule, Fachabitur oder Abiturm und können dann weitermachen. Und das tun sie dann auch. Trotzdem ist es natürlich so, dass man nach zwölf Jahren Schule sehr gut eine handwerkliche Ausbildung machen und ins Handwerk gehen kann. Das Handwerk bietet alle Möglichkeiten! Dass auch wieder den Eltern und den Kindern zu vermitteln und zu sagen: ‚Alle Berufe haben in unserer Gesellschaft die Wertschätzung und die Entwicklungsmöglichkeiten, die jedem Menschen zustehen‘,das wäre ein Weg, um die duale Ausbildung, das duale Studium und insgesamt alle Berufe wieder zu stärken.

Diese traditionellen Familienbetriebe grade im Handwerk haben die Wirtschaft bei uns im Landkreis groß gemacht. Für viele von denen ist die SPD ein rotes Tuch. Haben Sie da dennoch mehr als eine Handvoll Freunde gefunden, oder wie ...

Das kann nicht so bestätigen. Ich bin in sehr guten Gesprächen sowohl mit den Mitgliedsbetrieben der Dehoga als auch mit den Kreishandwerkerschaften. Es gibt viele Aspekte unserer Politik, die ganz gezielt auch kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, die das Handwerk unterstützen, die die Gastronomie unterstützen. Wir haben gerade in Zeiten von Corona da auch viele Unterstützungsleistungen auf den Weg gebracht. Aber auch Arbeitsmarktmaßnahmen sind ganz besonders wirklich auch für kleine und mittlere Unternehmen und unterstützen sie auch in ihrer Arbeit. Wir haben die Meisterpflicht in einigen Branchen wieder eingeführt, damit waren die Handwerker sehr zufrieden beispielsweise. Also: Ich kann das so nicht bestätigen, wir sind in guten Gesprächen und ich empfinde mich nicht als rotes Tuch.

Viele beschäftigt gerade die Frage nach dem Renteneintritt. Wann ist Ihrer Ansicht nach genug gearbeitet? Mit 67 - oder wie positionieren Sie sich dazu?

Für die SPD gibt es keine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters, unter keinen Umständen. Für viele Menschen bedeutet die Rente mit 67 heute schon eine Rentenkürzung, weil sie so lange einfach nicht arbeiten können. Wir haben mit der Rente nach 45 Beitragsjahren, die sogenannte Rente mit 63, die dann ansteigt, aber jedenfalls zwei Jahre früher möglich ist, einen Ausgleich geschaffen für die, die lange gearbeitet haben. Aber wer es einfach nicht mehr packt auf dem Bau oder in der Pflege beispielsweise, der soll ja nicht die Rente gekürzt bekommen, sondern die volle Rente erhalten, und deswegen darf das Renteneintrittsalter nicht weiter steigen.

Bei diesen grundsätzlichen Positionen wird Ihnen immer wieder vorgeworfen, dass Sie Umfallerin sind. Beispielsweise haben Sie sich immer wieder gegen den oder die Staatstrojaner stark gemacht und dann doch dafür gestimmt. Fehlt es Ihnen da an Macht in der Fraktion, oder wie kann sowas passieren?

Es gibt tatsächlich unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema. Ich teile auch die grundsätzliche Zielsetzung, Verbrechen zu verfolgen. Das ist ja auch notwendig, die Sicherheitsbehörden müssen auch die Möglichkeiten haben. Ich bin nur der Auffassung, dass der Weg der falsche ist. Das habe auch so zum Ausdruck gebracht, aber ich konnte mich damit nicht durchsetzen, das stimmt. Das muss ich einräumen, das muss ich auch ertragen – das ist schwer genug. Aber ich habe nicht dafür gestimmt.

Haken an der Geschichte: Keine Rentenansprüche

Nochmal zurück zu Ihrer Lebenserfahrung; Thema Frauen, 450-Euro-Jobs und Teilzeitjobs. Was muss man ihnen sagen, damit sie nicht sehenden Auges in die Altersarmut laufen?

Die 450-Euro-Jobs sind sehr beliebt, nicht nur bei Frauen, sondern bei vielen Menschen. Das ist ein psychologisches Moment; man hat den Eindruck – und so ist es zu Beginn ja auch gewesen –, man bekommt das Geld bar auf die Hand. Das fühlt sich irgendwie gut an. Doch es ergeben sich keine ordentlichen Rentenansprüche daraus, und das ist der Haken an der Geschichte. Sie sagen es ganz zu Recht: Frauen geraten damit in die Teilzeitfalle, bleiben ewig in diesen Minijobs hängen. Und wenn die Stundenlöhne steigen, dann wird ja der Anteil immer geringer, den man arbeiten kann. Ich kann nur dringend empfehlen, sich die Midi-Jobs anzuschauen, also normale Teilzeit, die voll versichert ist, weil damit alle Versicherungsleistungen voll zur Verfügung hat, die Krankenversicherungsleistungen sowieso auch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch, Kündigungsrecht und -schutz vor allem. Das ist bei den Minijobs nicht in dem Maße vorhanden. Deswegen haben in der Gastronomie und auch im Einzelhandel gerade in Zeiten von Corona viele, viele den Job relativ schnell verloren. Und das müsste eigentlich schon eine Erfahrung sein, die einem sagt: In Zukunft lieber fest angestellt.

Kurzfragen zum Abschluss

Helene Fischer oder Janis Joplin?

Janis Joplin, ganz klar!

Landfrauen oder Soroptimisten international, der Serviceclub für berufstätige Frauen?

Ich bin hier im Landkreis eher bei den Landfrauen und international eher bei den Soroptimisten.

Hermann Hesse oder Wilhelm Hauff?

Hermann Hesse.

Gendern in der Verwaltungssprache verbieten oder Tempolimit auf Autobahnen einführen?

Tempolimit!

Mit Querdenkern reden oder nicht?

Das macht in vielen Fällen keinen Sinn.

Schüler impfen – ja oder nein?

Ja.

Hans-Joachim Fuchtel oder Angela Merkel?

Ich bin Frau Merkel wirklich sehr, sehr nahe und arbeite sehr, sehr gern mit ihr zusammen.

Vita Saskia Esken

Saskia Esken, Jahrgang 1961, ist seit 2013 Bundestagsabgeordnete der SPD und seit Dezember 2019 gemeinsam mit Norbert Walter-Borjans Bundesvorsitzende der SPD. Sike hat ein Studium der Germanistik und Politikwissenschaftbegonnen, aber nicht beendet, als Paketzustellerin und Kellnerin gearbeitet und eine Ausbildung zur Informatikerin ab und arbeitete anschließend in der gemacht. Sie lebt mit ihrem Mann in Calw, hat drei erwachsene Kinder und findet Ruhe und Kraft, wenn sie Bach hört.

Bild: Karl-Heinz Kuball

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Erstellt:
26. August 2021, 19:01 Uhr
Aktualisiert:
26. August 2021, 19:01 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. August 2021, 19:01 Uhr

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