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Jeder Dritte im Südwesten ist Mitglied
Äpfel aus dem Land fallen unter das Russland-Embargo. Foto: dpa
Genossenschaften

Jeder Dritte im Südwesten ist Mitglied

Vor allem die Landwirte haben ein hartes Jahr hinter sich. Schuld sind Ernteausfälle und Russland-Sanktionen.

29.04.2017
  • DAVID NAU

Kornwestheim. „Baden-Württemberg ist das Land der Genossenschaften“, sagte Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) gestern. 3,9 Mio. Menschen, mehr als jeder dritte Bürger des Landes, seien Mitglied in einer der 832 Genossenschaften.

Die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften konnten im vergangenen Jahr 8,62 Mrd. EUR umsetzen, im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Schwankungen gab es in den einzelnen Branchen: Ein eher durchwachsenes Jahr haben die landwirtschaftlichen Genossenschaften hinter sich. Die 333 Zusammenschlüsse mussten einen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent auf 3,42 Mrd. EUR hinnehmen. Besonders hart traf es die Obst-, Gemüseerzeuger, hier machte sich das Embargo gegen Russland bemerkbar. Auch Getreide- und Ackerbauern mussten Rückgänge verbuchen. Als Gründe nannte der Verband Ernteausfälle etwa bei Mais und Weizen.

Einem Umsatzanstieg von 1,6 Prozent auf 1,82 Mrd. EUR konnten hingegen die Handwerksgenossenschaften verzeichnen. In diesem Bereich sieht Glaser noch Potenzial. Die Unternehmensform könne dabei helfen, einen Nachfolger zu finden. „Bereits drei Mitarbeiter genügen, um eine Genossenschaft zu gründen und so den Betrieb fortzuführen“, sagte Glaser. Auch im kommunalen Umfeld seien Genossenschaften verstärkt gefragt. Sie könnten „dort eine Lösung sein, wo sich die öffentliche Hand nicht mehr so stark engagieren will oder kann“. Etwa bei Gesundheitsversorgung, Mobilität oder Bildung.

Für 2017 rechnet der BWGV mit einem stabilen Umsatz. Eine Prognose sei angesichts teils „erheblicher“ Frostschäden bei Winzern und Obstbauern aber schwierig. Um künftige Schadensereignisse besser kompensieren zu können, forderte Glaser die Schaffung eines steuerfreien Risikoausgleichs für Landwirte. Diese könnten in guten Jahren eine Rücklage erwirtschaften, von der sie in Schadensjahren zehren könnten. David Nau

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29.04.2017, 06:00 Uhr

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