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Jesu Krippe im Wurzelstock und in Peru
Dieses Exponat der Empfinger Krippenausstellung ist historisch und zugleich äußerst aktuell: Albert Gaus präsentierte diese Wohnhöhle schon 1952 in der Krippenausstellung. Heute wirft sie die Frage auf: „2016: Noch willkommen?“ Bild: Kuball
Ausstellung

Jesu Krippe im Wurzelstock und in Peru

Mehr als 50 Krippendarstellungen präsentiert der Empfinger Heimatkreis heute und am morgigen Dritten Advent im Musikerheim, dem früheren Vereinsheim in der Mühlheimer Straße.

10.12.2016
  • Reinhard Seidel

Wie schon berichtet, reicht die zeitliche Spanne der Szenerien von der Wende des vorigen Jahrhunderts bis in die Neuzeit. Die Darstellungen der Geburt Christi sind größtenteils selbst gemacht, meistens die Ställe oder Höhlen, selten die Figuren.

Die Bandbreite der Krippen ist beachtlich. Sie reicht von einer Darstellung der Geburtsszene in einem Wurzelstock (Günther Reich) über mit Schindeln verkleidete Gebäude, alpenländische Weihnachtsdarstellungen, etwa die von Georg Pfister aus Wiesenstetten, die im Besitz von Gabi Schweizer ist, bis hin zu zwei Geburtsgrotten aus Tuffstein. Eine davon hat Kurt Kimmich geschaffen, die zweite 1940 Otto Hauser mit Material aus dem Dießener Tal. Letztere ist heute im Besitz von Otto Engel.

Hinzu kommt „Bethlehem im Wüstensand“, eine Szene, die Roland Walter mit Plastikfiguren kreiert hat, die aus dem Besitz seines Vaters Georg Walter stammen. Dieser hatte in den 1950er-Jahren die Sammelfiguren aus dem Kolonialwarengeschäft von Klara Eger erhalten, wo sie Beigabe zu Artikeln der Tabakwaren von Carl Friedrich Böninger aus Duisburg waren.

Die ältesten (Holz-)Figuren stammen von Josef Reich aus der Dettenseer Straße. Mit die neuesten sind von Hermann-Josef Speier. Der Galerist der „Schwarzen Treppe“ hat, wie er erzählt, bis im Alter von 14 Jahren jedes Jahr zu Weihnachten eine Krippe gebastelt. Nach 61 Jahren hat er mit Naturmaterialien extra zur Ausstellung 20 Miniatur-Krippen geschaffen. Vielen liegen Zeilen aus Advents- und Weihnachtsliedern oder liturgische Texte zugrunde. Die Figuren hat er zugekauft, unter anderem aus Südtirol oder der Provence in Frankreich.

Zu sehen sind zudem zwei Kastenkrippen von Jutta Schindler. Eine weitere haben, so Roland Walter, Straßenkinder aus Peru geschaffen. Elmar Prantl habe diese von einer Reise mitgebracht, sie gehört nun Rainer Blumenschein.

Völlig aus dem Rahmen fällt eine Krippe mit aktuellem Hintergrund: Als Schüler hat Albert Gaus eine Grotte geformt, die er schon 1952 an gleicher Stelle in einer Krippenausstellung gezeigt hatte. Heute jedoch fehlt das Kind in dieser Krippe. In der Beschreibung wird die Frage aufgeworfen: „2016: Noch willkommen?“

Auslöser der aktuellen Schau ist übrigens diese Krippenausstellung aus dem Jahr 1952. Roland Walter, dem Sprecher des Heimatkreises war eine Fotografie von dem damaligen Krippenspiel in die Hand gefallen, die übrigens auch zu sehen ist. Er schlug seinen Kollegen die Krippenausstellung vor und nach einem zunächst zögernden Beginn, ist diese nun sehr gut bestückt.

An beiden Tagen werden zeitweise die Eigentümer präsent sein und den Besuchern Informationen zu den Exponaten geben. Jede Krippe wird zudem beschrieben. Für die stimmungsvolle Beleuchtung zeichnet Wolfgang Bossenmaier verantwortlich.

Übrigens: Die größte Krippe wird nebenan im Garten des evangelischen Gemeindehauses von den Pfadfindern „Kings Scouts“ aufgebaut. Zu besichtigen ist diese Krippe an beiden Tagen von 14 bis 17 Uhr. Die Pfadfinder und die Konfirmanden werden am heutigen Samstag um 15 und 16 Uhr und am Sonntag um 14 und 16 Uhr zu lebendigen Krippenfiguren und zeigen ein heiteres Krippenspiel.

Sie zeigen ihre Krippe

Die Aussteller sind: Alfred Arndt (Dettensee), Werner Baiker (Renfrizhausen), Dr. Rainer Blumenschein (Frankfurt a. M.), Karl-Anton Briegel, Walter Bubser (Owingen), Otto Engel, Evangelische Kirchengemeinde, Albert Gaus, Heinz Hipp, Kurt Kimmich, Josef Kleindienst, Antonie Lanig, Karl-Heinz Maier (Renfrizhausen), Reinhard Maier, Elmar Prantl (Mühlheim), Karl-Josef Rebmann, Dieter Reich (und Günther Reich †), Josef Reich, Jutta Schindler, Erwin Schneiderhan, Gabi Schweizer, Hermann-Josef Speier, Bruno Springmann (Nordstetten), Max Thalheimer und Roland Walter.

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10.12.2016, 01:00 Uhr

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