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Verkehr

Jede Menge Ärger wegen 50 Euro

Ein deutscher Autofahrer will ein Knöllchen in Polen nicht in Zloty bezahlen: Anzeige wegen Bestechung.

16.02.2019

Von DIETRICH SCHRÖDER

Küstrin/Gorzow. Ein deutscher Autofahrer (47) ist in Polen wegen Bestechung angezeigt worden, weil er ein Knöllchen nicht in der Landswährung Zloty, sondern mit Euro bezahlen wollte. Er hatte sich geweigert, seine Kreditkarte zu benutzen oder in eine Wechselstube zu gehen, nachdem Polizisten ihn angehalten hatten.

Polizisten hatten den 47-jährigen Mercedesfahrer in Motylewo auf der Landstraße zwischen Gorzow und dem Grenzort Küstrin angehalten. „Er war mit 84 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer durch den Ort gefahren“, berichtet der Gorzower Polizeisprecher Grzegorz Jaroszewicz.. „Dafür sollte der Mann ein Bußgeld von 200 Zloty bezahlen“ Nach derzeitigem Wechselkurs sind das 46,30 Euro.

Der Deutsche „zückte einen 50-Euro-Schein und wollte ihn unseren Leuten geben“, sagt Jaroszewicz. Die Annahme von Euro ist den polnischen Beamten jedoch nicht erlaubt. „Der Mann hätte mit seiner Kreditkarte zahlen können, unsere Leute sind mit einem Kassiergerät ausgestattet. Oder er hätte das Geld in einer Wechselstube tauschen können.“

Als der Mann sich standhaft weigerte, nahmen die Polizisten ihn fest. Auf dem Revier in Gorzow wurde er darüber informiert, dass er wegen Bestechung angezeigt wurde. Bei der nächsten Einreise nach Polen könnte er deshalb Unannehmlichkeiten bekommen. Der Mann bezahlte die 200 Zloty schließlich per Karte und wurde freigelassen.

Der Vorfall hat einen ernsten Hintergrund. Bestechlichkeit ist auch angesichts der geringen Gehälter, die Polizisten in Polen erhalten, dort ein Problem. Laut dem Büro für innere Angelegenheiten der polnischen Polizei sind 2017 genau 360 Fälle von Bestechlichkeit bekanntgeworden. 48 Polizisten wurden bestraft, meist mit Suspendierung.

Im Herbst 2018 waren elf Mitarbeiter der Verkehrspolizei aus Gliwice (Gleiwitz) verhaftet wurden. Sie sollen von zu schnell fahrenden oder betrunkenen Autofahrern 30 bis 3000 Zloty angenommen haben, damit sie sie nicht anzeigen.

Dietrich Schröder

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Erstellt:
16. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 06:00 Uhr

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