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Jedes fünfte Kind im Südwesten ist von Armut  betroffen
Oliver Merkelbach: Gehör fürs Thema Kinderarmut. Foto: Alexander Bair
Caritas-Projekt „Mach dich stark“

Jedes fünfte Kind im Südwesten ist von Armut betroffen

Zum 100-jährigen Bestehen gründet der Caritasverband die Initiative „Mach dich stark“.

21.03.2018
  • TINA LISCHKA

Stuttgart. Armut trifft jedes fünfte Kind im Südwesten – so lauten die aktuellen Zahlen des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In seinem Jubiläumsjahr will der Verband deshalb das Thema Kinderarmut in den Mittelpunkt rücken.

Schon bei der Gründung im Juli 1918 zählte zu den Zielen des Caritasverbands für Württemberg, Kindern in Not zu helfen. Bis heute hat sich daran nichts geändert – im Gegenteil: Die Verantwortlichen sehen im Thema Kinderarmut ein Problem, das im Südwesten immer größer wird. Auch wenn Armut vor 100 Jahren ein anderes Gesicht hatte, sei sie heute allgegenwärtig – wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar. „Armut heute heißt, nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können“, sagt Pfarrer und Diözesan-Caritasdirektor Oliver Merkelbach. Ein weiteres Problem sei die damit verbundene schlechtere Chance auf Bildung.

Äußerungen zum Thema Armut in Deutschland wie die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht er kritisch: „Das hat mich sehr wütend gemacht“, sagt Merkelbach. Er könne ihm nur empfehlen, einmal eine betroffene Familie zu besuchen.

Das Armutsrisiko treffe in erster Linie Erwerbslose, dann Alleinerziehende, kinderreiche Haushalte und Familien mit Migrationshintergrund, so Merkelbach. In Baden-Württemberg habe man zwar ein vergleichsweise hohes Einkommen, dafür aber auch höheres Mietniveau. Hartz-IV-Empfänger seien daher in reichen Regionen besonders benachteiligt.

Beim Caritasverband ist man der Meinung, das Thema Kinderarmut habe längst nicht das Gehör gefunden, dass es brauche. Mit dem Projekt „Mach dich stark“ und der Kampagne „Kinderarmut wohnt nebenan“ wolle man auf die Problematik aufmerksam machen, so Merkelbach. Ein Netz aus Organisationen, Projekten und Politik solle helfen, dagegen anzukämpfen. 13 Kinderstiftungen im Südwesten unterstützen die Idee bereits, darunter die Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller mit dem Projekt „Grünfinder“ und das Vorleseprojekt in Ravensburg. Mit der Kampagne hofft man auf weitere Partner.

Gespräche mit Stuttgart

Punktuelles Vorgehen der Politik helfe beim gesellschaftlichen Problem Armut nicht weiter, ist Merkelbach überzeugt. Auch Heiner Heizmann, zuständig bei der Caritas für das Thema Sozialpolitik, erhofft sich Gespräche auf Landesebene, damit die Caritas mit ihrer Idee „Mach dich stark“ in die Fläche gehen könne.

Tina Lischka

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21.03.2018, 06:00 Uhr

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