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Autoindustrie

Jedes dritte Audi-Modell soll 2025 elektrisch fahren

Die VW-Tochter kündigt Zeit des Übergangs und Aufbruchs an. Erst im kommenden Jahr dürften die Zahlen deutlich besser werden.

16.03.2018
  • THOMAS VEITINGER

Ingolstadt. So vollständig begeistert sehen die beiden Männer in dem Video nicht aus. Dabei fliegen sie in einem Audi über London. Vielleicht liegt es daran, dass es sich um einen Studiotrick handelt: Noch bringt das „Pop.Up Next“ keine Passagiere vom Flughafen in die City. Erst in Zukunft soll das Flugtaxi des Airbus-Konzerns und des Autoherstellers Audi abheben.

Bei der Präsentation der Jahresbilanz 2017 passte das Projekt aber gut zum diesjährigen Leitthema des Vier-Ringe-Unternehmens: Aufbruch. „Aufbruch bedeutet, dass wir Altes durchbrechen und uns Neuem stellen“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Es gelte, die Weichen auf dem wichtigsten Markt China zu stellen und „die größte Modelloffensive in der Geschichte unseres Unternehmens“ fortzuführen.

Mehr als 20 Markteinführungen sind für das laufende Jahr geplant. In China werden nach einem Streit mit Händlern eine eigenständige Vertriebsgesellschaft und ein Joint Venture für digitale Serviceangebote und Mobilitätsdienstleistungen entstehen. Darüber hinaus muss die Dieselkrise bewältigt werden, die laut Stadler „enorme Kapazitäten in unserem Haus bindet und finanzielle Belastungen nach sich zieht“. Software-Updates für mindestens 156 000 deutsche Diesel-Kunden stehen aus, sollen aber ohne weitere Rückstellungen abgewickelt werden.

Das „Modellfeuerwerk“ etwa mit dem Wechsel bei A1 und Q3 und der Einführung des SUV-Flaggschiffs Q8 werde sich aber erst von 2019 an auszahlen. Damit sei 2018 „ein Jahr des Übergangs“, sagte Stadler. Bereits 2017 steigerte Audi Absatz, Umsatz und Betriebsgewinn nur leicht, die Konkurrenten Daimler und BMW waren deutlich erfolgreicher und konnten ihren Abstand auf Audi vergrößern.

Hoffnungsträger E-Tron

Um auf die geforderten 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer aller Audis im Jahr 2020 zu kommen, sind eine ganze Reihe elektrisch fahrender Autos notwendig. Vor einigen Jahren lag der CO2-Ausstoß noch bei 170 Gramm, derzeit sind es 127 Gramm. Hoffnungsträger ist etwa der E-Tron, ein Elektro-SUV, der nach gestern veröffentlichten Preisen mindestens 80 000 EUR kostet. Dazu kommt der E-Tron Gran Turismo, von dem noch nicht viel mehr als ein weitgehend schwarzes Foto veröffentlicht wurde und der von 2020 an am Standort Neckarsulm gebaut werden soll. „Bis 2025 haben wir rund 20 elektrifizierte Modelle über das gesamte Portfolio hinweg im Angebot. Mehr als die Hälfte davon ist rein elektrisch, die übrigen sind Plug-in-Hybride“, sagte der Audi-Chef. Darüber hinaus wird es so genannte Mild-Hybride geben, bei denen der Verbrennungs- durch einen einen Elektromotor unterstützt wird.

„Am Verbrennungsmotor aber“, machte Stadler klar, „halten wir im kommenden Jahrzehnt fest.“ Ein Euro-6-Diesel sei sauber, dies habe das Kraftfahrtbundesamt bestätigt. Der Restwertverlust stabilisiere sich, und in einigen Ländern nehme der Dieselanteil unter den verkauften Fahrzeugen wieder zu. Die Nachfrage nach SUVs sei nach wie vor hoch: „Kein Premiumwettbewerber hat einen höheren SUV-Anteil. Den bauen wir weiter aus. Bis 2025 ist jeder zweite ausgelieferte Audi ein Q-Modell.“

Der Audi-Konzern wandle sich aber dennoch grundlegend. Symbol und technologisches Zielbild sei dabei der Audi Aicon, der voll-elektrisch, voll-autonom und vollständig vernetzt sein werde. Eine Kleinserie mit Brennstoffzelle soll außerdem von 2020 an auf der Straße fahren. Zudem werde weiter mit synthetischen Kraftstoffen geforscht, die in bestehende Motoren eingesetzt werden könnten.

Um den Aufbruch zu stemmen, sollen „10 Mrd. EUR freigespielt“ werden – etwa durch ein geringeres Motor-Getriebe-Angebot, schlankere Prozesse und Synergien innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Stadler: „Den VW-Verbund haben wir unseren Konkurrenten voraus.“

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16.03.2018, 06:00 Uhr

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