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„Jetzt beginnt die heiße Phase“
Ohne Maske: So ist Terodde vielleicht morgen wieder zu sehen. Foto: Eibner
VfB Stuttgart

„Jetzt beginnt die heiße Phase“

Torjäger Simon Terodde ist vor dem Endspurt im Aufstiegsrennen überzeugt, dass sein Team es schafft, dafür aber sehr hart ackern muss.

01.04.2017
  • WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart. Mit 15 Saisontreffern ist Simon Terodde, 29, nicht nur der Top-Torschütze des VfB, sondern der gesamten zweiten Liga. Aber: In den letzten drei Spielen ging der Mittelstürmer leer aus, und die Stuttgarter mussten zur Länderspielpause nach zwei Unentschieden und dem 0:1 in Fürth die Tabellenführung an Union Berlin abgeben. Vor der richtungsweisenden englischen Woche, die morgen (13.30 Uhr/Sky) mit dem Heimspiel gegen Dresden beginnt, gibt sich Terodde im Interview optimistisch. Beim Aufsteiger aus Sachsen hatte die Elf von Trainer Hannes Wolf mit 0:5 zwar die höchste Saisonklatsche bekommen. Simon Terodde freilich ist überzeugt, dass die Revanche glückt – und es am Ende auch mit dem erhofften Wiederaufstieg klappt.

Zuerst eine Expertenfrage an den Torjäger Simon Terodde: Wer wird Torschützenkönig in der Bundesliga?

Simon Terodde: Ehrlich gesagt, Anthony Modeste hat mich mit seinem Dreierpack für Köln letzte Woche echt überrascht. Ich gehe dennoch davon aus, dass es ein Duell zwischen Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski wird. Sie spielen bei Top-Klubs und bekommen mehr Vorlagen, mehr Möglichkeiten.

Die „Kanone“ geht also nach Dortmund oder zum FC Bayern?

Nach München. Wenn ich mich entscheiden muss, heißt mein Favorit Lewandowski.

Sie selbst waren 2016 beim VfL Bochum Zweitliga-Torschützenkönig und führen jetzt erneut mit 15 Treffern. Wie stark kann man den Tor-Instinkt trainieren, welchen Anteil haben Talent und Teamkollegen?

Talent und Instinkt gehören natürlich irgendwo dazu. Ich habe in der Jugend sehr früh angefangen, vorn in der Spitze zu spielen. Aber am Ende bin ich von der Mannschaft abhängig. Wenn sie funktioniert, bin ich derjenige, der die Dinger reinmachen muss.

Das hat im Lauf der Saison nach und nach besser geklappt . . .

Am Rundenanfang hat es ein bisschen gedauert, sich als Team zu finden. Da wurde es auch für mich schwierig. Das zeigt: Ich lebe extrem von den Mitspielern und bin froh, dass ich bislang 15 Tore besteuern konnte. Ich hoffe, es kommen noch ein paar dazu.

Wie behilft man sich, wenn es mal nicht so klappt. Sie haben in den letzten drei Spielen nicht getroffen?

Das nehme ich als Kompliment, dass Sie mich das jetzt schon fragen. Ich versuche immer, meine Leistung zu bringen. Der Rest kommt von allein. Vor der Länderspielpause beim 0:1 in Fürth haben wir wirklich kein gutes Spiel abgeliefert. Das wollen wir am Sonntag gegen Dresden klar besser machen. Ich bin zuversichtlich, dass ich dann auch wieder treffen werde.

Seit dem Nasenbeinbruch im Kaiserslautern-Spiel, wo Tor Nummer 15 gelang, mussten Sie eine Gesichtsmaske tragen. Auch gegen Dresden?

Das werde ich spontan entscheiden. Die Maske hat mich zwar nicht behindert, aber die OP ist jetzt fast fünf Wochen her, und ich habe schon ohne trainiert. Der Nase geht's wieder gut.

