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Der Banker bleibt im Dorf

Jettenburger Initiative machte sich für Josef Brunnenmiller stark / Vorstand lenkt ein

Die Volksbanken Raiffeisenbanken (VR) Steinlach-Wiesaz-Härten wollen den Beratungsservice für ihre Kunden ändern. Durch die Umstrukturierung sollten auch die beiden Bankmitarbeiter in Wankheim und in Jettenburg versetzt werden. Doch die Jettenburger stemmten sich dagegen. Mit Erfolg.

12.10.2010
  • Manfred Hantke

Jettenburg. Vom kommenden Montag an werden die Öffnungszeiten der VR Steinlach-Wiesaz-Härten in Mähringen reduziert, in Bronnweiler, Wankheim und Jettenburg halbiert. Gleichzeitig aber richtet die Bank einen speziellen Vor-Ort-Beratungsservice von 8 bis 20 Uhr ein, ein zusätzliches „Service-Team“ nimmt telefonisch Aufträge an. Alles in allem eine Verbesserung für die Kunden, so Vorstandssprecher Gottlob Heller gestern Nachmittag zum TAGBLATT. Denn die Präsenzzeiten würden ausgeweitet.

Listen ausgelegt und Plakate geklebt

Doch mit der vertriebsstrategischen Änderung sollten auch die beiden jahrzehntelangen Filial-Mitarbeiter Richard Klett (Wankheim) und Josef Brunnenmiller (Jettenburg) versetzt werden. Der 57-jährige Klett sollte in Nehren und Dußlingen neue Aufgaben übernehmen, der 56-jährige Brunnenmiller in Kusterdingen. Stattdessen sollte ein jüngerer Kollege Wankheim und Jettenburg betreuen.

Seit Anfang September sind die personellen Wechsel bekannt. Schon kurz darauf regte sich in Jettenburg Widerstand. Zahlreiche Kunden und Mitglieder beschwerten sich in der Hauptstelle Gomaringen. „Ihren Banker“, der im Ort nur „Sepp“ oder „Onser Brunnenmiller“ genannt wird, wollten die Jettenburger nicht ziehen lassen. 27 Jahre ist er schon da, kennt jeden Kunden, jedes Mitglied. Der in Wurmlingen wohnende Brunnenmiller sollte im Dorf bleiben.

Seit vergangenen Freitag lagen im Lebensmittelgeschäft „Silkes Lädle“ sowie in der Gaststätte „Ochsen“ Listen aus. Bis gestern Vormittag hatten sich über 130 Kunden und Mitglieder eingetragen, darunter viele Geschäftskunden. Auch gelbe DIN A-2-Plakate „Onser Brunnenmiller muas em Flegga bleiba“ klebte die Spontan-Initiative an zentrale Stellen im Ort.

Gestern morgen gab es im Flecken kaum ein anderes Thema. Kunden in „Silkes Lädle“ diskutierten über die geplante Versetzung von Brunnenmiller. „Er berät gut“, sagte die Inhaberin Silke Knoblich. Er würde nie etwas verkaufen, was er nicht verantworten könne und „kennt sich aus“. Auch Jutta Göhner, eine der Initiatorinnen der Unterschriftenaktion, schätzt die Loyalität, den Sachverstand von Brunnenmiller. Auf ihn könne sie sich verlassen, „in diesen unsicheren Zeiten ist so jemand Gold wert“. Was sie genauso ärgert wie die bis gestern Vormittag noch geplante Versetzung „ihres Bankers“: Man werde gar nicht mehr gefragt, Entscheidungen würden über die Köpfe der Kunden und Bürger hinweg getroffen – „wie bei Stuttgart 21“.

Wechsel in Wankheim noch nicht sicher

Am Montag überschlugen sich dann die Ereignisse. Die Spontan-Initiative hatte Erfolg. Der Banken-Vorstand setzte sich zusammen und besprach die „Jettenburger Revolte“. Fazit: „Brunnenmiller bleibt in Jettenburg“, so Vorstandssprecher Gottlob Heller. Er lobte den „guten Markt“ im Härten-Dorf. Knapp 600 Mitglieder habe die VR Steinlach-Wiesaz-Härten dort. Ihre vermehrten Reklamationen hätten den Vorstand bewogen, die Entscheidung rückgängig zu machen. Heller: „Es liegt uns stark am Herzen, dass wir unsere Mitglieder zufrieden stellen.“

Nicht nur für die Jettenburger, auch für Brunnenmiller ist das eine gute Nachricht. Ganz gerührt war der Banker gestern Abend. „Ich find das super“, sagte er. Das sei positiv für die Bank und für die Kundschaft. Er sei ganz stolz auf die Jettenburger.

Ob der Wankheimer Mitarbeiter Richard Klett seine Arbeit in der kommenden Woche in der Dußlinger und Nehrener Filiale aufnehmen muss, ist ebenfalls noch nicht ausgemacht. Darüber werde noch einmal nachgedacht, so Heller. Diejenigen Mitarbeiter aber, die das neue Konzept entwickelt haben, seien in dieser Woche nicht da. Ohne sie wolle der Vorstand nicht entscheiden.

Jettenburger Initiative machte sich für Josef Brunnenmiller stark / Vorstand lenkt ein
Kunden kämpften mit Erfolg für „ihren Banker“ Josef Brunnenmiller. Bild: Hantke

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12.10.2010, 12:00 Uhr

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