Die VfB-Hoffnung und auch die Perspektive, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen, sind weiter groß. Kommt jetzt die entscheidende Phase?

Auf jeden Fall! Aber nicht nur für uns, auch für mehrere andere Klubs im Kampf um Aufstieg und Klassenerhalt. Nach der englischen Woche bleiben nur noch sechs Spiele. Jetzt beginnt die heiße Phase, es geht in Richtung Entscheidung. Wir werden uns trotzdem erst mal auf Dresden konzentrieren und, auch wenn es wie eine Floskel klingt, von Spiel zu Spiel denken.

Beim 0:5 in Dresden haben Sie verletzt gefehlt. Wie haben Sie die bisher bitterste Niederlage erlebt?

Es war ein Spiel, wie es nur alle paar Jahre vorkommt. Ich habe bis zur 30. Minute eine relativ gute Partie gesehen. Dann gab's innerhalb von sechs Spielminuten drei Tore auf kuriose Weise, abgefälscht zum Beispiel. Bei 0:3 ist es natürlich schwer, in Dresden zurückzukommen. Aber das Spiel hat uns nicht umgeworfen. Auch deshalb haben wir jetzt die aktuelle Ausgangsposition und versuchen sie natürlich zu vergolden.

Auch direkt vor der Winterpause gab es noch einen Rückschlag, und nun wieder einen kleinen.

Die erste Halbzeit gegen Fürth, das unterstreiche ich, die war nicht akzeptabel. Darüber haben wir in der Länderspielpause gesprochen und das aufgearbeitet. Wir sind jetzt alle heiß darauf, es besser zu machen. Wir wollen wieder gewinnen.

Beim 1:1 gegen Bochum und dem 0:1 gegen Fürth war vor allem das Zweikampfverhalten in der ersten Halbzeit ein Kritikpunkt . . .

Die Zweikampfführung war nicht so gut, aber auch die Positionen nicht, in denen wir standen. Daran haben wir gearbeitet und gerade auch die beiden Testspiele genutzt. Wir haben zweimal zu Null gespielt, gewonnen und nach hinten wenig zugelassen. Aber die Siege helfen uns am Sonntag nicht weiter. Jetzt ist wieder Liga angesagt. Dresden ist ein enorm guter Aufsteiger, auch auswärts stark. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir top vorbereitet sind und das Spiel gewinnen.

Die Begeisterung ist riesengroß, die Erwartungen in der ganzen Region sind es auch. Das Stadion ist ausverkauft. Das stärkt der Mannschaft sicher auch den Rücken.

Ja, auf jeden Fall! Am Donnerstag ist es mit dem Vorverkauf für die restlichen Saisonspiele losgegangen. Die Schlange der Fans war phänomenal. Ich denke, die Arena wird jetzt noch öfter ausverkauft sein. Fans, Trainingsbedingungen, Stadion – das ist wirklich erstklassig. In diesem tollen Umfeld setzen wir alles daran, den Aufstieg zu schaffen.

Bleibt es spannend bis zum Schluss?

Ich denke, ja. In dieser Liga wird einem nichts geschenkt. Man sieht, dass kein Spiel einfach ist. Das gilt auch für die fünf Partien, die wir zum Rückrundenstart gewonnen haben. Es wird ein enges Rennen mit vier, fünf Mannschaften. Da kann sich keiner mehr verstecken. Auch bei Union Berlin als neuem Tabellenführer wäre doch keiner mehr zufrieden, wenn man Dritter oder nur Vierter würde. Deshalb wird es jetzt für alle spannend. Und wir wollen natürlich die Mannschaft sein, die da am Ende die meisten Punkte holt.

Ihr Vertrag läuft bis 2019. Wo sehen Sie sich da mit dem VfB?

Lassen Sie uns mal abwarten. Wir haben jetzt erst einmal das große Ziel aufzusteigen.

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01.04.2017, 06:00 Uhr

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